Klimatipps Stadt Lahr

Klimatipps

Wir alle können etwas (mehr) für den Klimaschutz tun. Die Stabsstelle Umwelt hat für Sie einige informative und praktische Klimatipps für die Bereiche Licht, Wärme, Mobilität, Konsum und Freizeit zusammengestellt.

Bitte beachten Sie auch unsere Umweltipps.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit – gut für Klima und Figur. Ein Rechenbeispiel.

An rund 230 Tagen im Jahr bewegen wir uns zur Arbeit und wieder zurück. Liegt die Arbeitsstelle auch nur fünf Kilometer von der Haustür entfernt, summiert sich dies auf 2300 Kilometer im Jahr. Auf welche Art und Weise diese Strecke zurückgelegt wird, ist gleich auf mehreren Ebenen interessant, wie das folgende Rechenbeispiel zeigt.

Ein Mittelklassewagen mit Dieselantrieb stößt auf 2300 Kilometern rund 0,72 Tonnen Kohlendioxid aus, für das globale Klima verträglich wären zwei Tonnen pro Erdenmensch. Der Durchschnittsdiesel verbraucht 6,7 Liter auf 100 Kilometer, insgesamt also 154 Liter Sprit für den jährlichen Berufspendlerweg. Dies summiert sich auf Fahrtkosten von fast 330 Euro (bei einem Literpreis von aktuell 2,14 Euro), Fahrzeugabnutzung etc. nicht eingerechnet.

Ein Radfahrer oder eine Radfahrerin dagegen verbraucht auf zehn Kilometern Strecke durchschnittlich 230 Kilokalorien (kcal). Für die oben angenommenen 2300 Kilometer wären dies satte 52.900 kcal! Das entspricht 100 Tafeln Schokolade oder auch 125 Litern Bier. Je länger der Arbeitsweg ist, desto höher ist der nebenbei erzielte Trainingseffekt. Und auch das Klima und die Haushaltskasse profitieren von jedem Kilometer, den Sie mit dem Rad statt mit dem Auto zurücklegen.

 

Ihre Fahrrad-Tipps der Woche:

  • Bauen Sie Ihre Motivation auf: schöne Strecke wählen, erstmal mit zwei festen Tagen pro Woche starten und langsam steigern, eine Spardose für das eingesparte Geld anlegen.
  • Ab 10 bis 15 Kilometer pro Strecke lohnt es sich, über ein E-Bike nachzudenken, bis dahin tut es auch ein gutes Touren- oder Rennrad, unter 5 Kilometer reicht auch der olle 3-Gang-Hobel, der noch in der Garage steht. Satt aufpumpen, Kette ölen und los geht’s!
  • Falls Sie darüber nachdenken, ein neues Rad anzuschaffen, könnte ein steuerlich attraktives Fahrrad-Leasing interessant sein. Infos gibt es von zahlreichen Anbietern wie JobRad, EuroRad, Lease a Bike, Deutsche Dienstrad, Mein Dienstrad, und vielen weiteren.

Klimapolitik mit dem Einkaufskorb

Eine häufige Frage: Was ist besser fürs Klima, bio oder regional? Die kurze Antwort: Am besten beides! Fakt ist: 1,76 Tonnen Treibhausgase verursacht die Lebensmittelproduktion pro Kopf, mehr als die Hälfte (0,93 Tonnen) davon entsteht außerhalb Deutschlands. Weite Transportwege, möglicherweise noch mit dem Flugzeug, schlagen sich äußerst negativ in der CO2-Bilanz von Lebensmitteln nieder. Das heißt: Für Kleinbauern in Costa Rica mag die Fairtrade-Bio-Mango definitiv besser sein als der Anbau pestizidbelasteter Plantagenfrüchte, für die Klimabilanz ist sie es eher nicht. 

Grundsätzlich sind regionale Produkte im Vergleich klimafreundlicher, vorausgesetzt man kauft sie, wenn sie Saison haben. Ein Saisonkalender gibt einen guten Überblick. Denn auch hierzulande angebaute Lebensmittel können einen ordentlichen CO2-Rucksack mitschleppen, wenn sie lange gekühlt werden müssen. Jetzt im April ist der per Schiffsfracht transportierte Apfel aus Neuseeland dem monatelang gelagerten heimischen Apfel in der Klimabilanz tatsächlich überlegen.

Deshalb lohnt es sich, im Lebensmitteleinzelhandel auf die Herkunft der Produkte zu schauen. Die Vielfalt der lokalen Landwirtschaft zeigt der Lahrer Wochenmarkt, der dienstags und samstags auf dem Markplatz sowie donnerstags auf dem Schlossplatz stattfindet. Viele der dort verkaufenden Erzeuger:innen setzen auf biologischen Anbau, womit der dritte Aspekt nachhaltiger Ernährung ins Spiel kommt: Die Produktion von Biolebensmitteln verursacht weniger Emissionen, weil sie auf stickstoffhaltigen Kunstdünger verzichtet. Sie schont gleichzeitig auch das Grundwasser, hält die Böden intakt und fördert die Biodiversität. Unter dem Strich landen weniger Chemikalien in den Lebensmitteln – gut für die Gesundheit.

Ihre Ernährungs-Tipps der Woche:

  • Gönnen Sie sich ruhig Ihr Schnitzel – in Maßen: 400 Kilogramm CO2 jährlich spart eine fleischreduzierte Ernährung im Gegensatz zu einer fleischbetonten. Maximal 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst wöchentlich empfiehlt übrigens auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.
  • Beispielsweise bei der Verbraucherzentrale gibt es einen Saisonkalender als Poster für die eigene Küche zum Herunterladen.

Auch wenn der Energieverbrauch nicht das eigene Geld kostet – am Arbeitsplatz lässt sich oft eine Menge Energie sparen. Rund 15 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland in Büros. Sie nutzen Computer und andere elektrische Geräte, drucken und kopieren, brauchen angenehme Raumtemperaturen und gute Beleuchtung, sie fahren zu Terminen oder empfangen Geschäftspartner/innen. Das belastet auch die persönliche Klimabilanz.

Was kann getan werden? Bei der energiesparenden Ausstattung des Büros ist tatsächlich erstmal der Chef oder die Chefin gefragt. Doch in der alltäglichen Nutzung der Geräte und Räume können die Mitarbeitenden den entscheidenden Unterschied machen - mit zusätzlichen Vorteilen: Eine gemeinsame Challenge zum Energiesparen im Büro stärkt den Teamgeist und schützt das Klima. Mit einem Energiesparkonto für Unternehmen behält man die Verbräuche im Blick, kann sich Einsparziele setzen und so gemeinschaftlich auch Kosten sparen. Wenn das eingesparte Geld ans Team zurückfließt, steigt die Motivation.

Die Lahrer Stadtverwaltung geht mit gutem Beispiel voran und hat mehrmals die Anerkennung „Umweltfreundliches Büro“ erhalten. So entschied der Gemeinderat, für den gesamten Briefverkehr sowie Druckerzeugnisse – intern und extern – ausschließlich Recyclingpapier zu nutzen, in allen städtischen Gebäuden fließt zu 100 Prozent zertifizierter Öko-Strom, in der Beschaffung sind strenge Kriterien für Energieeffizienz der Standard. Für Dienstfahrten nutzen städtische Mitarbeitende mitunter auch die leihbaren nextbike-Pedelecs, um klimafreundlich und bequem alle Orte in der Stadt radelnd zu erreichen. Damit ist die Lahrer Stadtverwaltung auf einem guten Weg, denn bis 2035 will sie klimaneutral sein.

Ihre Büro-Tipps der Woche:

  • Nutzen Sie eine schaltbare Steckerleiste, dann machen auch der PC und sämtliche angeschlossenen Geräte mit Ihnen Feierabend. Das spart im Vergleich zum Stand-By-Betrieb viel Strom.
  • Positionieren Sie Ihren Schreibtisch so, dass Sie möglichst bei Tageslicht arbeiten können – das ist auch besser für die Augen. Wenn elektrisches Licht notwendig ist, achten Sie auf effiziente Leuchtmittel wie LEDs.
  • Bis zum Dienstag, 31. Mai 2022, können Unternehmen sich für den Wettbewerb Büro und Umwelt des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V. registrieren. Bewerben Sie sich mit Ihren Kollegen/innen und Mitarbeitenden!

