15.05.2026 - Temporäres Angebot ergänzt Arbeit der Streetworker
Stadt verlängert Jugendraum-Projekt
Gamze Boydak und Thomas Hug sind Lahrs Streetworker
Quelle: Stadt Lahr
Das Projekt Jugendraum am Lahrer Urteilsplatz geht in die Verlängerung. Vier Wochen hat die Stadt Lahr mit der Innovation Lounge zwei leerstehende Ladenflächen in der Innenstadt temporär genutzt. Dabei entstanden zwei unterschiedliche Räume. Ein Ort für die Wirtschaft am Schlossplatz und ein Raum am Urteilsplatz speziell für Kinder und Jugendliche.
Eine Förderung der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg erlaubt es nun, das Projekt des Jugendraums vorerst zu verlängern. Ziel des Projekts wird es weiterhin sein, Kindern und Jugendlichen im Innenstadtbereich einen niedrigschwelligen, sicheren Aufenthaltsort zu bieten und gleichzeitig die Sichtbarkeit der mobilen Jugendarbeit zu stärken. Der Jugendraum dient als Safe Space und Ankerpunkt.
Von Montag bis Freitag wird die mobile aufsuchende Jugendarbeit in dem Raum weiterhin eine Afterschool-Zeit anbieten, in der Schülerinnen und Schüler den Raum zum Essen, für Hausaufgaben oder als Überbrückung nutzen. An zwei Tagen in der Woche gibt es Angebote wie eine Kreativwerkstatt und einen offenen Spieletreff bis in den Abend. Zu weiteren Zeiten können weitere Akteure wie der Schlachthof, die Schulsozialarbeit, Vereine und Beratungsstellen den Raum nutzen.
„Bereits nach der ersten Woche hat der Zulauf unsere Erwartungen und Vorstellungen weit übertroffen“, resümiert Lahrs Streetworker Thomas Hug. In Spitzenzeiten besuchten bis zu 80 Jugendliche den Raum, im Durchschnitt kamen täglich 40 Personen. In der vierwöchigen Testphase kamen die Streetworker mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt, die sie bislang noch nicht erreicht hatten. So entstand der Wunsch, den Jugendraum als Anlaufstation für Kinder und Jugendliche der Innenstadt vorerst über die Testphase hinaus zu installieren.
Der Raum vereint Chill-Zonen, ein offenes Kreativ-Atelier, Indoorsport und die Möglichkeit, Hausaufgaben zu machen. Es wird für alle Altersstufen weiterhin Angebote geben. Bewährt haben sich die Girls- und Boys-Chill Abende, der Backtag und Turniere wie Tischkicker, Basketball sowie Dart und für die Jüngeren die Angebote Kreativwerkstatt.
Mit dem Angebot möchten die Streetworker eine Alternative zu den öffentlichen Orten in der Innenstadt bieten. Perspektivisch soll der Jugendraum auch als sicherer Ort für Jugendliche dienen und bietet so für die Streetworker eine weitere Möglichkeit, mit den jungen Menschen in vertrauter Atmosphäre zu arbeiten. „Tiefgreifende Gespräche sind im öffentlichen Raum oft nicht möglich“, so Streetworkerin Gamze Boydak. So werden auch „leise“ Kinder und Jugendliche erreicht, die „nicht unbedingt weniger Probleme haben müssen“, ergänzt Hug. Mit dem Raum erreichen die Streetworker auch mehr Eltern.
Auch künftig bleibt die aufsuchende Arbeit – das direkte Ansprechen von Jugendlichen im öffentlichen Raum – ein zentraler Bestandteil der Tätigkeit der Lahrer Streetworker. Der temporäre Jugendraum ergänzt diese Arbeit sinnvoll, ersetzt sie jedoch nicht.
Der Jugendraum ist ein Projekt der Lahrer Streetworker.
Möglich wird die Verlängerung auch durch die enge Zusammenarbeit der mobilen aufsuchenden Jugendarbeit mit dem Schlachthof Kinder, Jugend und Kultur, der Lahrer Schulsozialarbeit sowie der Gemeinwesenarbeit.