01.09.2020 - Was macht eigentlich Senja Töpfer bei der Stadt Lahr?
„Wir begleiten die Menschen ein Leben lang“
Senja Töpfer folgt auf Günter Evermann
„Was macht eigentlich das Amt für Soziales, Schulen und Sport bei der Stadt Lahr?“ mag sich der eine oder die andere manchmal fragen. Im größten Amt der Stadtverwaltung arbeiten um die 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich in ihren Jobs hauptsächlich um die Menschen in der Stadt kümmern. „Wir kommen das erste Mal in der Kita, dann in der Schule, bei den Jugendangeboten im Schlachthof und KJB, über die Sportvereine und Gemeinwesenarbeit bis zur Unterstützung bei der Suche nach Pflegeangeboten oder im Seniorenbereich mit den Menschen in Kontakt und begleiten sie im Prinzip ihr Leben lang“, berichtet Senja Töpfer, Amtsleiterin.
Neben den Pflichtaufgaben, zu denen beispielsweise Schule und Kindertagesstätte gehören, bietet das Amt auch viel Service im freiwilligen Bereich an. Beispielsweise gibt es da die interkulturelle Arbeit, die vom Interkulturellen Beitrat gestützt wird oder die Gemeinwesenarbeit sowie das Mehrgenerationenhaus an den Standorten Urteilsplatz und Stadtmühle, wo sich Menschen begegnen und niederschwellige Angebote wahrnehmen können. Ein paar Zahlen zeigen die Reichweite des Tätigkeitsfeldes auf: 45 Kita-Gruppen in städtischer Trägerschaft, 197 städtische Schulklassen, 4605 Schülerinnen und Schüler an städtischen Schulen, 74 Sportvereine, 270 Mitarbeitende, 30,6 Millionen Euro Budget pro Jahr zzgl. Kosten für den Betrieb der Gebäude umfasst das Aufgabengebiet. „Das schönste und gleichzeitig auch schwierigste an unserer Arbeit ist sicherlich die unglaubliche Themenvielfalt, mit der wir es tagtäglich zu tun haben“, weiß die 36-Jährige. „Am liebsten würde man gleich alle Ideen auf einmal umsetzen. Das funktioniert aber natürlich nicht, daher packen wir die Themen nach und nach an. Auch wenn man in Verwaltungsstrukturen dafür oft einen langen Atem braucht. So konnten wir im letzten Jahr neben den Kernaufgaben vor allem den Sport auf einen guten Weg bringen. Viele Veranstaltungen wie der Firmenlauf, das Familiensportfest, die Grundschulmeisterschaft und der Sportbeirat fanden Einzug in den Lahrer Terminkalender. Parallel konnten wir dank des Gemeinderates einen Sportkoordinator gewinnen, der das Ohr nah an den Vereinen hat und sie bei ihrem Ehrenamt unterstützt“, informiert sie weiter.
2020 ganz im Zeichen der Kinderbetreuung
In diesem Jahr ist wegen Corona natürlich sowieso alles auf den Kopf gestellt. Dennoch liegt der Schwerpunkt der Arbeit derzeit noch stärker auf der Weiterentwicklung der Kinderbetreuung. Die umfassenden Ausbauplanungen für die Kitas sind beschlossen, die Zentrale Vormerkung hat sich etabliert und wurde zum festen Instrument für Familien bei der Suche nach einem Kita-Platz. Die Erweiterungsbedarfe an den Schulen wurden gemeinsam mit den Schulleitern definiert, um die steigenden Kinderzahlen auch an den dort gut versorgen zu können. Die Schulkindbetreuung über den Unterricht hinaus wird qualitativ in Zusammenarbeit mit den freien Trägern verbessert. Hierzu gibt es ein Konzept, das in Kürze dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgestellt werden soll. Auch die Digitalisierung schreitet in diesen Arbeitsfeldern voran, sodass alle städtischen Kitas ab Oktober mit einer App arbeiten und die Schulen nun nach und nach digital ausgestattet werden. Dem Fachkräftemangel hat sich das Amt durch ein Quereinsteiger-Projekt angenommen, das nun ab 1. September in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit startet. So erhofft man sich perspektivisch neue helfende Hände in der Kinderbetreuung. „Diese große Herausforderung einer pädagogisch hochwertigen, bedarfsgerechten, passgenauen und gleichzeitig finanzierbaren Kinderbetreuung braucht die Hilfe vieler Akteure. Das sind andere Träger genauso wie die Elternbeiräte, Behörden, Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung, die Schulleitungen, das Schulamt, die Politik und viele andere Beteiligte, mit denen wir für mein Empfinden gut und konstruktiv zusammenarbeiten“, erklärt Senja Töpfer das Zusammenspiel der Partner.
Und wie geht es nach diesem Jahr weiter? Zunächst wird es wohl noch einige Aufgaben rund um Corona zu erledigen geben. Die Krise hatte gerade das Amt für Soziales stark gefordert, denkt man an die verschiedenen Stufen der Notbetreuung in den Kitas und den eingeschränkten Schulbetrieb. Parallel starten die Kita-Neubauprojekte mit der Planung, die Kita Geroldseck wird die Arbeit aufnehmen, die Schulerweiterungsmaßnahmen müssen voran gebracht werden, damit die Kinder und Jugendlichen ausreichend Lernräume haben. Der Schulgipfel im vergangenen Jahr hat aufgezeigt, welche Bedarfe vorhanden sind. Diese wurden von den Facheinheiten in ein langjähriges Maßnahmenpaket gegossen, das nun hinsichtlich der Finanzierung im Kontext der städtischen Gesamtausgaben überprüft und dann vom Gemeinderat beraten werden muss. Bei allen Planungsvorgängen ist gerade die Zusammenarbeit innerhalb der Stadtverwaltung mit den verschiedenen Ämtern wichtig, vor allem mit dem Baudezernat, das eine große Hilfe und letztlich bei den Bauprojekten in der Federführung ist. Im Bereich der freiwilligen Leistungen soll ein Sozialbericht Datengrundlage für die Ausrichtung der Angebote geben. Und das Kinder- und Jugendbüro wird mit dem Schlachthof zusammenziehen und weiter zusammenwachsen. Eine lange Liste mit vielen Hausaufgaben also, die das Amt umsetzen möchte. „Wir haben ein großartiges Team, mit dem mir vor den anstehenden Herausforderungen nicht Bange ist. Langweilig wird uns bestimmt nicht“, blickt Senja Töpfer zuversichtlich auf die nächsten Monate.