In der aktuellen Vortragsreihe “vhs.wissen live” bietet die Volkshochschule Lahr in dieser Woche weitere kostenlose Live-Vorträge, die Interessierte zu Hause vor dem Computer ansehen und direkt Fragen an die Experten stellen können.
Die Vortragsreihe wird von einem Verbund deutscher Volkhochschulen aktuell gestaltet.
Eine Anmeldung ist zuerst bei der VHS Lahr erforderlich. Dann erhalten Teilnehmer den Zugang zur Online-Plattform und verfolgen die Veranstaltung live zu Hause vor dem Computer. Anmeldung im Internet unter www.vhs.lahr.de, Tel. 07821/9180 oder als E-Mail: vhslahr@lahr.de.
Weitere Informationen über die komplette Veranstaltungsreihe gibt es unter www.vhs-wissen-live.de
Folgende online-Vorträge sind geplant.
Marina Weisband am Donnerstag, 09. April , 19:30 Uhr
(Digitale) Bildung in der Krise – Schaffen wir jetzt den Sprung in die Zukunft?
Alles, was Bildungseinrichtungen jetzt tun, hätte schon lange begonnen werden müssen. Die Digitalisierung, der Ausbau individuellerer, flexiblerer Lernwege, sind kein Notnagel und Ersatz für Präsenzveranstaltungen. Sie sind Teil eines Weges, den das gesamte Bildungssystem so oder so gehen muss. Wie gehen wir also damit um, wenn jahrelange Entwicklungen plötzlich in Wochen vollzogen werden müssen? Wie stellen wir gutes, gerechtes und effektives Lernen sicher? Und was bleibt nach der Krise? Marina Weisband erzählt aus Theorie und konkreter Praxis in digitalen Bildungsprojekten und gibt Orientierung zur demokratischen, gesellschaftlichen und technischen Entwicklung des Lernens.
Marina Weisband war von 2011 bis 2012 politische Geschäftsführerin der Piratenpartei. Die Schwerpunkte der Autorin und Diplompsychologin sind Partizipation und Bildung. In ihrem Buch "Wir nennen es Politik" schildert sie Möglichkeiten neuer politischer Partizipation durch das Internet. Seit 2014 leitet sie bei politik-digital.de das aula-Projekt zur Demokratisierung von Schulen.
Professor Dr. Armin Nassehi am Dienstag, 14. April 2020, 19:30 Uhr
Das große Nein: Eigendynamik und Tragik des gesellschaftlichen Protests
Klimaproteste, Gelbwesten, PEGIDA, Occupy, Hongkong, Arabellion - die Anlässe sind vielfältig, die Inhalte unterschiedlich, und doch ist all diesen Protestbewegungen eines gemein: ihre formale Ähnlichkeit. Protest wird dann wahrscheinlich, wenn Interessen, Geltungsansprüche und Kritik an sich selbst erleben, dass sie sich in den eingefahrenen Routinen einer trägen Gesellschaft nicht durchsetzen können. Einerseits wird Protest damit zum Demokratiegenerator, versucht andererseits aber jener Vetospieler zu sein, den moderne Gesellschaftsstrukturen nicht zulassen. Die Grenzen, an die der Protest hierdurch stößt, initiieren eine merkwürdige Steigerungslogik und münden in einer strukturell tragischen Konstellation: In den Mühlsteinen der Gesellschaft, die es schafft, alle Oppositionen zu integrieren, verpufft der Protest.
Der Herausgeber des Kursbuchs und Professor für Soziologie an der LMU München erklärt, wie aus Kritik Protest wird, wie er eingebettet ist in die Kommunikationslogik unserer Zeit, wie sich seine Eigendynamik entfaltet und worin genau die Tragik des Protests besteht. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Kursbuch Kulturstiftung.