10.04.2026 - 20 Jahre Städtepartnerschaft zwischen Lahr und Alajuela
Austausch, Begegnung, Freundschaft
Mit Alajuela in Costa Rica pflegt Lahr seit 20 Jahren eine Städtepartnerschaft
Quelle: Stadt Lahr
Lahr und Alajuela feiern in diesem Jahr das 20. Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft. Bundesweit war Lahr die erste Stadt, die eine Partnerschaft mit einer Stadt in Costa Rica eingegangen ist.
In den beiden Jahrzehnten ihres Bestehens wurde die Städtepartnerschaft immer weiter gefestigt. Treibende Kräfte waren und sind insbesondere der Freundeskreis Alajuela-Lahr e.V. auf deutscher sowie der Freundeskreis Asociacion Ciudades Hermanas de Alajuela (ASOCHA) auf costa-ricanischer Seite, die Verwaltungen und politischen Gremien sowie viele weitere engagierte Bürgerinnen und Bürger aus beiden Städten. Auf Beschluss der Landesregierung Baden-Württemberg und nach einer Ausnahmeentscheidung des Auswärtigen Amtes wurde 2014 in Lahr ein costa-ricanisches Honorarkonsulat eingerichtet – zum Honorarkonsul wurde Juan Llombart ernannt. Zehn Jahre später hat die Stadt Lahr mit der Einweihung des Alajuela Platzes im Seepark ein Zeichen für den partnerschaftlichen Austausch und die enge Verbundenheit der beiden Städte gesetzt.
Der kulturelle Austausch ist ein bedeutendes Element der Partnerschaft, an deren Ausgangspunkt ein Bildhauerforum im Lahrer Stadtpark im Jahr 2001 stand. Zehn Jahre später war ein weiteres Bildhauerforum unter dem Motto „Pura Vida“ – costa-ricanischer Leitspruch und Ausdruck reiner Lebensfreude – ein Highlight. Bei den Villa Jamm Artists 2022 stand erneut eine Sonderausstellung mit dem Titel „Pura Vida“ im Zentrum: Anlässlich des 200. Jubiläums der Unabhängigkeit von Spanien im Jahr 2021 hatten sich Künstlerinnen und Künstler aus Costa Rica mit dem Thema Freiheit und Unabhängigkeit auseinandergesetzt.
Besonders eng arbeiten Lahr und Alajuela auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit zusammen. Die 2012 geschlossene Kommunale Klimapartnerschaft erweiterten sie 2020 zur Kommunalen Nachhaltigkeitspartnerschaft – mit dem Ziel, voneinander zu lernen und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen vor Ort voranzubringen. In einem 2018 erfolgreich abgeschlossenen Projekt wurden die Zentralkläranlage in Alajuela grundlegend saniert, zwei dezentrale Kläranlagen mit neuer Technik aufgerüstet und eine kommunale Abwasser-/Schlamm-Annahmestation eingerichtet. 2019 endete ein Projekt, bei dem unter anderem bisher ungeschützte Trinkwasserquellen in Alajuela zum nachhaltigen Schutz eingezäunt und naturnah aufgeforstet wurden. Delegationen von Expertinnen und Experten stehen regelmäßig im Austausch und besuchen sich gegenseitig in den Partnerkommunen.
Außerdem sind beide Städte über soziale und pädagogische Projekte eng verbunden. Der Freundeskreis Alajuela-Lahr e.V. beteiligt sich maßgeblich an der Organisation von Freiwilligendiensten in sozialen Einrichtungen wie Kindergärten oder Pflegeheimen und leistet auch finanzielle Unterstützungen. Weitere Beispiele sind das Austauschprogramm des Max-Planck-Gymnasiums mit dem Liceo de Poas sowie Praktika für Studierende in der Verwaltung.
Am Donnerstag, 9. April 2026, hat eine Gruppe aus Lahr um Oberbürgermeister Markus Ibert und Marlies Llombart, Vorsitzende des Freundeskreises Alajuela-Lahr e.V., eine Bürgerreise nach Alajuela angetreten. Auf dem Programm stehen unter anderem die Feierlichkeiten zum nationalen Feiertag zu Ehren von Juan Santamaría, der aus Alajuela stammt, sowie der Besuch von Projekten, die in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Freundeskreis Alajuela-Lahr e.V. und der Stadt Lahr unterstützt und realisiert wurden.
„Gerade in einer Welt, die von Konflikten und leider auch von Kriegen geprägt ist, wird deutlich, wie wichtig Dialog und Zusammenarbeit sind“, betont Markus Ibert. „Städtepartnerschaften wie zwischen Lahr und Alajuela leisten hierzu einen wertvollen Beitrag. Sie zeigen, dass Verständigung oft vor Ort beginnt, in unseren Städten – durch Begegnung, Austausch und gegenseitigen Respekt.“