13.02.2025 - Stadtverwaltung schlägt Einbau einer zentralen Trinkwasserenthärtung vor
Weicheres Wasser für Lahr
Die Stadtverwaltung schlägt vor, die badenovaNETZE GmbH als Konzessionsnehmerin der Trinkwasserversorgungmit dem Einbau einer zentralen Trinkwasserenthärtung für die Wasserversorgung der Stadt Lahr zu beauftragen. Der Gemeinderat wird sich in seiner Sitzung am Montag, 24. Februar 2025, mit der entsprechenden Beschlussvorlage befassen.
Die Wasserhärte wird in „Grad deutscher Härte“ (°dH) angegeben und beschreibt die Konzentration von Calcium- und Magnesium-Ionen im Wasser. Bei weniger als 8,4 °dH gilt Wasser als weich, bei mehr als 14 °dH als hart. Unter gesundheitlichen Aspekten besteht grundsätzlich keine Notwendigkeit, Calcium und Magnesium und damit die Gesamthärte eines Trinkwassers zu reduzieren. Hartes Wasser bringt jedoch eine Reihe von Nachteilen mit sich: Kalkbeläge im Kaltwasserbereich, Energieverluste im Warmwasserbereich, eine geringere Lebensdauer von Haushaltsgeräten sowie einen höheren Bedarf an Reinigungs- und Waschmitteln. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW) empfiehlt, ab dem Schwellenwert von 20 °dH den Einbau einer zentralen Enthärtung zu prüfen.
Die Trinkwasserversorgung in Lahr speist sich aus 24 Quellen und fünf Tiefbrunnen. Deren Rohwasser wird im Wasserwerk Galgenberg, betrieben von der badenovaNETZE GmbH, zentral aufbereitet und über das Stadtgebiet verteilt. Ausgenommen sind die Stadtteile Kuhbach und Reichenbach, wo die dort gewonnen Quellwässer primär vor Ort aufbereitet und abgegeben werden. Die Wasserhärte im Wasserwerk Galgenberg beträgt derzeit 17 °dH, seit einigen Jahren mit leicht steigender Tendenz: Aufgrund von Trockenperioden als Folge des weltweiten Klimawandels gehen die Schüttungen der weichen bis mittelharten Quellwässer zurück, während die Bevölkerung der Stadt Lahr zugleich stetig gewachsen ist. Daher war es erforderlich, zunehmend auf härteres Grundwasser aus der Rheinebene zurückzugreifen, um den steigenden Bedarf zu decken. Die badenovaNETZE geht davon aus, dass sich beide Trends fortsetzen und die Wasserhärte in der Folge weiter zunehmen kann. Der Schwellenwert von 20 °dH könnte in den nächsten Jahren erreicht werden.
Für eine zentrale Enthärtungsanlage müsste die badenovaNETZE mehr als fünf Millionen Euro investieren. Zur Folge hätte dies für die Menschen in Lahr einen Anstieg des Wasserpreises, den der Wasserversorger mit voraussichtlich 33 bis 58 Cent je Kubikmeter voraussagt. Pro Person entspricht dies bei 45 Kubikmeter Jahresverbrauch einer Erhöhung um etwa 15 bis 26 Euro. Allerdings kann eine zentrale Enthärtung auch entlastend wirken: Die Ausgaben für Entkalkungs-, Reinigungs- und Waschmittel sowie die Energiekosten für Warmwasser können reduziert werden, und wasserführende Haushaltsgeräte weisen eine längere Lebensdauer auf. Der individuelle ökonomische Vorteil kann dadurch bis zu 50 Cent je Kubikmeter betragen – die höheren Kosten lassen sich im Idealfall also nahezu vollständig kompensieren. Verzichten können die Bürgerinnen und Bürger außerdem auf die schon vielfach eingesetzten privaten Enthärtungsanlagen, die in der Regel teurer sind als die zusätzlichen Wasserentgelte durch den Einbau einer zentralen Enthärtung.
Der Zielwert einer zentralen Wasserenthärtung würde bei weniger als 9 °dH liegen. Bezüglich der unterschiedlichen Verfahrensarten hat die badenovaNETZE bereits mehrere Varianten geprüft, würde jedoch bei befürwortendem Gemeinderatsbeschluss noch weitere Studien zur Bewertung der Alternativen erstellen. Bis zur Inbetriebnahme rechnet der Wasserversorger mit einer Umsetzungsdauer von vier bis sechs Jahren.