Was haben eine Bohrmaschine, ein Akkuschrauber, ein Dampfreiniger, eine Heißklebepistole und ein Laminiergerät gemeinsam? Man braucht sie nur sehr selten, dann aber unbedingt. Den Rest der Zeit stehen die Dinge ungenutzt herum. Zudem kosten sie in der Anschaffung viel Geld und verbrauchen in der Herstellung kostbare Ressourcen.

Warum also nicht die Dinge teilen – mit Nachbar:innen und Freund:innen, wobei man erstere beim Tauschen und Teilen besser kennenlernen kann und sie vielleicht sogar zu letzteren werden. Die Stadt Lahr engagiert sich bei der Initiative „Baden-Württemberg teilt“ und möchte dazu beitragen, die Hemmschwelle abzubauen, in der Nachbarschaft einfach mal zu klingeln. Mit einem Aufkleber am Briefkasten können Bürger:innen anzeigen, was sie zu verleihen haben – ein Statement für mehr Ressourcenschutz und gute Nachbarschaft.

Wer in den Lebensstil „Nutzen statt besitzen“ erst mal reinschnuppern möchte, ist bei der Bibliothek der Dinge genau richtig. Die Mediathek Lahr bietet neben Büchern und anderen Medien auch eine Vielzahl an Gegenständen zum Ausleihen an. Nicht nur Medien und mediennahe Dinge wie E-Reader, Tonieboxen, Tiptoi- und BOOKiistifte stehen in der Mediathek seit zur Ausleihe bereit.

Seit knapp einem Jahr können auch ein Akkuschrauber, eine Nähmaschine, ein Foto- und Diascanner, ein Beamer und viele andere nützliche Dinge mit einem gültigen Mediatheksausweis kostenlos ausgeliehen werden. Neu dazugekommen sind unter anderem auch ein Pasta Maker, eine Massage Pistole, eine Nintendo Switch Konsole, und vieles mehr.

Ihre Teilen-und-Tauschen-Tipps der Woche:

  • Einen öffentlichen Bücherschrank gibt es im Stadtpark Lahr in der alten Weinstube am Musikpavillon. Hier können Sie kostenlos Bücher mitnehmen und Ihre ausgelesenen neuen Leser:innen zuführen.
  • Verkaufen, Tauschen und Verschenken in Lahr und Umgebung – in dieser privaten Facebook-Gruppe sind über 4.000 Menschen aktiv. Schauen Sie doch einfach mal vorbei!
  • Ergreifen Sie die Initiative für mehr Teilen und Tauschen in Ihrer Nachbarschaft. Ein Aufruf am Schwarzen Brett könnte der erste Schritt für mehr Austausch im Umfeld sein.

Worauf es beim Wochenendtrip ankommt

75 Prozent aller CO2-Emissionen für Urlaube verursacht laut Umweltbundesamt der Verkehr, vor allem bei der An- und Abreise. Dies gilt umso mehr für Kurztrips und Tagestouren. Die Wahl des Verkehrsmittels beeinflusst entscheidend die Klimabilanz eines Ausflugs. Am besten schneidet der Reisebus ab (29 Gramm CO2 pro Person und Kilometer). Es folgt die Bahn mit Fernverkehr (32 g) und Nahverkehr (57 g). Beim PKW kommt es sehr darauf an, wie viele Menschen mitfahren. Vollbesetzt zieht das Auto mit der Bahn im Nahverkehr gleich. Die aktuell explodierenden Spritpreise machen die Fahrt mit dem ÖPNV jedoch nicht nur klimafreundlicher, sondern auch kostengünstiger. Das ab dem 1. Juni als Teil des Energieentlastungspakets geltende 9-Euro-Ticket schafft einen weiteren Anreiz, die „Öffis“ einfach mal zu testen.

Zudem bringt es weitere Vorteile, beim Ausflug auf den öffentlichen Verkehr zu setzen: Von Bahnhof zu Bahnhof kommt man am Reiseziel direkt in die Innenstadt und vermeidet die unliebsame Parkplatzsuche. Nach Straßburg fahren beispielsweise täglich 25 Züge. Oder wie wäre es mit einem Wochenende in Paris? 16 Verbindungen führen jeden Tag in die Stadt der Liebe – teils auch mit dem superschnellen TGV direkt vom Lahrer Bahnhof.

Bei Wanderungen muss durch eine Anreise mit dem ÖPNV der Start nicht mehr das Ziel sein. So ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für Streckentouren. Eine bequeme und gesellige Art des Unterwegsseins bietet der klassische Reisebus – für Tagesausflüge oder auch mehrtägige Reisen. Nach einem pandemiebedingt etwas ausgedünnten Angebot in den letzten beiden Jahren gehen gleich mehrere Unternehmen in Lahr wieder unternehmungslustig auf Tour.

Ihre Ausflugs-Tipps der Woche:

  • In der Ortenau bekommen Sie das 9-Euro-Ticket in der DB-App, auf www.bahn.de, in den Bussen von SWEG, RVS, SBG, Zimbus und Schnurr, an den bekannten Verkaufsstellen sowie an allen Fahrkartenautomaten und Verkaufsschaltern der DB.
  • Grenzenlos fahren mit dem Europass! Im Verkehrsverbund der Ortenau-Linien fahren Sie 24 Stunden lang für 9,60 Euro (1 Person + Kinder) oder 14,50 Euro (2 Personen + Kinder) im gesamten Tarifgebiet von Hornberg bis Straßburg und von Ettenheim bis Sasbachwalden.
  • Für Wanderfreunde: Abwechslungsreiche Touren-Tipps finden Sie im Wanderflyer der Stadt Lahr. Alle Touren starten in Lahr oder sind mit einem Bus der SWEG zu erreichen.
  • Für Fahrrad- und Mountainbikefans der Stadt Lahr bietet der Radtourenflyer entspannte sowie anspruchsvolle Tourenvorschläge.
  • Möchten Sie besonders klimainteressante Orte besuchen? Im Exkursionsführer „Energie und Wasser Lahr“ finden Sie 14 Ziele in Lahr mit konkreten Maßnahmen im Bereich Umwelt- und Klimaschutz.
Energieberatung mit einer Frau und einem Mann
Beratungsangebote für die kosteneffiziente Gebäudesanierung

Viele Hausbesitzerinnen und -besitzer spielen schon länger mit dem Gedanken, jetzt doch endlich mal das Thema energetische Sanierung anzupacken. Aber irgendwas ist immer – und so schiebt man die Sache auf die lange Bank. Angesichts explodierender Energiepreise kann nun genau der richtige Zeitpunkt gekommen sein, die Gebäudesanierung aktiv anzugehen und sich von den fossilen Fesseln zu lösen.

Nur die Fenster austauschen oder gleich die Fassade dämmen? Welche Heizung ist richtig? Wie geht man am besten vor? Und wo gibt es Fördermittel? Eine energetische Sanierung ist ein komplexes Unterfangen und muss sich individuell am jeweiligen Gebäude orientieren. Dafür gibt es Fachleute: Energieberater analysieren die Gegebenheiten vor Ort, berechnen die Kosten sowie die zu erwartenden Einsparungen für verschiedene Optionen und wissen, wo welche Fördermittel oder zinsgünstige Kredite zu beantragen sind.

Für alle Lahrer bietet die Stadt eine kostenfreie und neutrale Energieberatung im Rathaus an. Sie ist hersteller- und anbieterunabhängig und gibt Sanierungswilligen Orientierung. Fachleute der Ortenauer Energieagentur stehen an jedem zweiten Donnerstag im Monat von 14:00 bis 17:45 Uhr für alle Fragen bereit.

