Blick über Lahr

Städtischer Verkehr

Ziel einer ganzheitlichen Verkehrsplanung ist es, die Belange aller Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen. Dies gilt insbesondere im städtischen Verkehr, wo die Wege auf unterschiedliche Art und Weise zurückgelegt werden.

Dabei haben sowohl Autofahrer als auch Radfahrer und Fußgänger eins gemeinsam, nämlich den Wunsch, sicher, schnell und komfortabel ans Ziel zu gelangen. Im städtischen Verkehr steht aber nicht nur der fließende Verkehr im Vordergrund, sondern auch der ruhende Verkehr (Parkplätze für Autos, motorisierte Zweiräder und Fahrräder). In den vergangenen Jahren wurden mehrere Konzepte erarbeitet und vom Gemeinderat beschlossen, die sich mit der Verkehrsinfrastruktur für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger in Lahr befassen. Diese wurden teilweise bereits umgesetzt.

Die einzelnen Konzepte im Überblick:

In den Jahren 2018 und 2019 soll ein neues Verkehrs- und Mobilitätskonzept erarbeitet werden. Dabei soll nicht nur der Kfz-Verkehr isoliert betrachtet, sondern insbesondere die Verkehrsmittel des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr) mit einbezogen werden, da im motorisierten Individualverkehr neben einem Verkehrsvermeidungspotenzial auch ein Verlagerungspotenzial besteht. Der Untersuchungsraum soll das gesamte Stadtgebiet umfassen, da einzelne Maßnahmen in kleineren Gebieten, bspw. einem Wohnquartier, meist Auswirkungen auf das umliegende Verkehrsnetz haben. 

Nach der Büroauswahl und der Beauftragung soll noch im Jahr 2018 eine Haushaltsbefragung zum Mobilitätsverhalten durchgeführt werden. Verkehrszählungen und Verkehrsbefragungen, die die Datengrundlage komplettieren, können erst nach der Landesgartenschau im Jahr 2019 erfolgen.

Von 2010 bis 2012 erarbeitete ein Verkehrsplanungsbüro – begleitet durch einen interdisziplinär besetzten Arbeitskreis – ein Rad- und Fußwegekonzept für die Stadt Lahr. Das 2012 beschlossene fahrradfreundliche Gesamtkonzept berücksichtigt den Planungsansatz "Radverkehr als System" und basiert auf den Säulen Infrastruktur, Service, Information und Kommunikation. Es beinhaltet neben allgemeinen Empfehlungen eine Mängelanalyse mit daraus abgeleiteten Sofortmaßnahmen, Prioritätenliste sowie konkreten Vorschläge für neuralgische Punkte und Strecken.

Seit 2012 konnten bereits einige Maßnahmen umgesetzt werden. Hier einige Beispiele:

  • Schutzstreifen für den Radverkehr entlang der Tramplerstraße, der Mietersheimer Hauptstraße, der Burgheimer Straße, der B 415, der Otto-Hahn-Straße und der Rheinstraße, Abbiegespuren an der "Warteckkreuzung", auf der Gärtnerstraße (B 415) und auf der Alten Bahnhofstraße (Friedich-Ebert-Platz)
  • moderne, komfortable und sichere Fahrradanlehnbügel für knapp 100 Fahrräder im Innenstadtbereich rund um die Fußgängerzone und insgesamt 100 Fahrradboxen für 200 Fahrräder am Bahnhof
  • neue Radwege zwischen Hohbergweg und Breitmatten entlang der Schutter sowie entlang der Dr.-Georg-Schaeffler-Straße mit Querungshilfe auf Höhe der Bushaltestelle Einsteinallee
  • Öffnung der Fußgängerzone für den Radverkehr werktags zwischen 19:00 und 08:00 Uhr sowie sonn- und feiertags
  • Befahrbarkeit von Einbahnstraßen auch in Gegenrichtung
  • Querungshilfen auf der Flugplatzstraße nördlich der Einmündung David-Schieni-Straße sowie auf der Schwarzwaldstraße
  • neue Gehwege unter anderem entlang der Turmstraße, der Goethestraße, der Kaiserstraße, der Wylerter Hauptstraße (Kippenheimweiler) oder der Kuhbacher Hauptstraße

 

Das Rad- und Fußwegekonzept wird weiterhin kontinuierlich umgesetzt.

Am 31. März 2014 beschloss der Gemeinderat das Parkraumkonzept für die Innenstadt. Es kommt zum Ergebnis, dass die Anzahl der Stellplätze ausreicht, aber deren Qualität häufig verbesserungswürdig ist. Dies betrifft vor allem die Parkbauten/Tiefgaragen.

In der Tiefgarage Alleestraße/Kino wurden daraufhin die Wegweisung und die Beleuchtung verbessert, die Öffnungszeiten ausgedehnt, ein Kino- und Kulturtarif eingeführt sowie die Stellplätze verbreitert und farbig gestaltet. In der Tiefgarage Marktplatz wurden ebenfalls Verbesserungsmaßnahmen vorgenommen.

Weiterhin ist zum 01. Januar 2016 eine neue Bewohnerparkregelung in Kraft getreten. Die im Innenstadtbereich vorhandenen kleinteiligen Bewohnerparkzonen (A-F) wurden zu zwei großen Bewohnerparkzonen (Zone 1 und 2) zusammengelegt. Für die Bewohner ermöglicht diese Neuregelung eine flexiblere Parkplatzwahl. Gleichzeitig wurde eine weitere Regelung eingeführt, die besonders Bewohnern in Zone 2 zu Gute kommt. An der Alleestraße, der Brestenbergstraße, der Rappentorgasse, der Vogtstorstraße und der Roßgasse sind die bestehenden Parkplätze im Zeitraum von 19:00 bis 09:00 Uhr ausschließlich für Inhaber eines Bewohnerparkausweises Zone 2 vorgesehen. So wird die Position der Innenstadtbewohner weiter gestärkt.