Blick über Lahr zum Schutterlindenberg

Übersicht

Stadtentwicklung umfasst insgesamt alle Überlegungen zu langfristigen Zielsetzungen für wirtschaftliche, kulturelle und soziale Einrichtungen, Stadtplanung und Landschaftspflege.

Allgemein gilt der Grundsatz, dass sie den Menschen in einer Stadt ein Optimum an Entwicklungschancen bietet, möglichst gute Wohn-, Arbeits-, Bildungs- und Wirtschaftsbedingungen schafft und die natürlichen Lebensgrundlagen schützt beziehungsweise entwickelt. Erweitert um den Begriff der Nachhaltigkeit bedeutet dies, dass soziale, wirtschaftliche und ökologische Funktionen auch für kommende Generationen zu bewahren sind.

Im engeren (hier verwendeten) Sinn wird Stadtentwicklung häufig auf stadtplanerische Aufgabenstellungen bezogen, mit Themenbereichen wie Baulandentwicklung, Verkehrsplanung, Gestaltung, Sanierung oder Denkmalschutz.

In Lahr existiert bislang kein umfassender Stadtentwicklungsplan. Teilweise übernimmt der Flächennutzungsplan diese Funktion, teilweise räumlich oder thematisch begrenzte Konzepte wie der Rahmenplan Innenstadt, Dorfentwicklungspläne für die Stadtteile, Bebauungspläne, das Verkehrskonzept, das Rad- und Fußwegekonzept, das Parkraumkonzept, der Masterplan zum Thema Konversion und natürlich die Planungen zur Landesgartenschau 2018.

2021 soll ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet werden, das die unterschiedlichen Themenbereiche gemeinsam betrachtet.

Als Zukunftsleitlinie für Lahr gilt das im Oktober 2000 einstimmig vom Gemeinderat beschlossene und zwischenzeitlich in verschiedenen Klausurtagungen weiter konkretisierte "Ersteiner Papier" mit zentralen Zielaussagen zur Stadtentwicklung. Aus diesen lassen sich konkrete Einzelprojekte ableiten, die in den vergangenen Jahren verwirklicht wurden oder noch zu verwirklichen sind.

Zentrales Großvorhaben seit ca. 2010 war die Landesgartenschau 2018 mit ihren zahlreichen „Begleitprojekten“ wie Sanierung des Bahnhofes mit Vorplatz und ZOB, Stadtmuseum Tonofenfabrik, Kita im Mauerfeld oder Mehrzweckhalle im neuen Bürgerpark.

Beispiele für zuvor umgesetzte größere Maßnahmen sind die Sanierungsgebiete Innenstadt Süd-West, Albert-Schweitzer-Straße, Kasernenareal, Altstadtquartier 6, nördliche Altstadt, Kanadaring, die Umgestaltung bzw. Erneuerung von Marktstraße, Kirchstraße, Urteilsplatz, Kaiserstraße, Friedrichstraße, Rappentorgasse, Vorderer Mauergasse, Dinglinger-Tor-Straße, Brestenbergstraße, der Innenstadtumfahrung inklusive Friedrich-Ebert-Platz, die Gestaltung von Sandbachstraße, Im Bühl, Heitergaß, Uhlsbergstraße, Ortsmitte in Sulz, Lindenstraße, Ludwig-Huber-Platz und Wylerter Hauptstraße in Kippenheimweiler, Heerstraße und Hugsweierer Kirchstraße, David-Schieni-Straße in Hugsweier, Schutterstraße, Gereutertalstraße in Reichenbach, Ortsmitte mit Bürgerhaus in Mietersheim, Gehwege entlang der Kuhbacher Hauptstraße, die Schaffung mehrerer Kreisverkehrsplätze, Radwege oder zahlreiche Baugebiete in der Kernstadt (insbesondere Hosenmatten II) und den Stadtteilen.

Durch den überdurchschnittlich hohen Einwohner- und Arbeitsplatzzuwachs steht aktuell beziehungsweise in den nächsten Jahren die Bereitstellung neuer Gewerbe- und Wohnbauflächen im Vordergrund, ganz überwiegend im Rahmen der Innenentwicklung. Beispiele sind die weitere Entwicklung des Flughafengeländes, des Neuen Quartiers Lahr-West (Flugplatzstraße), des Quartiers am Stadtpark, größere Wohnbebauungen in der Willy-Brandt-Straße, der Lotzbeckstraße, der Tramplerstraße, am Hohbergweg, in der Kuhbacher Ortsmitte.

Bei diesen Projekten war für die Stadt ein gleichbleibend hohes Qualitätsniveau stets wichtig. Dafür erhielt Lahr zahlreiche überregionale Preise und Anerkennungen. Die wichtigsten Maßnahmen aus den Jahren 2000 bis 2010 sind in der Broschüre "Stadt-Platz-Raum" zusammengestellt.

Eine Orientierung über weitere künftige Leitlinien und Einzelvorhaben wird das ab 2021 zu erarbeitende Integrierte Stadtentwicklungskonzept geben.