Energieberatungs-Tipps der Woche:

  • Machen Sie den ersten Schritt und vereinbaren Sie Ihren Beratungstermin unter Tel. 07821 / 910 0619. Auch über die Möglichkeiten einer Solarenergienutzung können Sie sich im Rahmen einer kostenfreien Beratung im Lahrer Rathaus informieren lassen.
  • Sie wollen tiefer in die Materie einsteigen? Bei den Gebäude- und Heizungs-Checks der Verbraucherzentrale kommen Berater nach Hause und analysieren vor Ort Strom- und Heizenergieverbrauch, Gebäudehülle und Heizungsanlage. Aufgrund staatlicher Förderung kostet Sie jeder Check nur 30 Euro. Hier in der Ortenau ist Ihr Ansprechpartner die Ortenauer Energieagentur unter 0781 92 46 190 oder info@ortenauer-energieagentur.de. Für alle Lahrer:innen, die sich im Rahmen der Sanierungskampagne Mietersheim bis zum 22. Juli anmelden, übernimmt die Stadt Lahr den Eigenanteil.
  • Auch Mieter können sparen! Beim kostenlosen Basis-Check der Verbraucherzentrale untersuchen Energieberater Ihren Strom- und Wärmeverbrauch und beraten zu einfachen und kostengünstigen Einsparmöglichkeiten.
Rathaus 2 Photovoltaikanlage auf dem Dach
Die Stadt Lahr installiert sukzessiv Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Gebäudedächern, um das große Solarpotenzial in der Ortenau auszuschöpfen.

Solarenergie lohnt sich! Angesichts steigender Strompreise kann eine Photovoltaikanlage durchaus helfen, die Kostenbelastung zu senken. Denn jede Kilowattstunde Strom, die direkt vom Dach kommend genutzt wird, spart den Kauf einer teuren Stromeinheit vom Stromanbieter und reduziert damit die jährliche Stromrechnung. Der nicht selbstverbrauchte Strom fließt gegen eine Einspeisevergütung von aktuell 6,34 Cent pro Kilowattstunde ins Netz. Solarthermieanlagen dagegen nutzen die Kraft der Sonne, um Wärme für die heiße Dusche oder zur Unterstützung der Heizungsanlage zu gewinnen. Auch dies wird bei steigenden Preisen für fossile Energien immer attraktiver.

Abgesehen von den wirtschaftlichen Vorteilen ist jede einzelne Solaranlage ein Beitrag zum Klimaschutz. Das sieht auch die Baden-Württembergische Landesregierung so, daher gilt seit dem 01. Mai 2022 eine PV-Pflicht für Neubauten. Ab 2023 ist dann auch bei Dachsanierungen von Bestandsgebäuden eine Solaranlage nachzuweisen.

Sehr viele Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer sind aus all diesen Gründen derzeit sehr motiviert, die Sache mit dem eigenen Solardach endlich anzugehen. Doch einen Solarfachbetrieb für die Installation zu beauftragen, ist aktuell gar nicht so einfach. Wie bei vielen anderen Dingen, die momentan schwierig zu bekommen sind, gilt daher: Kontakt herstellen und auf die Warteliste setzen lassen. Vorab Informationen zu sammeln, schafft eine gute Basis. Die Stadt Lahr unterstützt Sie dabei!

Ihre Solar-Tipps der Woche:

  • Informieren Sie sich vor Ort: Am Dienstag, 28. Juni 2022, findet um 19:00 Uhr ein Vortragsabend zum Thema PV im Bürgerhaus Mietersheim statt. Zwei Solarberatungsnachmittage bietet die Stadt Lahr am Donnerstag, 07. Juli 2022, und am Donnerstag, 21. Juli 2022, an. Dabei beraten Sie Energieberatende der Ortenauer Energieagentur im Lahrer Rathaus. Für die Solarberatung ist eine vorherige Terminvereinbarung nötig unter Tel. 0781 / 91 46 19 0.
  • Informieren Sie sich im Netz: Die Stadt Lahr stellt auf ihrer Website umfangreiche Informationen zum Thema Photovoltaik zur Verfügung. Hier können Sie außerdem im SoLAHRkataster für Ihr Haus das Solarpotenzial ermitteln und die Wirtschaftlichkeit berechnen.

Ob Einkäufe, Kinder oder Arbeitsmittel – mit dem Fahrrad lässt sich mehr transportieren, als viele meinen. Für Rückenwind sorgt eine elektrische Unterstützung, um auch schwerere Lasten leicht zu befördern. Je nach Einsatzzweck und Häufigkeit der Transporte gibt es eine Vielzahl von Optionen, wie die Fracht an, auf oder hinter das Fahrrad kommt.

Packtaschen sind in unterschiedlichsten Ausführungen zu haben, seitlich am Gepäckträger befestigte Taschen bieten für einen regulären Einkauf ausreichend Volumen. In einer Messenger-Bag reist der Laptop gut geschützt ins Büro. Für die lieben Kleinen ist der klassische Kindersitz nach wie vor beliebt. Alle Transportvarianten, die direkt am Rad befestigt werden, haben den großen Vorteil, dass das Fahrrad weiterhin eine normale Länge hat und auf jeden Fahrradstellplatz passt.

Für Getränkekisten und sonstige größere Frachten reicht das jedoch nicht. Dann sind ein Anhänger oder ein Lastenrad hilfreich. Wer nur gelegentlich oder abwechselnd mit anderen Personen (beispielsweise dem anderen Elternteil) Transporte erledigt, ist mit einem Anhänger besser bedient und kann so das gewohnte (an die eigene Körpergröße angepasste) Rad nutzen. Transportiert man hingegen häufig Kinder oder größere Ladungen, ist ein Lastenrad zu empfehlen.

Ihre Fahrrad-Tipps der Woche:

  • Zwei oder drei Räder? Mit oder ohne elektrische Unterstützung? Die Stadt Lahr hilft bei der Entscheidung, welches Lastenrad zu Ihnen passt. Jeweils maximal eine Woche lang können Sie vier verschiedene Modelle kostenlos ausleihen und Probe fahren. Kontaktieren Sie Martin Stehr vom Stadtplanungsamt, Tel: 07821 / 910-06 92, martin.stehr@lahr.de
  • Wenn Sie sich entschieden haben und ein Lastenrad anschaffen möchten, unterstützt das die Stadt Lahr mit einer Kaufprämie. 300,00 Euro gibt es für ein herkömmliches Lastenrad, 500,00 Euro für ein E-Lastenrad. Auch hierzu können Sie Herrn Stehr ansprechen.
  • Für Unternehmen, Vereine, Freiberufler:innen und gemeinnützige Organisationen hält das Verkehrsministerium Baden-Württemberg eine Kaufprämie bereit. Ein Viertel des Kaufpreises (bis zu 2.500,00 Euro) erhalten Sie, wenn Sie zu dieser Zielgruppe gehören und ein E-Lastenrad oder einen E-Anhänger anschaffen.
Carsharing Lahr E-Mobil auf neben dem Rathausplatz
Auch städtische Mitarbeitende nutzen, wenn es sich anbietet, die Möglichkeiten des Carsharing in Lahr.

Gerade mal eine Stunde pro Tag nutzen wir unsere Autos im Mittel. Den Rest der Zeit stehen sie parkend oder im Stau herum. Eigentlich müssten sie „Stehzeuge” heißen statt Fahrzeuge, wird oft gescherzt.

In der Tat werden Privat-PKWs heute extrem schlecht ausgelastet, was nicht nur Ressourcen verschwendet, sondern auch das Stadtbild in vielen Kommunen prägt. Wir haben uns zu sehr an den Anblick parkender Autos in allen Straßenzügen gewöhnt.

Eine sinnvolle Alternative sind Gemeinschaftsautos, sprich Carsharing. Wer weniger als 12.000 Kilometer im Jahr fährt, so die Faustformel, fährt mit Carsharing billiger als mit dem eigenen PKW. Ein weiterer Vorteil: Das lästige Kümmern um Inspektion, Reparaturen, richtige Bereifung oder TÜV-Abnahme entfällt. Und natürlich entfallen die Kosten für Anschaffung und Versicherung. Wer unterwegs tanken muss, verwendet einfach die Tankkarte des Anbieters, die im Fahrzeug liegt.

