08.04.2026 - Das Raumwunder von Ursula Reichart zeigt sich als malerischer Raum
Blue Velvet
Blue Velvet – Raumwunder von Ursula Reichart
Quelle: Stadt Lahr
Blue Velvet – blauer Samt – heißt das Werk von Ursula Reichart, das noch bis einschließlich Sonntag, 3. Mai 2026, in der Reihe „Raumwunder des Monats“ im Foyer des Lahrer Stadtmuseums zu sehen ist.
Blue Velvet spricht vom Verborgenen: Das Werk verweist auf das, was sich im Dunklen formt, bevor es Gestalt annimmt. Der Samt umhüllt und verdunkelt den Innenraum des Raumwunders und öffnet zugleich eine Bühne der Wahrnehmung. Nur von vorn – von dort, wo die Betrachtenden stehen – fällt Licht ein, das sich an transparenten Flächen bricht, spiegelt und vervielfacht. Es entstehen Überlagerungen, Irritationen, flüchtige Ordnungen. Auf den Flächen schweben farbige Zeichen und Linien, fragile Setzungen im Dunkel. Sie lösen sich vom Materiellen, beginnen zu tanzen, scheinen sich dem festen Ort zu entziehen: ein visuelles Theater, das sich im Inneren des Raumes entfaltet.
Der Oberkircher Künstler Rainer Braxmaier beschreibt die Arbeiten von Ursula Reichart so: „Schon ein flüchtiger Blick auf die Arbeiten von Ursula Reichart genügt, um einen atmosphärischen Eindruck zu erhalten. Die Künstlerin changiert zwischen Dickicht und Licht – alles scheint zu fließen; gelegentliche Verdichtungen verweisen zugleich auf benachbarte Durchblicke. Das Resultat ist nicht nur ein festgefügtes Bild, sondern zugleich ein Report ihrer eigenen körperlichen und inneren Bewegungen.“
Die Künstlerin Ursula Reichart hat sich vor 30 Jahren in der Ortenau niedergelassen. Sie wohnt und arbeitet in Kehl und Offenburg. Zuvor hat sie in Montpellier, Aix-en-Provence und Straßburg gelebt und gearbeitet. Reichart studierte von 1977 bis 1983 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und schloss 1985 ein Studium der Malerei, Kunstgeschichte und Kunsterziehung in Stuttgart ab. Von 1981 bis 1982 genoss ein Stipendium an der Ecole des Beaux-Arts Aix-en-Provence et Marseille. Seit 1980 zeigt sie ihre Werke regelmäßig in Gruppen- und Einzelausstellungen in Baden-Württemberg und dem Elsass, zuletzt 2026 mit Andreas Theurer in Zell am Harmersbach und 2024 in der Galerie Schloss Donzdorf.
Das „Raumwunder des Monats 2026“ ist eine Kooperation des Stadtmuseums Lahr und des Künstlerkreises Ortenau e.V. Im Jahr 2024 präsentierten bereits sieben Künstlerinnen und Künstler des Künstlerkreises Ortenau ihre Raumwunder. Fünf weitere Kunstwerke folgen nun von Februar bis Juni 2026. Möglich gemacht hat das Projekt eine Spende der Unternehmerin Brigitta Schrempp.
Der Künstlerkreis Ortenau e.V. ist ein Verein von mehr als 30 bildendenden Künstlerinnen und Künstlern. Er wurde 1980 gegründet und sieht sich als Vorreiter für die Vermittlung zeitgenössischer Kunst in der Region. Zu Beginn hatte er seine Räume in der Alten Wäscherei, seit 2001 ist er in der Galerie im Artforum in Offenburg beheimatet. Der Verein organisiert mehrere Ausstellungen und begleitende Veranstaltungen im Jahr. Das Heterogene ist der Gemeinschaft des Künstlerkreises eigen. Diese Bandbreite spiegelt sich auch bei den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern wider.
Das Stadtmuseum ist von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt in das Foyer ist frei. Die aktuelle Sonderausstellung „TatSachen. Verbrechen und Strafe in der Lahrer Geschichte“ wurde verlängert und ist noch bis einschließlich Sonntag, 12. April 2026, zu sehen. Bis dahin läuft auch noch die Osterrallye. Die nächste Ausstellung „500 Jahre SCHÜTZEN“ startet am Mittwoch, 6. Mai 2026.