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02.02.2016 - Totempfahl im Stadtpark kann an seinem Standort bleiben

Der zerfallende Totempfahl im Lahrer Stadtpark kann nun doch an seinem angestammten Standort bleiben.

Das indianische Kunstwerk, das der Stadt 1977 in Anerkennung zehnjähriger großzügiger Gastfreundschaft überreicht wurde, ist bereits mehrfach restauriert worden. Eine erneute eingehende Untersuchung im vergangenen Herbst ergab schließlich, dass die Zersetzung des Holzes inzwischen so weit fortgeschritten ist, dass eine weitere Restauration keinen Sinn macht und auch keine Gewähr für die Standfestigkeit mehr gegeben werden kann. Schweren Herzens entschied man deshalb, dass das rund zehn Meter hohe Schnitzwerk von seinem Standort in eine horizontale Lage an anderer Stelle im Stadtpark zu verbringen sei. Aber gerade aufgrund des schlechten Zustands des Holzes war zu befürchten, dass der Totempfahl den Transport mit Hilfe eines Autokrans an seinen neuen „Liegeort“ nicht überstehen und auseinanderbrechen würde. Dies wiederum hätte die Anfertigung eines temporären Stahlkorsetts für den Abbau und Transport erfordert.

Aus dieser Not heraus wurde nun ein Stahlkorsett an Ort und Stelle gefertigt und mit dem vorhandenen Fundament so verankert, dass es samt Totempfahl an Ort und Stelle verbleiben kann. Damit geht von dem indianischen Kunstwerk nun keine Gefahr mehr aus. Natürlich ist das Denkmal dadurch nicht gerettet, denn die holzzersetzenden Prozesse werden weitergehen und der Pfahl wird in wenigen Jahren in sich zusammenfallen. Dies ist aber ein natürlicher Prozess, den die Stadtparkbesucher nun am gewohnten Ort beobachten können.

Die Stadt hat übrigens bereits mehrere Anläufe unternommen, um gemeinsam mit der kanadischen Botschaft rechtzeitig für einen neuen Totempfahl zu sorgen – leider ohne Ergebnis. Ein Kopie aus der Hand örtlicher Holzbildhauer verbietet sich darüber hinaus gänzlich, da es sich um ein nationales Kulturgut kanadischer, indigener Volksstämme handelt, das nur von diesen hergestellt werden kann.