Es spricht also viel für den Umstieg auf ein Carsharing-Auto, auch in Lahr. Im Innenstadtbereich gibt es inzwischen drei Stellplätze. Direkt am Rathausplatz wartet ein E-Auto auf die nächste Fahrt, die Ladesäule wird natürlich mit Ökostrom aus der Ortenau betrieben.

Ein wendiger Dahiatsu Cuore steht im Rathausinnenhof, ein für Familienausflüge geeigneter 5+2-sitziger Opel Zafira freut sich in der Gutleutstraße 22 auf seine Nutzer.

Tipps für den Einstieg ins Carsharing:

  • Informieren Sie sich bei den beiden in Lahr tätigen Car-Sharing Anbietern www.my-e-car.de und www.carsharinglahr.de. Einfach mal ausprobieren, wenn’s nicht passt kann man problemlos wieder aus der Autogemeinschaft austreten.
  • Als Mitglied von my-e-car haben Sie auch Zugriff auf weitere Elektroautos in ganz Südbaden. Nach Freiburg mit dem Zug und von dort mit dem Elektroauto in den Kaiserstuhl geht ganz einfach.
  • Einfache Nutzung: Fahrzeug online buchen, am Stellplatz mit App oder Mitgliedskarte öffnen. Der Schlüssel liegt meistens im Handschuhfach. Gute Fahrt!
Klimatipp Fenster Fensterläden Hauswand Ventilator
Geschlossene Jalousien oder Fensterläden lassen die Wärme draußen.

Es ist heiß! Wenn die Tagestemperaturen auf über 30 Grad Celsius klettern und noch nicht einmal die Nächte Linderung bringen, leiden viele Menschen. Schnell in den Baumarkt und eine kleine Klimaanlage holen? Keine gute Idee! Gerade die mobilen Klimageräte – Monoblocks genannt – sind wenig effizient. Läuft so ein Kühler beispielsweise an 30 Tagen je vier Stunden, verbraucht er knapp 300 Kilowattstunden Strom und emittiert über 100 Kilogramm CO2. Split-Klimaanlagen sind zwar effizienter, aber auch deutlich teurer und müssen fest installiert werden.

Doch auch ohne kostspielige Anschaffungen und hohen Stromverbrauch gibt es Möglichkeiten, die Wohnung zu kühlen. Das Grundprinzip dabei ist: heiße Luft möglichst draußen halten und jedes bisschen kühle Luft reinlassen. Deshalb sollten tagsüber sämtliche Fenster geschlossen bleiben und, so gut es geht, verdunkelt werden. Wenn keine Rollläden oder außenliegenden Jalousien vorhanden sind, können Rollos oder Vorhänge helfen. Diese schützen umso besser, je heller und glatter das Material ist. Für Dachfenster gibt es reflektierende Folien, die das Sonnenlicht zumindest teilweise abhalten.

Sobald dann am Abend ein kühles Lüftchen geht, heißen weit geöffnete Fenster und Türen die Abkühlung willkommen. Querlüften sorgt für einen effektiven Luftaustausch. Verdunstungskälte bringt ebenfalls Erfrischung, beispielsweise durch in die Fenster gehängte feuchte Tücher. Das lässt auch Tropennächte besser überstehen.

Ihre Abkühlungs-Tipps der Woche:

  • Computer, Fernseher und Co. heizen mit ihrer Wärmeabstrahlung die Raumluft auf. Schalten Sie alle nicht benötigten Geräte aus und vermeiden Sie Stand-By-Betrieb – nicht nur im Sommer!
  • Sie können vor lauter Hitze schlecht einschlafen? Eine mit kaltem Wasser gefüllte Bettflasche spendet wohltuende Kälte. Oder legen Sie versuchsweise den Schlafanzug oder das Bettlaken für eine halbe Stunde ins Gefrierfach.
  • Grün draußen – kühl drinnen! Zugegebenermaßen ist dies keine schnelle Lösung, aber Fassadenbegrünungen und Bäume vor dem Haus sorgen auch innen für ein angenehmeres Klima.
  • Übrigens: Eine gute Wärmedämmung schützt auch vor sommerlicher Hitze. Zu allen Fragen der energetischen Sanierung berät Sie die Stadt Lahr an jedem zweiten Donnerstag im Monat von 14:00 bis 18:00 Uhr.
  • Viele weitere Tipps für das richtige Verhalten bei Hitze gibt der Hitzeknigge.
Klimatipp Waschmaschine Schalter Wäsche waschen richtig gemacht
Für reine Wäsche reicht oft das effiziente eco-Programm.

Durchschnittlich zwölf Prozent des Wasserverbrauchs und fünf Prozent des Strombedarfs im Haushalt gehen auf Kosten der Waschmaschine. Dabei haben die individuellen Verbrauchswerte eine große Bandbreite. Einen wesentlichen Einfluss auf den Verbrauch hat die gewählte Waschtemperatur. So benötigt das 40-Grad-Programm rund 45 Prozent weniger Strom als die 60-Grad-Wäsche. Und auch bei 30 Grad werden mit modernen Waschmitteln die meisten Kleidungsstücke sauber. Energiesparprogramme laufen zwar länger, kommen aber mit weniger Wasser und Strom aus. Sogenannte Sparprogramme für nur halb befüllte Maschinen brauchen dagegen trotzdem 60 bis 85 Prozent an Wasser und Energie. Insofern empfiehlt es sich, mit voller Ladung zu waschen. Hier hilft die Faustregel, wenn zwischen Wäsche und oberer Waschtrommel noch eine Faust reinpasst, dann ist die Trommel gut gefüllt.

Zum anderen hat die Effizienz von Haushaltsgeräten in den letzten 20 Jahren einen großen Sprung gemacht. Daher gilt: Ist die Waschmaschine mehr als 15 Jahre alt, kann sich eine Neuanschaffung auch finanziell lohnen. Der Online-Waschrechner des Forums Waschen hilft bei der Kalkulation, ob ein Austausch sinnvoll ist.

Ein weiterer Faktor ist das Trocknen der Wäsche. Wo immer möglich sollte sie auf der Leine hängen, statt im Wäschetrockner herumgewirbelt zu werden. Das spart nicht nur enorm viel Strom, es schont auch die Wäsche, denn der Abrieb im Trockner ist gewaltig.

Ihre Waschmaschinen-Tipps der Woche:

  • Reinigen Sie Ihre Waschmaschine regelmäßig, wenn Sie mit niedrigen Temperaturen waschen. Ein 40-Grad-Durchlauf mit fünf Esslöffeln Natron im Waschmittelfach hilft gegen Bakterien und unangenehme Gerüche.
  • Bei der Waschmittelmenge ist auch die Wasserhärte zu berücksichtigen. Hart ist das Wasser (2,82 mmol/l) in der Lahrer Kernstadt, Langenwinkel, Mietersheim, Kippenheimweiler, Hugsweier und Sulz. Weich ist das Wasser (0,71 mmol/l) in Kuhbach und Reichenbach. Fünf Esslöffel Zitronensäure direkt in der Trommel beseitigt Kalkablagerungen.
  • Achten Sie bei einer Neuanschaffung auf das aktuelle EU-Effizienzlabel und auf eine zu Ihrem Haushalt passende Größe. Auch die Stadt Lahr hat in ihren Beschaffungsleitlinien festgelegt, dass mindestens die zweithöchste verfügbare EU-Energieeffizienzklasse erreicht werden muss.
  • Vermeiden Sie umweltschädliches Mikroplastik im Waschmittel. Übrigens: Die Lahrer Beschaffungsleitlinien verbieten Mikroplastik in Wasch- und Reinigungsmitteln für die Nutzung innerhalb der Stadtverwaltung.
verschiedene Varianten von Recyclingpapier auf einem Schreibtisch, dazu ein Füllfederhalter, ein Kugelschreiber aus Pappe und ein Bundstift
Gar nicht mehr grau!
Quelle: Stadt Lahr

Die Schule hat begonnen und den meisten Eltern flattert eine lange Liste zu beschaffender Materialien auf den Tisch. Ob liniert, kariert, mit Notenlinien, mit oder ohne Rand, Vokabelheft oder College-Block – fast alle Papierprodukte sind mittlerweile in Recyclingqualität erhältlich und oft nur wenig oder gar nicht teurer als die Frischfaservariante, die direkt aus Holz hergestellt wird.

