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28.04.2025 - Raumwunder von Ulrike Bolenz im Lahrer Stadtmuseum Aus der Sicht einer Drohne

Blick in das Raumwunder von Ulrike Bolenz, es beschäftigt sich mit moderner Kriegsführung
Das Raumwunder von Ulrike Bolenz beschäftigt sich mit moderner Kriegsführung
Quelle: Stadt Lahr
Seit Mitte April 2025 ziert das Raumwunder „a drone view“ von Ulrike Bolenz das Foyer des Lahrer Stadtmuseums in der Tonofenfabrik. Ursprung dieser Installation ist das monumentale Werk von Bolenz, in dem eine Männergruppe von einer Drohne aus der Luft erfasst wird. Dieses Werk reflektiert die moderne Kriegsführung, in der Ziele zu Figuren auf einem Schachbrett reduziert werden.

Hinter ihren Werken steht die Erkenntnis der Künstlerin, dass eigenständiges Denken zu einem raren Gut geworden sei – besonders in Zeiten, in denen es vielerorts als Hindernis für das Machtstreben Einzelner betrachtet werde. Das Denken werde allmählich abgeschafft. Selbst um eine Meinung zu formulieren, verließen sich viele Menschen zunehmend auf ein System Künstlicher Intelligenz, dessen Kontrolle sie längst verloren hätten. Denken sei dagegen in erster Linie ein Infragestellen oder eine andere Betrachtungsweise. Bilder seien in dieser Hinsicht sehr wirkungsvoll, da sie einen direkten Zugang zum menschlichen Denk- und Vorstellungsvermögen böten. Sie förderten die eigene Interpretation und ein autonomes Verständnis der Welt. Ihre Wirkung sei unmittelbar und durch den Gedankenfluss, den sie auslösten, voller Bedeutung.

Die zeit.geist-Stiftung von Eckehard F. Ficht aus Lahr stiftet zwölf Raumwunder-Boxen. Kurator Armin Göhringer hat im Auftrag der Stiftung dreizehn Künstlerinnen und Künstler ausgewählt, die monatlich wechselnd das Raumwunder kreativ bearbeiten. Am Ende des Jahres gibt es eine Versteigerung aller Raumwunder für eine guten Zweck.

Das Raumwunder von Bolenz ist noch bis Sonntag, 11. Mai 2025, ausgestellt. Ihr folgt das Werk von Sandra Eades. Weitere Raumwunder gestalten Eberhard Freudenreich, Andreas Theurer und Felix Grundhöfer. Das Raumwunder von José Oliver und Armin Göhringer ziert über das gesamte Jahr das Foyer des Stadtmuseums. Sein Titel lautet „Die W:orte im Handwerk mit Sprache“.

Ulrike Bolenz, geboren 1958 in Castrop-Rauxel, studierte in Kassel Kunst bei Prof. Manfred Bluth, der als Begründer der Schule der Neuen Prächtigkeit gilt, und bei Prof. Tom Joth Gramse. Sie hat mehrere Stipendien und Auszeichnungen erhalten sowie einzeln und in Gruppen in zahlreichen Museen und Galerien weltweit ausgestellt. Nach Stationen in Marburg and Berlin arbeitet und lebt sie heute in Vilvoorde/Belgien.

Das Lahrer Stadtmuseum in der Tonofenfabrik ist von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt in das Foyer ist frei. Die Sonderausstellungen „Lahr, Jamm & Kuba. Eine Spurensuche“ und „Frau Reichspräsident Louise Ebert 1873 – 1955“ sind noch bis Mittwoch, 21. Mai, beziehungsweise Sonntag, 11. Mai 2025, zu sehen. Am Freitag, 23. Mai 2025, ist das Stadtmuseum aufgrund einer internen Veranstaltung geschlossen.