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14.04.2020 - Neue Online Vorträge in der Volkshochschule Von Andy Warhol bis zur künstlichen Intelligenz

In der aktuellen Vortragsreihe “vhs.wissen live” bietet die Volkshochschule Lahr weitere kostenlose Live-Vorträge, die Interessierte zu Hause vor dem Computer ansehen und direkt Fragen an die Experten stellen können. Die Vortragsreihe wird von einem Verbund deutscher Volkhochschulen aktuell gestaltet.

Eine Anmeldung ist zuerst bei der VHS Lahr erforderlich. Dann erhalten Teilnehmer den Zugang zur Online-Plattform und verfolgen die Veranstaltung live zu Hause vor dem Computer. Weitere Vorträge sind vorgesehen. Anmeldung im Internet unter www.vhs.lahr.de, Tel. 07821/9180 oder als E-Mail: vhslahr@lahr.de.

Weitere Informationen über die komplette Veranstaltungsreihe gibt es unter www.vhs-wissen-live.de.

 

Dr. Corinna Thierolf am Dienstag, 21. April 2020, 16:00 Uhr.

„Aids/Jeep/Bicycle“ von Andy Warhol

Die Corona-Krise gibt Anlass zur Betrachtung des Bildes „Aids/Jeep/Bicycle“ von Andy Warhol aus der Sammlung der Pinakothek der Moderne. Dr. Corinna Thierolf, Leiterin der Sammlung „Kunst ab 1945“ in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, stellt das 1985/86 entstandene Gemälde vor. Das Werk ist Zeugnis von Warhols Auseinandersetzung mit der Aids-Pandemie, die Mitte der 1980er Jahre existentielle Erschütterungen und Verluste in der Gesellschaft ausgelöst hat und vielfach als „apokalyptischer Reiter“ beschrieben wurde.

Dr. Corinna Thierolf ist Hauptkonservatorin in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München und kuratierte als Referentin für Kunst ab 1945 zahlreiche Ausstellungen in der Pinakothek der Moderne, darunter zum Werk von Joseph Beuys, Dan Flavin, Arnulf Rainer und John Chamberlain. Als Autorin und Herausgeberin von Publikationen widmete sie sich der nordamerikanischen Kunst und dem Schaffen von John Cage, Willem de Kooning, Walter de Maria, Dan Flavin, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Wolfgang Laib, Sigmar Polke, Arnulf Rainer, Fred Sandback, Fabienne Verdier und Jerry Zeniuk. 2018 erschien die Veröffentlichung ihrer Gespräche mit Heiner Friedrich, einflussreicher Galerist sowie Begründer der New Yorker Dia Art Foundation und der Stiftung DASMAXIMUM in Traunreut.

 

Dr. Manuela Lenzen am Mittwoch, 22. April 2020, 19:30 Uhr

Künstliche Intelligenz. Fakten – Chancen – Risiken?

Künstliche Intelligenz ist nicht länger nur eine akademische Disziplin. Seit Produkte der KI-Forschung marktfähig geworden sind, seit Computer immer leistungsfähiger werden und immer größere Mengen an Daten zur Verfügung stehen, beginnen "intelligent" genannten Algorithmen immer mehr Bereiche unseres Lebens zu verändern. Nie zuvor haben so viele Menschen zu Künstlicher Intelligenz geforscht, nie zuvor wurde so viel Geld in ihre Entwicklung investiert: nicht mehr nur von Universitäten und dem Militär, sondern auch von Unternehmen. Und der Mensch ist hin- und hergerissen zwischen Verheißungen, die von autonomen Fahrzeugen über Roboterbutler bis zur individualisierten Medizin reichen, und Schreckszenarien von Manipulationen und Fakes über den Überwachungsstaat bis zur Machtübernahme der Maschinen.

Manuela Lenzen hat an der Universität Bielefeld in Philosophie promoviert und schreibt als freie Wissenschaftsjournalistin und Sachbuchautorin vor allem über Themen aus den Bereichen Kognitionsforschung und Künstliche Intelligenz. Sie ist zudem wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld. 2018 erschien ihr Buch "Künstliche Intelligenz. Was sie kann und was uns erwartet" (C.H. Beck Verlag).

 

Professor Dr. Thomas Junker am Donnerstag, 23. April 2020, 19:30 Uhr

Die Biologie der glücklichen Liebe: Alles Evolution – Oder könnten wir auch ganz anders?

Die romantische Liebe ist einer der großen Mythen unserer Zeit. Sie wird verehrt und verdammt, sie kann quälende Eifersucht und tiefste Verzweiflung, aber auch höchstes Glück bedeuten, Freundschaften zerstören und moralische Systeme hinwegfegen.

Woher kommt die Macht der Sexualität und der Liebe? Im Vortrag wird Prof. Dr. Junker berichten, wie sich das Liebesleben der Menschen und ihre sexuellen Vorlieben aus biologischer Sicht verstehen lassen. Warum beispielsweise haben die Menschen sehr viel häufiger und sehr viel spielerischer Sex, als es zur Fortpflanzung nötig ist? Und was lässt sich zur Vielfalt der Beziehungsformen sagen? Können wir tatsächlich frei entscheiden, wann, wie und wen wir begehren? Vielleicht ist die Zweierbeziehung ja wirklich die beste Form menschlichen Zusammenlebens - vielleicht aber auch nicht. Einigermaßen sicher wird man das erst beantworten können, wenn man sie möglichst unvoreingenommen mit konkurrierenden Modellen wie dem Singleleben, der Polygamie, der Polyamorie und anderen verglichen hat.

Professor Dr. Thomas Junker lehrt Geschichte der Biowissenschaften an der Universität Tübingen. Von 1992-1995 war er Mitherausgeber von Darwins Briefwechsel in Cambridge (England). Er hat zahlreiche Bücher und Artikel zur Geschichte und Theorie der Evolutionsbiologie und Anthropologie veröffentlicht. In den aktuellen wissenschaftlichen und weltanschaulichen Kontroversen hat er sich öffentlichkeitswirksam und engagiert für die Vermittlung evolutionsbiologischer Kenntnisse eingesetzt.