Für den Klima- und Umweltschutz lohnt sich die Umstellung auf Recyclingpapier gleich auf mehreren Ebenen: So benötigt es in der Herstellung im Vergleich zu Frischfaserpapier nur die Hälfte an Energie. Noch größer ist die Wassereinsparung: Bis zu 85 Prozent der Wassermenge lassen sich einsparen! Zudem schont die Verwendung von Altpapier die Holzbestände und fördert so die Biodiversität – lokal und global, denn Holz für die Papierproduktion stammt oft aus intensiver Forst- und Plantagenwirtschaft.

Das sieht auch die Stadt Lahr so und nutzt schon seit 2007 für den gesamten Briefverkehr der Stadtverwaltung ausschließlich Recyclingpapier aus 100 Prozent Altpapier. Seit 2019 gilt dies für sämtliche Druckerzeugnisse, wie beispielsweise Berichte, Broschüren und Flyer.

Ihre Schulmaterial-Tipps der Woche:

  • Seien Sie kritisch bei Nachhaltigkeitssiegeln! Viele Papierprodukte schmücken sich mit dem FSC- oder PEFC-Siegel. Diese stehen für nachhaltige Forstwirtschaft und sind damit zwar schon ökologischer als „Egal-woher-Holzprodukte“. Aber auch nachhaltig geerntetes Holz hat einen wasser- und energieintensiven Prozess hinter sich, bis es zu Papier wird – Recyclingpapier ist definitiv die bessere Wahl.
  • Eine Sammelbestellung für die ganze Klasse kann Geld sparen und entlastet gestresste Eltern. Bringen Sie die Idee doch gleich beim ersten Elternabend ein.
  • Schauen Sie bei den Plastikprodukten für die Schule nach Alternativen. Papierumschläge für die Hefte gibt es in allen Farben und Größen. Statt Textmarkern aus Plastik sind Buntstifte zum Anspitzen die umweltfreundlichere Lösung. Beachten Sie dazu auch den Umwelttipp zu Umweltfreundlich in die Schule.
Hochwassergefahrenkarte auf der Internetseite des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Hochwassergefahrenkarte
Quelle: LUBW

Die globale Klimaerhitzung ist bereits deutlich zu spüren – auch in Lahr. Neben Hitzewellen und Dürreperioden bringt der Klimawandel vermehrt lokale Starkregenereignisse mit sich. Dabei können örtlich begrenzt innerhalb von ein bis zwei Stunden mehr als 100 Liter Wasser auf einen Quadratmeter niedergehen. Das ist ein Siebtel der durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge in Baden-Württemberg!

Solche Wassermassen können Böden und Kanalisation nicht aufnehmen. Auch in Gebieten, die nicht in unmittelbarer Nähe von Flüssen und Bächen liegen, kann es zu Überschwemmungen und Sturzfluten kommen. Besonders gefährdet sind Grundstücke am Hang, in einer Mulde oder im Tal. Das Land stellt Hochwassergefahrenkarten bereit, die das Überflutungsrisiko für Lahr und Umgebung darstellen. Hier kann – und sollte! – sich jede:r Bürger:in über das persönliche Risiko informieren.

Die Stadt Lahr tut mittels Bauleitplanung, technischen Schutzmaßnahmen und Katastrophenschutz das ihre, um auf solche, in Zukunft voraussichtlich häufiger auftretenden Ereignisse vorbereitet zu sein. Doch Hochwasserschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe und daher finden die Lahrer Bürger:innen auf der städtischen Webseite eine Reihe von wichtigen Maßnahmen zur Eigenvorsorge.

Liegt ihr Haus oder ihre Wohnung in einer kritischen Zone?

  • Machen Sie Ihr Gebäude sicher! Mauern, Erdwälle oder hochwasserbeständige Türen und Fenster verhindern, dass Wasser von außen eindringen kann. Rückstauklappen und Hebeanlagen vermeiden einen Wassereintritt aus der Kanalisation.
  • Schützen Sie sich und Ihre Lieben! Stellen Sie einen privaten Notfallplan auf. Eine Mustervorlage dafür finden Sie hier.
  • Überprüfen Sie Ihren Versicherungsschutz. Eine Elementarversicherung umfasst auch Schäden durch Hochwasser und Starkregen. Sie kann in der Hausratversicherung enthalten sein, muss es aber nicht.
  • Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Stadt Lahr oder auf www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de
Klimatipp Heizungspumpe
Die Heizungspumpe, neben der eigentlichen Heizanlage meist unscheinbar, aber trotzdem wichtig für die Energieeffizienz.

Ein Stromverbraucher, den die meisten gar nicht im Blick haben, ist die Heizungspumpe, auch Umwälzpumpe genannt. Unscheinbar verrichtet sie im Keller versteckt ihren Dienst, pumpt das heiße Wasser vom Heizkessel zu den Heizkörpern und wieder zurück – und frisst dabei oftmals enorm viel Strom.

400 bis 600 Kilowattstunden (kWh) jährlich verbraucht ein älteres Modell für die Versorgung eines Einfamilienhauses. Eine moderne, effiziente Heizungspumpe kommt dagegen mit nur 50 bis 100 kWh aus. Beim aktuellen Strompreis von rund 32 Cent pro kWh lassen sich durch einen einfachen Tausch jährlich über 100 Euro sparen.

Dabei ist die Aktion schnell über die Bühne gebracht und kostet nicht viel: Fachpersonen brauchen für den Pumpentausch lediglich ein bis zwei Stunden, inklusive Material fallen zwischen 300 und 400 Euro an. Somit amortisiert sich die Maßnahme schon innerhalb von drei Jahren.

Übrigens: Wenn die Heizungsfachleute ohnehin schon im Haus sind, lohnt es sich fast immer auch, einen hydraulischen Abgleich machen zu lassen. Der stimmt die Leistung der verschiedenen Komponenten des Heizsystems optimal aufeinander ab. Das spart Brennstoffkosten und sorgt für ein verbessertes Raumklima.

Ihre Heizungs-Tipps der Woche:

  • Sie wollen wissen, ob Sie einen echten Stromfresser im Keller haben und sich der Austausch bei Ihnen lohnt? Machen Sie den PumpenCheck der Stadt Lahr
  • Nutzen Sie die Fördermittel: Je 20 Prozent gibt es für Pumpentausch und hydraulischen Abgleich bei BAFA und KfW
  • Auch als Mieterin oder Mieter können Sie etwas tun: Machen Sie den PumpenCheck und fordern Sie Vermieter oder Vermieterin zum Pumpentausch auf. Damit sparen Sie auch bei den Nebenkosten.

Der Löwenanteil am Stromverbrauch in Privathaushalten geht mit 33 Prozent auf das Konto von Großgeräten, wie Kühlschrank, Wasch- und Spülmaschine, mit 28 Prozent auf Unterhaltungselektronik sowie 13 Prozent Beleuchtung. Aber auch der Energiekonsum von Kaffeemaschine, Staubsauger, Föhn und elektrischer Zahnbürste läppert sich ordentlich zusammen. 17 Prozent des Haushaltsstroms entfallen auf „Sonstiges“. Hier ist also durchaus Sparpotenzial vorhanden.


