Lahr, als Stadt der Plätze, verändert sich ein weiteres Stück. Am Freitag, 19. Februar 2016, wurde der Gewinner-Entwurf für die Neugestaltung der Kreuzstraße gekürt. Mit Blick auf die Bedeutung des sanierten Spitals und des Storchenturms als Rest einer Tiefburg, die Keimzelle der Stadt war, sowie auf die Umgestaltung der Tonofenfabrik zum Stadtmuseum, sollen Erscheinungsbild und Zustand der Kreuzstraße der historischen Bedeutung künftig besser gerecht werden. Daher hat die Stadt im Herbst 2015 die beiden Freiburger Landschaftsarchitekturbüros AG Freiraum und bbz sowie das Büro Vogt aus Zürich im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung um einen Entwurf gebeten. Sie sollten jeweils einen Vorschlag für die Umgestaltung der Kreuzstraße und der Plätze am Storchenturm und an der Tonofenfabrik ausarbeiten.
Bei der Beurteilung der Arbeiten waren externe Fachleute, Vertreter der Gemeinderatsfraktionen und der Stadtverwaltung beteiligt. Die Entscheidung fiel einstimmig zu Gunsten des Entwurfs der AG Freiraum aus. Baubürgermeister Tilman Petters ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Von drei wertvollen Entwürfen hat derjenige gewonnen, der Lahr als Stadt der Plätze am besten weiterentwickelt. Wir alle können uns über eine deutliche Aufwertung des heute schon wichtigen Bereichs rund um den Storchenturm, das künftige Stadtmuseum und die Kreuzstraße freuen. Dies wird ein nächster großer Schritt sein, um unsere Innenstadt weiter zu stärken.“
Der Entwurf der AG Freiraum sieht die Ausbildung zweier großzügiger unterschiedlich gestalteter Plätze vor, denen die angrenzenden Straßen untergeordnet werden. Der Platz am Storchenturm soll den gesamten Bereich der Lahrer Tiefburg aus dem 13. Jahrhundert kenntlich machen und den Passanten vergegenwärtigen, dass sie sich an der Kreuzung Marktstraße und Kreuzstraße mitten in der ehemaligen Burg befinden, von der nur noch der Storchenturm und Fragmente im Boden geblieben sind. Diese historischen Spuren sichtbar zu machen, war eine der wesentlichen Aufgaben der Planer. Dazu werden unter anderem zwei Mauern, die nicht historisch sind, entfernt. Der frühere Verlauf der Burg- und der Stadtmauer soll mit der Gestaltung des Belags erkennbar werden.
Die ehemalige Tonofenfabrik, die derzeit zum Stadtmuseum umgebaut wird, erhält einen auf sie ausgerichteten Eingangsbereich mit einem stufig angelegten Sitzelement, das auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Daneben soll es einen kleinen Bereich für Außengastronomie geben. Auch wird das hier noch vorhandene Stück der Stadtmauer mit Wehrturm besser zur Geltung gebracht.
Das Büro AG Freiraum soll nun mit der weiteren Planung beauftragt werden. Der eingereichte Entwurf dient hierfür als Grundlage. Die gesamte Baumaßnahme „Kreuzstraße“ soll 2017 fertig sein. Die Mehrfachbeauftragung wurde durch die Abteilung Öffentliches Grün und Umwelt vorbereitet und betreut. Die Pläne aller drei Büros werden im Rathaus 2, ehemalige Luisenschule, im Flur der Abteilung Öffentliches Grün und Umwelt ausgestellt. Interessierte sind eingeladen, diese während der Öffnungszeiten zu besichtigen.