Boden horizontal aufgeschnitten. Oben mit Gras, unten Erde

Allgemeines über Boden

Boden ist der Teil der belebten Schicht der Erdrinde, die dem unverwittertem Gestein aufliegt. Boden besteht aus Mineralien und organischen Stoffen und enthält in seinen Hohlräumen Bodenwasser und Bodenluft. Der Boden ist Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tier und Pflanzen. Zugleich prägt der Boden Natur und Landschaft und ist Archiv der Natur- und Kulturgeschichte.

Der Boden erfüllt zahlreiche ökologische und ökonomische Funktionen und wird vielfältig genutzt. Als Ressource dient er als Standort für Siedlungen, Gewerbe- oder Industriebetriebe, als land- oder forstwirtschaftliche Nutzfläche oder als Verkehrsfläche. Gleichzeitig erbringt der Boden bedeutende Leistungen für einen ausgeglichenen Naturhaushalt, etwa durch den Abbau und die Filterung von Schadstoffen oder die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Vor allem aber ist der Boden Lebensraum für viele Tier und Mikroorganismen und Grundlage für das Wachstum von Pflanzen. Boden ist ein so gut wie nicht vermehrbares Gut. Schäden, die dem Naturhaushalt durch Bodenfunktionsverluste entstehen, wiegen besonders schwer. Die Aufgabe des kommunalen Bodenschutzes ist es, den Boden langfristig als Lebensgrundlage und Lebensraum mit seinen unterschiedlichen Potentialen und Funktionen zu erhalten, zu schützen und zu entwickeln.

Lahr liegt im Übergangsbereich vom Schwarzwald über die Vorbergzone zur Rheinebene mit unterschiedlichem geologischem Untergrund. Durch Bodenbildungsprozesse haben sich daraus die Bodentypen (Para-)braunerden, Pararendzinen, Auenboden und Gleye und deren Abwandlungen gebildet. Im besiedelten und bebauten Bereich der Stadt sind die meisten Böden nachhaltig beeinflusst und verändert worden (Bodenzustandsbericht Ortenaukreis 2013).

Bodenverunreinigungen entstehen durch Stoffe, die durch die Lebens- und Wirtschaftsweise des Menschen aus Landwirtschaft, Industrie, Gewerbe, Siedlung und Verkehr in den Boden gelangen. Eine besondere Art der Bodenbelastung sind Altlasten. Bodenrichtwerte sind die durchschnittlichen Lagewerte in Euro pro Quadratmeter für unbebaute Flächen. Für im Wesentlichen gleichartige Lage-, Nutzungs- und Wertverhältnisse werden Richtwertzonen gebildet, die in der Bodenrichtwertkarte dargestellt werden. Die Bodenrichtwerte werden für die steuerliche Bewertung benutzt und geben Informationen zu der Lage des Immobilienmarktes. Die Ermittlung der Bodenrichtwerte erfolgt in zweijährigem Rhythmus durch den Gutachterausschuss der Stadt Lahr (aktuelle Öffentliche Bekanntmachung).

Der Oberrheingraben ist eine geologische Schwächezone, an der häufiger – meist schwächere – Erdbeben auftreten. Informationen zu aktuellen Erdbeben hat der Landeserdbebendienst Baden-Württemberg. Die Situation des Bodens in Deutschland können Sie den Umweltdaten Deutschland entnehmen. Speziell für das Land Baden-Württemberg geben die Umweltdaten 2018 Auskunft.