Je höher die Leistung der Geräte, desto höher auch der Verbrauch. Ein Gerät mit 1.000 Watt Leistung verbraucht eine Kilowattstunde pro Stunde im Betrieb. Doch mehr elektrische Power bedeutet nicht, dass die gewünschte Dienstleistung besser ist. Beispiel Staubsauger: Die Saugleistung – also die Reinigungswirkung – ist nicht notwendigerweise von der Wattzahl abhängig. 600 Watt Leistung reichen völlig aus. Stromsparend ist es zudem, regelmäßig die Filter zu wechseln und die Rohre zu reinigen.
Beispiel Kaffee kochen: Herkömmliche Filterkaffeemaschinen ziehen 1.000 Watt Leistung, Kaffeevollautomaten oft 1.500 Watt oder mehr. Entscheidend ist hier jedoch auch die Betriebsdauer, denn Standby verbraucht viel Energie. Am sparsamsten sind übrigens die klassische French-Press oder das italienische Espressokännchen für den Herd.

Ihre Stromspar-Tipps der Woche:

  • Halten Sie Kaffee stromsparend in der Thermoskanne warm – so behält er auch mehr Aroma als auf der Warmhalteplatte der Kaffeemaschine.
  • Entkalken Sie Ihre Geräte wie Wasserkocher oder Kaffeemaschine regelmäßig, denn Kalkablagerungen erhöhen den Stromverbrauch und führen letztendlich zu Schäden. Mit Essigessenz oder Zitronensäure geht das auch mit natürlichen Mitteln..
  • Ist Ihr Stromverbrauch zu hoch? Beim StromCheck der Stadt Lahr können Sie es herausfinden und bekommen weitere Stromspar-Tipps.
  • Wo stecken die Stromfresser in Ihrem Haushalt? Testen Sie es mit einem Strommessgerät. Ausleihen können Sie ein solches bei der Mediathek Lahr.

Durchschnittlich 850 Kilogramm Kohlendioxid pro Jahr verursachen digitale Aktivitäten pro Person in Deutschland. Darin sind sowohl die Energie zur Herstellung der Geräte, deren Stromverbrauch während der Nutzung als auch die Dienstleistungen von Rechenzentren und Netzwerken enthalten.

Ein gar nicht so kleiner Anteil der Emissionen entsteht dabei nicht im eigenen Haushalt, sondern bei den Anbietern: 26 Kilogramm CO2 sind es für Suchanfragen, 62 Kilo emittiert das Videostreaming und stattliche 213 Kilo verursachen die Rechenzentren in Deutschland jährlich pro Internetnutzer:in. Mobile Daten haben dabei einen höheren Energieverbrauch als die stationäre Datenübertragung per LAN oder WLAN. Wenn es möglich ist, sollte man also diese vorziehen.

Mit insgesamt 346 Kilogramm Emissionen schlägt die Herstellung der Endgeräte – vom Fernseher bis zur Sprachassistentin – noch deutlich stärker zu Buche. Daher sollte sämtliche Hardware so lange wie möglich in Betrieb bleiben. Beim Neukauf weist das EU-Energielabel auf die Effizienz hin. Auch in der Lahrer Stadtverwaltung müssen alle Geräte mindestens die zweithöchste Stufe (derzeit B) haben.

Ihre Digital-Tipps der Woche:

  • Wählen Sie Ihren E-Mail- oder Mobilfunk-Anbieter und Ihren Internetbrowser nach ökologischen Gesichtspunkten. Oft paart sich dabei ökologische Nachhaltigkeit mit Datensicherheit! (z. B. Posteo, Ecosia, WeTell …)
  • Schalten Sie den Router aus, wenn Sie nicht online sind. Falls Ihr Festnetztelefon mit dranhängt, können Sie bei vielen Geräten separat das WLAN deaktivieren und so Strom sparen.
  • Reduzieren Sie Ihr Datenvolumen, beispielsweise indem Sie Links versenden statt großer Anhänge, selten gelesene Newsletter abbestellen, inaktive Accounts löschen oder beim Video-Streaming die Auflösung verringern.
Klimatipp Thermostat Heizung
Stufe 2,5 am Thermostat reicht für Schlafzimmer und Küche

Rund 70 Prozent des Energieverbrauchs im Privathaushalt gehen auf das Konto der Heizung. Gerade Mieter:innen haben wenig Einfluss auf den Effizienzstandard ihres Hauses, doch auch mit einfachen Maßnahmen lassen sich Kosten sparen und klimaschädliche Emissionen vermeiden.

Die Faustregel besagt, dass jedes Grad weniger an Raumtemperatur sechs Prozent Heizenergie spart. Für Schlafzimmer und Küche sind 18 °C völlig ausreichend, das entspricht Stufe 2,5 am Thermostatventil. Im Wohnzimmer können es dann schon 20 °C sein (Stufe 3). Mit einem warmen Pulli oder einer kuscheligen Decke auf der Couch lässt sich das gut aushalten. Wer nachts die Raumtemperatur absenkt, kann noch weiter sparen. Auch bei Abwesenheit tagsüber lohnt es sich, die Heizung runterzudrehen, z. B. auf Stufe 1 oder 2 (12 – 16 °C). Automatisch geht dies mit elektronischen bzw. programmierbaren Thermostaten.

Wichtig ist es – vor allem bei Raumtemperaturen unter 17 °C – die Luftfeuchtigkeit im Blick zu haben, um Schimmelbildung zu verhindern. Regelmäßiges Stoßlüften mit weit offenen Fenstern lässt trockene, sauerstoffreiche Außenluft rein. Zwei Mal täglich je fünf Minuten sollten ausreichen, ein Hygrometer zeigt Temperatur und Luftfeuchtigkeit an und hilft so bei der Kontrolle.

Ihre Heizungs-Tipps der Woche:

  • Machen Sie Ihre Fenster und Türen dicht, beispielsweise mit Profildichtungsband aus dem Baumarkt.
  • Lassen Sie bei Einbruch der Dunkelheit die Rollläden runter, so verringern Sie Wärmeverluste durch die Fenster. • Lassen Sie die Wärme frei zirkulieren. Dicke Vorhänge oder Möbelstücke vor den Heizkörpern verhindern, dass sich die Heizungswärme im Raum ausbreiten kann. Das erhöht den Energieverbrauch, ohne dass die Wohnung richtig warm wird.
  • Voll aufgedrehte Thermostatventile heizen das Zimmer nicht schneller auf! Sie benötigen nur mehr Energie, denn sie peilen die Zieltemperatur an (z. B. Stufe 5 entspricht 28 Grad).
  • Schon gewusst? Auch in der Lahrer Stadtverwaltung gibt es Energiesparregeln für die Mitarbeitenden. Für Büroräume gilt seit der Energieeinsparverordnung eine Richttemperatur von 19 °C.
Klimatipp Machen Sie Ihr Rad fit für den Winter Fahrräder vor einer Hauswand
Machen Sie Ihr Rad fit für den Winter

Auch wenn der kalendarische Winteranfang erst am 21. Dezember ist – schon jetzt ist es draußen häufig dunkel, nass und kalt. Dennoch sollte dies kein Grund sein, das Fahrrad bis zum Frühling einzumotten, denn mit der richtigen Ausrüstung lassen sich auch im Herbst und Winter viele Strecken gut per Velo zurücklegen. Zudem trainiert regelmäßige Bewegung an der frischen Luft das Immunsystem, schützt so vor Infektionskrankheiten und macht den Kopf frei.

Um Mensch und Gefährt fit für die Winter-Challenge zu machen, bedarf es nur weniger, meist kostengünstiger Wartungsarbeiten am Fahrrad selbst (siehe Tipps). Mit etwas höheren Investitionen ist die Anschaffung wetterfester Kleidung verbunden. Regenjacke und -hose, Handschuhe (am besten mehrere unterschiedlich dicke Paare für verschiedene Temperaturlevel) und gegebenenfalls Schuhüberzieher halten dafür etliche Jahre und sind auch für andere Outdoor-Aktivitäten einsetzbar.

Noch wichtiger als in den Sommermonaten ist eine gute Beleuchtung. Ein Nabendynamo funktioniert zuverlässig bei Nässe, verlangt keinen zusätzlichen Kraftaufwand und kann nicht, wie batteriebetriebene Leuchten, zu Hause vergessen werden. Mit Reflektoren an Speichen, Pedalen und an der Kleidung sind Radler/innen bei Dunkelheit gut sichtbar.

