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18.03.2024 - Sichere Wege in Lahr für Kröten und Frösche zum Start der Hauptwandersaison Dauerhafte Amphibienleiteinrichtung in Lahr eingeweiht

Oberbürgermeister Markus Ibert (vorne) Bürgermeister Tilman Petters rechts und Adrian Frick, Sachgebietsleiter Grün (links), freuen sich mit Udo Baum, Wolfgang Bahr und Walter Caroli vom Naturschutzbund (NABU) Lahr über die neue Amphibienleiteinrichtung am Hohbergsee.
Oberbürgermeister Markus Ibert (vorne) Bürgermeister Tilman Petters rechts und Adrian Frick, Sachgebietsleiter Grün (links), freuen sich mit Udo Baum, Wolfgang Bahr und Walter Caroli vom Naturschutzbund (NABU) Lahr über die neue Amphibienleiteinrichtung am Hohbergsee.
Quelle: Stadt Lahr
Die Stadt Lahr hat gemeinsam mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des Naturschutzbunds (NABU) Lahr die neue, dauerhafte Amphibienleiteinrichtung am Hohbergsee offiziell eingeweiht.

Zweck einer solchen Einrichtung ist es, Amphibien sicher zu ihrem angestammten Laichgewässer zu leiten und sie insbesondere vor dem Straßenverkehr zu schützen. Die Arbeiten an der 460 Meter langen Strecke haben im Dezember 2023 begonnen. „Trotz schwieriger Witterungsverhältnisse konnten die Tiere bereits Mitte Februar 2024, zum Start der Hauptwandersaison, ungehindert und im Schutz der Leiteinrichtung an ihr Ziel gelangen“, berichtet Oberbürgermeister Markus Ibert.

„Die Zerschneidung von Lebensräumen stellt in der heutigen Zeit ein Thema dar, dem wir zum Schutz unserer Tierwelt entgegenwirken müssen“, ergänzt Baubürgermeister Tilman Petters. „Leiteinrichtungen ein wichtiges Mittel, um Amphibienpopulationen zu erhalten und gleichzeitig den steigenden Anforderungen der städtischen Entwicklung gerecht zu werden.“

Der Hohbergsee ist ein Laichgewässer mit überregionaler Bedeutung. Die Amphibienarten Erdkröte, Teichfrosch und Grasfrosch, seltener auch Fadenmolch, Bergmolch sowie Springfrosch, sind dort nachzuweisen. Darüber hinaus schließt der See unmittelbar an ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet an, das unter anderem die Gelbbauchunke beheimatet. Geschätzt wandern jedes Jahr 8.000 bis 13.000 Amphibien aus den angrenzenden Wäldern zum Hohbergsee.

Die Stadt Lahr hat für die neue Leiteinrichtung ein dauerhaftes Zaunsystem aus Stahl installiert, das sie im Vorfeld gemeinsam mit Fachkundigen ausgewählt hat. Sie hat gegenüber der vorherigen, nur zeitweise aufgebauten mobilen Leiteinrichtung aus Folienzäunen mehrere Vorteile: Die Amphibien können nicht mehr durch undichte Stellen schlüpfen, der ehrenamtliche Einsatz von Helferinnen und Helfern kann deutlich reduziert werden, und da die Einrichtung weniger wartungsintensiv ist, entlastet sie auch den Bau- und Gartenbetrieb Lahr (BGL) in seinem Personalaufwand – die Unterhaltung wird damit für die Stadt insgesamt kostengünstiger.

Der NABU Lahr betreut bislang und auch zukünftig die Amphibien am Hohbergsee. Nach der Herstellung des Zauns konnten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer schon erste Erfolge beobachten: Sie haben der Abteilung Grün und Umwelt zurückgemeldet, dass die Tiere entlang der neuen Leiteinrichtung wandern und auch das kleine Stück am Fischerknab von den Tieren sehr gut angenommen wird. Im Nachgang wird noch ein Zaun auf die Amphibienleiteinrichtung im Bereich des AKAD-Geländes und des Forsthofs aufgebaut und das Gelände wieder frisch eingesät. Auch entlang der Feuerwehrstraße wird das bestehende Straßenbegleitgrün erneuert: Die Fläche war bis zum Waldrand zurückgedrängt, stark verwildert und lud dazu ein, Gartenabfälle oder Ähnliches dort zu entsorgen. Ziel ist, Vandalismus, illegale Müllablagerungen sowie Langzeitparken einzudämmen und einen optisch und ökologisch wertvollen Abschluss in Richtung Wald herzustellen.

Die Finanzierung der neuen Leiteinrichtung erfolgt zum Großteil aus Fördermitteln der Landespflegerichtlinie Baden-Württemberg. Auch die Deutsche Bauwert hat einen Teil der Kosten übernommen. Die Stadt Lahr steuert einen Anteil von circa 32.000 Euro bei.