20.08.2020 - Gutes Klima – gutes Leben
Lahr energetisch gut versorgt
In Lahr werden der Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung in allen planerischen Prozessen mitgedacht. Als Querschnittsaufgabe betreffen sie viele städtische Handlungsfelder. Eines dieser Handlungsfelder ist der Bereich Ver- und Entsorgung, denn in Sachen Strom- und Wärmeversorgung schlummern große. Lahr hat sich dafür entschieden, diese Schätze zu heben und verschiedene Instrumente entwickelt, die eine schnelle Umsetzung der Effizienzpotenziale und den Ausbau der erneuerbaren Energien befördern. Ob beim Anschluss an die Fernwärme oder bei der energetischen Sanierung ganzer Quartiere – Lahr setzt auch bei der Ver- und Entsorgung die richtigen Rahmenbedingungen.
Beim Ausbau der Solarenergie sowie der Windkraft unterstützt die Stadt ihre Bürgerinnen und Bürger, ob diese nun Sonnenstrom vom eigenen Dach nutzen oder sich in einer Energiegenossenschaft, wie etwa bei der Solarstromanlage der BürgerEnergieGenossenschaft auf dem Freizeithof Langenhard, engagieren. Denn eins ist klar: Für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft brauchen wir einen schnellen Umbau unserer Energieversorgung.
Um ein Planungsinstrument für eine effiziente Energieversorgung der Stadt in der Hand zu haben, hat Lahr 2016 ein Wärme- und Kältekataster erstellen lassen. So konnten geeignete Gebiete für eine integrierte Wärme- und Kältenutzung identifiziert werden. Für die fünf am besten geeigneten Gebiete (TOP-Plangebiete) wurden detaillierte Analysen durchgeführt und Maßnahmen empfohlen. Industrielle Abwärme intelligent nutzen ist auch Klimaschutz.
Die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) bietet eine äußerst effiziente und umweltfreundliche Energieversorgung. Deshalb hat die Stadt Lahr ihr KWK-Potenzial ermittelt und unterstützt die Planung von Nah- und Fernwärmenetzen in den Top5-Gebieten. Beispielhaft ist der Anschluss der Quartiere Kaiser-/Lotzbeckstraße sowie Kanadaring an das Fernwärmenetz, das über ein Biogas-Blockheizkraftwerk versorgt wird. Mit dem Biogas-Blockheizkraftwerk ersetzte die badenova Wärmeplus drei Erdgas-Blockheizkraftwerke, womit eine Reduktion der CO2-Emissionen von rund 5.000 Tonnen pro Jahr erreicht wird. Weitere Einsparungen um rund 2.000 Tonnen bewirkte die Erweiterung des damit versorgten Fernwärmenetzes um die Quartiere Kanadaring sowie Kaiser- und Lotzbeckstraße. Für die beiden Quartiere ließ die Stadt Lahr zudem integrierte Quartierskonzepte erstellen, für die unter Beteiligung der Bevölkerung maßgeschneiderte Maßnahmenpakete erarbeitet wurden.
Weiteres Potenzial liegt in der Nutzung der Abwasserwärme, die beispielsweise am Abfluss des Klärwerks zur Verfügung steht. Die Stadt Lahr hat dafür mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg zwei Machbarkeitsstudien erstellen lassen, die lohnende Möglichkeiten der Abwassernutzung aufzeigen. Das Potenzial soll in den kommenden Jahren erschlossen werden.
Die Windkraft ist ein wichtiges Element der regenerativen Energieversorgung. Schon 2005 entstanden drei Windkraftanlagen auf dem Langenhard. Nach einem Brand 2013 musste ein Windrad ersetzt werden. Die 2016 in Betrieb genommene Repowering-Anlage gehört zu einer neuen Generation von Windkraftanlagen und erzeugt deutlich mehr Strom. Die Planung erfolgte mit großer Unterstützung durch den Lahrer Gemeinderat und die Stadt Lahr in intensiver Abstimmung mit vielen Beteiligten. Auch eines der Windräder auf Seelbacher Gemarkung muss nach einem Brand 2019 ersetzt werden, hier hat der Seelbacher Gemeinderat vor einigen Wochen einer Repowering-Anlage zugestimmt.
Neben dem Wasser und dem Wind liefert natürlich auch die Sonne Energie. Licht und Wärme sind gratis, bei uns in der Ortenau reichlich vorhanden und können mittels der Photovoltaik und der Solarthermie genutzt werden. Um die Sonnenenergie in Lahr noch einfacher zu nutzen und CO2-Emissionen zu senken, können sich die Lahrer Bürgerinnen und Bürger im SoLAHRdachkataster kostenfrei darüber informieren, ob ihr Dach für Solarenergie geeignet ist.
Die Stadt Lahr will Vorbild sein, aufzeigen, was möglich ist und andere dazu motivieren, selbst aktiv zu werden. Nur gemeinsam können wir unsere Klimaziele schaffen, nur gemeinschaftliches Engagement kann den Klimaschutz in Lahr voran bringen. Alle Lahrerinnen und Lahrer sind herzlich eingeladen, selbst aktiv zu werden und selber einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Bild: Im SoLAHRdachkataster können sich Lahrer Bürgerinnen und Bürger kostenfrei darüber informieren, ob ihr Dach für Solarenergie geeignet ist – denn Licht und Wärme liefert die Sonne gratis © Endrik Blaublies