Ihre Fahrrad-Tipps der Woche:

  • Schützen Sie Ihre Kette! Nässe und Streusalz greifen Kette und Ritzel an. Regelmäßig mit einem guten Kettenöl gepflegt, kommen Sie gut über den Winter.
  • Halten Sie bewegliche Teile beweglich! Für Schalt- und Bremszüge, Umwerfer und auch für das Fahrradschloss eignet sich dagegen Kriechöl, dass auch in feine Ritzen eindringen kann und wasserabweisend ist. So friert nichts mehr fest.
  • Winterreifen fürs Fahrrad? Ein normales Profil ist völlig ausreichend, Reifen mit Spikes nutzen allenfalls an den äußerst seltenen, sehr vereisten Tagen und erhöhen ansonsten den Rollwiderstand, das Treten wird also anstrengender.
  • Im Trockenen parken? Am Lahrer Bahnhof gibt es 190 abschließbare Fahrradboxen. Über unser Online-Formular können Sie sich zur Anmietung anmelden.
Klimatipp Kühlschrank Wann es sich ökologisch und ökonomisch lohnt
Dieser Kühlschrank von 1930/40 lief in Lahr bis 2009 und wurde dann endlich ausgemustert.
Quelle: Stadt Lahr

In Sachen Energieeffizienz hat sich in den letzten Jahrzehnten dank immer strengerer Vorgaben durch die EU enorm viel getan. Ein Vergleich zwischen Kühl- und Gefriergeräten von 1990 bis 2020 zeigt, dass die neuen Modelle 60 bis 70 Prozent weniger Energie verbrauchen. Hinzu kommt, dass Alterungsprozesse, wie spröde werdende Dichtungen, verstaubte Kühlgitter oder nachlassende Dämmwirkung wegen Materialermüdung, den Stromverbrauch deutlich erhöhen.

Insofern kann es sich sowohl finanziell als auch aus Klimaschutzgründen durchaus lohnen, einen noch funktionierenden Kühlschrank in den Ruhestand zu schicken. Wirtschaftlich rechnet sich eine Neuanschaffung, wenn die jährlich gesparten Stromkosten die Anschaffungskosten innerhalb von maximal zehn Jahren wieder eingespielt haben. Bei steigenden Strompreisen sind die Anschaffungskosten noch schneller ausgeglichen.

Durchschnittlich ist bei einem 15 Jahre alten Gerät eine Neuanschaffung zu empfehlen. Dann stimmt auch die ökologische Bilanz unter Berücksichtigung der Emissionen und Ressourcen zur Herstellung des Neugerätes. Wer allerdings bei der Anschaffung schon vor mehr als 15 Jahren auf Effizienz gesetzt und einen A+++-Kühlschrank gekauft hat, kann ihn meist noch ein paar Jahre nutzen und ihn gegebenenfalls reparieren lassen, bevor ein Austausch lohnt.

Ihre Kühlschrank-Tipps der Woche:

  • Wie effizient ist Ihr Altgerät? Abhängig davon entscheidet sich, ob eine Neuanschaffung finanziell oder aus Umweltsicht sinnvoll ist. Beim KühlCheck der Stadt Lahr können Sie das nach Stromkosten, CO2-Emissionen und Vollkosten differenziert prüfen.
  • Für einkommensschwache Haushalte mit dem Lahr-Pass gibt es die KühlCheck-Prämie. Damit kostet Sie Ihr neuer effizienter Kühlschrank nur 50 bzw. 80 Euro.
  • Wählen Sie Ihr Neugerät passend zu Ihrem Bedarf. Für Singles und Paare reichen normalerweise 100 bis 150 Liter Nutzinhalt als Basis plus 50 Liter für jede weitere Person im Haushalt.
Klimatipp Stromsparcheck Caritas Logo
Logo mit Stromstecker des Stromspar-Checks.
Quelle: Deutscher Caritasverband e. V.

Derzeit explodieren die Energiekosten regelrecht. Besonders belastend ist dies natürlich für Haushalte mit geringem Einkommen. Da stehen manche vor der existenziellen Frage: kochen oder heizen? Die gute Nachricht: Fast immer gibt es Energieeinsparpotenziale – bis zu 300 Euro jährlich könnten viele Haushalte einsparen. Gleichzeitig trägt jede eingesparte Kilowattstunde zum Klimaschutz bei.

Hier setzt das Projekt Stromspar-Check an: Alle, die Arbeitslosengeld II (ab Januar 2023 Bürgergeld), Sozialhilfe, Grundsicherung, Wohngeld, Kinderzuschlag oder eine geringe Rente beziehen, können eine kostenlose Energiesparberatung in der eigenen Wohnung in Anspruch nehmen. Speziell geschulte Stromsparhelfer:innen kommen ins Haus und überprüfen vor Ort die Verbräuche, identifizieren die Stromfresser und geben praktische Tipps. Auch den Wasser- und Wärmeverbrauch nehmen sie in den Blick.

Bei einem zweiten Besuch bringen die Stromsparhelfer:innen ein Starterset mit Energiesparartikeln mit. Das sind LED-Lampen, abschaltbare Steckerleisten, Zeitschaltuhren, wassersparende Duschköpfe oder Perlatoren für den Wasserhahn, die sie auf Wunsch sogar direkt montieren. Und das Energiesparen kann sofort losgehen! Nach einem Jahr ist ein dritter, ebenfalls kostenloser Besuch möglich, um zu überprüfen, wie viel gespart werden konnte. Und vielleicht finden sich dann ja noch weitere Möglichkeiten, wertvolle Energie und bares Geld zu sparen.

Ihre Beratungs-Tipps der Woche:

  • Vereinbaren Sie einen Termin! In Lahr wird der kostenlose Stromspar-Check von Neue Arbeit Lahr organisiert. Kontaktieren Sie Herrn Achim Appel unter 07681 – 90 89 278 oder appel@neuearbeitlahr.de (wieder erreichbar ab 9. Januar 2023).
  • Übrigens: Der Stromspar-Check ist Voraussetzung für die Kühlschrank-Prämie - siehe auch den Lahrer Klima-Tipp „Wann es sich ökologisch und ökonomisch lohnt – Kühlschrank läuft noch – trotzdem ersetzen?“.
  • Sie beziehen keine Sozialleistungen und möchten trotzdem eine Energieberatung? Die Ortenauer Energieagentur bietet in Kooperation mit der Stadt Lahr eine Reihe von Beratungsleistungen an, darunter auch den kostenlosen Basis-Check. Vereinbaren Sie einen Termin unter 0781/ 924 61 90 oder info@ortenauer-energieagentur.de.

Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet? Weniger Alkohol, mehr Sport, gesündere Ernährung und dabei auch noch etwas für den Klimaschutz tun? (Nicht nur) bei den letzteren beiden kann man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn der übermäßige Verzehr tierischer Produkte ist nicht nur ungesund, sondern auch mit hohen CO2-Emissionen verbunden. Während durch eine fleischlastige Ernährungsweise jährlich rund zwei Tonnen Treibhausgase pro Person entstehen, verursacht ein Vegetarier nur 1.160 Kilogramm, ein Veganer sogar nur 940 Kilo. Zudem verbraucht die Fleischproduktion im Vergleich zum Pflanzenanbau deutlich mehr Wasser und beansprucht ein Vielfaches an landwirtschaftlichen Flächen. Schließlich muss jede pflanzliche Kalorie zunächst einmal von dem jeweiligen Nutztier verstoffwechselt werden, bevor Fleisch, Milch oder Eier entstehen.

Gleichzeitig empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, den Fleischverzehr deutlich zu reduzieren. 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst sollten es wöchentlich maximal sein. Insofern ist ein neugieriges Herantasten an die pflanzliche Küche gleich auf mehreren Ebenen sinnvoll. Eine gute Einstiegsmöglichkeit bietet die VHS Lahr mit einer Reihe von Kochkursen, beispielsweise „Gesunder Start ins neue Jahr“ oder „Vegetarische indische Küche“.

