Zur Feier seines 25-jährigen Bestehens hat der Bau- und Gartenbetrieb Lahr (BGL) sein neues Büro- und Werkstattgebäude eingeweiht – termingerecht nach 14 Monaten Bauzeit. Damit ist ein zentraler Teil der umfassenden Neustrukturierung des Betriebshofs abgeschlossen, die den Betrieb zukunftsfähig aufstellt und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden weiter verbessert.
Der Bau- und Gartenbetrieb Lahr wurde am 1. Januar 2000 offiziell gegründet. „Was nach einer trockenen Verwaltungsentscheidung klingt, war in Wirklichkeit ein ziemlich mutiger Schritt“, sagt Oberbürgermeister Markus Ibert. Ein Bündel von Aufgaben und Strukturen, das vorher über Bauhof, Stadtgärtnerei, Friedhofswesen und Betriebsabrechnung verteilt war, wurde zusammengeführt und in den städtischen Eigenbetrieb ausgegliedert. Auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Ortsteilen wurden integriert, was zunächst nicht überall auf Begeisterung stieß. Übergreifende Ziele waren, die Arbeitsabläufe zu straffen, Kosten zu senken, Verantwortung zu bündeln und die Effizienz zu steigern.
„Wer heute auf den BGL blickt, sieht einen modernen Dienstleister der Stadt. Einen Betrieb, der unsere Grünflächen pflegt, unsere Friedhöfe in Schuss hält, Wege und Plätze sauber und sicher macht und nebenbei seit 2003 auch noch den Stadtwald bewirtschaftet“, bilanziert Ibert. Zu den weiteren Einsatzfeldern des BGL zählen der Winterdienst, die Kanalnetzunterhaltung, die Pflege und Unterhaltung der Sportanlagen sowie die Straßenbeschilderung.
Während die Aufgaben in den vergangenen 25 Jahren stetig gewachsen sind, ist der Personalstand im Kern stabil geblieben. Der BGL verfügt über rund 110 Vollzeitstellen, darunter insgesamt sechs Auszubildende für Garten- und Landschaftsbau, Forstwirtschaft und Kraftfahrzeugmechatronik, und erzielt einen Jahresumsatz von circa elf Millionen Euro. „Mein besonderer Dank gilt allen, die den BGL jeden Tag am Laufen halten“, betont Ibert. „Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das Rückgrat der städtischen Daseinsvorsorge. Sie halten Lahr sauber, grün und gepflegt – bei Wind und Wetter, außerhalb der Bürozeiten und mit jeder Menge Engagement.“
Die Erfolgsgeschichte des BGL soll auch künftig weitergeschrieben werden: Bereits 2019 hatte das Architekturbüro Meurer eine Machbarkeitsstudie vorgelegt, die den bisherigen Standort an der Gutleutstraße hinsichtlich Effizienz und Zukunftstauglichkeit untersucht hatte. Das Ergebnis: Der BGL kann dort verbleiben – vorausgesetzt, die baulichen und organisatorischen Strukturen werden neu geordnet.
Der Gemeinderat stimmte dem daraus entwickelten Entwurf Ende 2023 zu. Seither wird die Struktur des neuen Betriebshofs in mehreren Bauabschnitten umgesetzt. Mit dem nun fertiggestellten ersten Bauabschnitt ist das neue Büro- und Werkstattgebäude in Betrieb gegangen. Im Erdgeschoss befinden sich moderne Sozial- und Werkstatträume sowie eine frostsichere Garage für Großfahrzeuge. Die Verwaltungsräume im Obergeschoss bieten deutlich mehr Platz und ermöglichen dank ihrer Lage einen optimalen Überblick über den Hof.
Auch ökologische Aspekte waren beim Neubau zentral: Flachdächer wurden begrünt und mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, um erneuerbare Energie zu gewinnen. Zudem ermöglicht eine Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 150.000 Litern die umweltfreundliche Bewässerung öffentlicher Grünflächen. Unter die geplante Fahrzeughalle wird eine Zisterne mit dem gleichen Fassungsvermögen eingebaut, so dass insgesamt 300.000 Liter künftig den Wasserbedarf größtenteils abdecken werden.
„Der Neubau setzt ein sichtbares Zeichen für die moderne, leistungsstarke Ausrichtung des Bau- und Gartenbetriebs – funktional, nachhaltig und zukunftssicher“, sagt Betriebsleiter Herbert Schneider. „Mit dem neuen Betriebshof schaffen wir nicht nur effiziente Abläufe, sondern auch ein hervorragendes Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeitenden. Die modernen Gebäude und durchdachten Strukturen erleichtern den Arbeitsalltag enorm – das ist ein echter Gewinn für uns alle.“
„Mit dem ersten Bauabschnitt ist ein wesentlicher Teil eines großen und wichtigen Infrastrukturprojekts der Stadt Lahr erfolgreich abgeschlossen“, betont Baubürgermeister Tilman Petters. „Sie ist ein Meilenstein für die Zukunft des städtischen Bau- und Gartenbetriebs und eine zukunftsweisende Investition, die sich nicht bloß darauf beschränkt, neue Räume für Personal und Geräte bereitzustellen. Vielmehr bekennt sich die Kommune damit zu der Verantwortung, die sie für die Sicherstellung der Infrastruktur und die Versorgung ihrer Bürgerinnen und Bürger trägt.“ Sein Dank gilt den am Bau beteiligten Firmen, dem für die Planung verantwortlichen Büro Meurer Architektur Lahr, der Leiterin des Amts für Hochbau, Gebäudemanagement und Projektsteuerung Silke Kabisch, deren Abteilung seitens der Stadt die Projektbetreuung für die Gesamtmaßnahme übernommen hat, sowie den Projektleitern Ramona Gallus und Harald Killius.
Der Kostenrahmen für den ersten Bauabschnitt beträgt 5.590.000 Euro und wird nach aktuellem Stand eingehalten. Die Gesamtkosten für den Um- und Ausbau des Betriebshofs belaufen sich auf rund 11,3 Millionen Euro. Bis 2027 soll das gesamte Projekt abgeschlossen sein. In den kommenden Bauabschnitten folgen der Neubau einer Fahrzeughalle mit witterungsgeschützten Abstellflächen für den restlichen Fuhrpark sowie die Sanierung bestehender Gebäude. Der Betriebshof wird künftig mit einem ringförmigen Einbahnverkehr erschlossen, der das Rangieren und Parken erheblich erleichtert.