Dabei gilt wie bei so vielen guten Vorsätzen: Wer zu streng zu sich ist, hält oft nicht lange durch. Pragmatisch Denkende gehen eher nach dem Motto „As vegan as possible“ vor. Genussvoll die Vielfalt vegetarischer und veganer Ernährung zu erkunden und sich hin und wieder eine Currywurst oder ein Steak zu gönnen, hilft Klima und Gesundheit mehr als ein asketischer Ansatz, der nach einer Woche schon entnervt aufgegeben wird.

Ihre Veggie-Tipps der Woche:

  • Hilfe im Netz: Die Kampagne Veganuary bietet 31 Tage lang Unterstützung mit kulinarischen Ideen, Tipps, einem Newsletter und vielem mehr.
  • Gemeinsam macht es mehr Spaß! Probieren Sie mit Freundinnen und Freunden und der Familie neue Gerichte aus. Viele Supermärkte springen auf den Veganuary-Trend auf und bieten ihrerseits Rezeptvorschläge an.
  • Es muss nicht immer die Tofu-Wurst sein. Hülsenfrüchte wie Linsen, Kichererbsen, weiße Bohnen und Co. spenden wertvolles Eiweiß und kommen als Eintopf, Bratling, Curry oder Brotaufstrich in großer Vielfalt daher.
Klimatipp Elektroauto Carharing Lahr
Elektroauto

Weniger Förderung, teurer Strom – lohnt es sich überhaupt, ein Elektroauto anzuschaffen? Und wie groß ist der Beitrag zum Klimaschutz?

Seit dem 01. Januar 2023 ist die Bundesförderung für E-Autos auf 4500 Euro (bis 40 000 Euro Nettolistenpreis) gesunken. Für teurere Fahrzeuge liegt der Zuschuss nur noch bei 3000 Euro und Hybrid-Modelle sind nun aus der Förderung herausgefallen. Die geringeren Prämien spiegeln die veränderten Marktbedingungen wider, denn die Preise für Elektrofahrzeuge nähern sich denen von Verbrennern an.

Elektrisch tanken ist allerdings deutlich teurer geworden. Nach aktuellen Berechnungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland fallen beim „Unterwegs-Laden“ Kosten zwischen 10,58 Euro und 17,06 Euro für 100 Kilometer an. Lädt man vorwiegend zu Hause mit Haushaltsstrom, kommt man auf 9,28 Euro. Mit einem durchschnittlich „sprithungrigen” Verbrenner sind es derzeit immerhin 13,40 Euro für dieselbe Strecke. Ergo: Nur das allerteuerste E-Laden kostet mehr als fossiler Sprit von der Tankstelle.

Und es gibt weitere gute Argumente für den Umstieg: E-Autos sind bis zum 31. Dezember 2030 von der KFZ-Steuer befreit. Sie sind auch weniger wartungsaufwendig, denn sie haben weder Zündkerzen noch Auspuffanlage. Auch Kühler, Zahnriemen, Öl- und Kraftstofffilter sind nicht vorhanden und müssen somit auch nicht gewartet werden, was langfristig Kosten spart.

Doch was ist mit dem Umwelteffekt? Keine stinkenden Auspuffgase mehr: Hier punktet das Elektroauto definitiv – gerade für die Anwohner:innen an vielbefahrenen Straßen. Inwieweit elektrisches Fahren allerdings zum Klimaschutz beiträgt, hängt letztendlich davon ab, ob mit Ökostrom getankt wird oder ob der genutzte Strom durch fossile Energieträger erzeugt wurde. Wer zu Hause oder bei der Arbeit Solarstrom vom eigenen Dach tanken kann, ist auf der sicheren Seite und vermeidet fast komplett klimaschädliche Treibhausgase (siehe Tipps).

Die Stadt Lahr unterstützt Elektromobilität durch unterschiedliche Aktionen und ist selbst Vorbild. Beispielsweise dürfen Sie bis 2025 Elektroautos in Lahr für drei Stunden kostenlos auf Parkplätzen mit Parkscheinautomat parken. Zudem hat der Gemeinderat beschlossen, dass die PKW des städtischen Fuhrparks auf Elektrofahrzeuge schrittweise umgestellt und somit bei Neubeschaffung die klimafreundlicheren Fahrzeuge bestellt werden. Zudem gibt es ein E-Carsharing-Fahrzeug, dass die städtischen Mitarbeiter:innen nutzen können.

Ihre E-Mobil-Tipps der Woche:

  • Probieren Sie das elektrische Fahrgefühl doch einfach mal selber aus. Die Verkehrswacht BW stellt 44 Testfahrzeuge kostenlos zur Verfügung: www.eauto-ausprobieren.de
  • Sonderförderung für Ihr E-Mobil plus PV-Anlage: Das Land Baden-Württember bezuschusst diese besonders nachhaltige Verbindung mit bis zu 1.000,00 Euro für das Elektroauto und bis zu 500 Euro für die Wallbox mit dem BW-e-Solar-Gutschein.

Erkundigen Sie sich, wie viele Stromtankstellen es schon gibt, beispielsweise auf www.lemnet.org. In Lahr gibt es schon 16 öffentliche Ladestellen und es werden stetig mehr.

Klimatipp Fussabdruck Handabdruck
Vom Fußabdruck zum Handabdruck.

Weithin bekannt ist der CO2-Fußabdruck. Anhand von Daten zu Energieverbrauch, Mobilitätsverhalten und Konsum lässt sich ausrechnen, wie viele Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase eine Person jährlich ausstößt. Spielt man mit den Parametern, wird schnell ersichtlich, wo die relevanten Stellschrauben sind, um das eigene Verhalten klimafreundlicher zu gestalten.

Neu hinzugekommen ist die Idee des Handabdrucks. Dieser setzt den Fokus auf die Auswirkungen des eigenen Handelns, die den Klimaschutz unterstützen. Statt auf klimaschädliche Gewohnheiten zu verzichten und so den Fußabdruck zu verkleinern, geht es beim Handabdruck darum, ihn durch klimafreundliche Handlungen zu vergrößern und somit einen positiven Anreiz für mehr Klimaschutz zu setzen. Das Feld der Möglichkeiten ist weit: Manche sind durch ihren nachhaltigen Lebensstil Inspiration im Freundeskreis, im Verein oder auf der Arbeit. Anderen liegt politisches Engagement für den Klimaschutz mehr oder sie wählen einen Beruf, der zur Nachhaltigkeit beiträgt. Auch nachhaltige Investitionen vergrößern den Handabdruck und helfen dabei, klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. Im CO2-Rechner des Umweltbundesamtes findet sich der Handabdruckprint unter „Mein CO2-Szenario“ bei dem Punkt „Vermeidung von Emissionen bei anderen“.

Auch die Stadt Lahr ist klimaaktiv: Neben der kontinuierlichen Arbeit daran, den städtischen CO2-Ausstoß zu mindern, versuchen Stadtverwaltung und Politik mit einer Vielzahl von Beratungs- und Informationsangeboten die Bürgerinnen und Bürger zu klimafreundlichem Handeln zu motivieren. So gibt es beispielsweise im Frühjahr 2023 gemeinsam mit der VHS Lahr das Kursangebot „klimafit“ für die, die sich mehr mit dem Thema Klimaschutz und -anpassung auseinandersetzen möchten und wissen wollen, wie man aktiv werden kann.

Ihre Handabdruck-Tipps der Woche:

  • Jede und jeder Einzelne macht einen Unterschied! Fragen Sie sich: Wo kann ich meinen Einfluss für das Klima nutzen?
  • Investieren Sie nachhaltig, falls Sie die Möglichkeit dazu haben: beispielsweise in Anteile bei einer Energiegenossenschaft, in einen wirklich grünen und nicht nur grün-gewaschenen Fonds oder in eine eigene Solaranlage.
  • Inspirieren Sie andere nach dem Motto „Vorleben statt Missionieren“. Denn ein nachhaltiger Lebensstil ist häufig mit einem echten Mehrwert an Lebensfreude verbunden. Die Botschaft: Klimaschutz macht Spaß!