Der Lockdown im Frühjahr hat das gesamte öffentliche Leben heruntergefahren. Auch den Sport hat es schwer getroffen. Von einem Tag auf den Anderen war kein Wettbewerbs- und Trainingsbeginn mehr möglich. Sportlerinnen und Sportler konnten nur noch für sich im stillen Kämmerchen trainieren.
Als dann die ersten Lockerungen eintraten, wurden bereits am 11. Mai von der Stadt die Tennis- und Fußballplätze freigegeben, jedoch nur für einen stark eingeschränkten Sportbetrieb. Mitte Juni öffneten die Turn- und Sporthallen wieder, gemäß Landesverordnung. Weitere Lockerungen ermöglichten es ab Anfang Juli in Gruppen mit bis zu 20 Personen zu trainieren. So ist es seitdem auch möglich in sportartspezifischen Spiel- und Übungssituationen den Mindestabstand zu unterschreiten. Das erlaubt den Mannschafts- und Kampfsportarten seitdem einen nahezu normalen Trainingsbetrieb.
Jedoch gibt es weiterhin zahlreiche Vorschriften. Die Vereine müssen Hygienekonzepte erstellen und einen Hygienebeauftragten benennen. Auch im Training gilt die Dokumentationspflicht sämtlicher Teilnehmer. In den Umkleiden und Duschen gilt die Mindestabstandregelung.
Im städtischen Amt für Soziales, Schulen und Sport gab es in dieser Zeit für die Vereine jederzeit einen Ansprechpartner. Die städtischen Mitarbeiter haben laufend über die Änderungen der Verordnungen und über die Möglichkeiten und die Voraussetzungen für den Sportbetrieb informiert. In Zusammenarbeit mit dem Stab für außergewöhnliche Ereignisse wurden schnelle und praktikable Lösungen für den sukzessiven Wiedereinstieg gefunden.
Trotz der schwierigen Bedingungen und Vorschriften haben viele Lahrer Vereine den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen. Und auch der Wettkampfbetrieb startete im Spätsommer wieder. In der Leichtathletik, im Reiten und Fußball gab es bereits erste Wettkämpfe. Ganz aktuell stehen für die Fußballer der Region die ersten Punktspiele der neuen Saison an. Handball, Ringen, Tischtennis, Volleyball, Rollkunstlauf, Hockey, Tennis und viele andere Sportarten möchten mit zum Teil abgewandelten Wettkampfformaten folgen. Im Südbadischen Handballverband wurden die Ligen in zwei Gruppen geteilt, um, durch die geringere Anzahl an Spielen, eine höhere Flexibilität in der Spielplanung bei etwaigen Ausfällen zu gewährleisten. 2021 wird für Sportler, Vereine und Zuschauer eine ganz besondere Spielzeit werden.
Für viele Vereine ist durch den Ausfall von Einnahmen auch die finanzielle Situation angespannt. Der Gemeinderat der Stadt Lahr hat entschieden, von März bis Juli keine Hallenentgelte zu erheben. Auch bei Mieten und Pachten wird die Stadt den Vereinen entgegenkommen.
Als Kompensation für die ausgefallenen Trainingszeiten ermöglicht die Stadtverwaltung den Vereinen aktuell während den Sommerferien in einzelnen Sporthallen einen Trainingsbetrieb. Dieses Angebot kommt gut an. Die Sporthalle im Bürgerpark ist beispielsweise nahezu durchgehend belegt.
Ein Lichtblick für den Herbst: Der Stadtverwaltung ist es ein Anliegen, trotz oder gerade wegen der schweren Zeit für den Sport, die Erfolge der Lahrer Sportlerinnen und Sportler im Jahr 2019 zu ehren. Die Planungen für eine „corona-gerechte“ Sportlerehrung im Herbst laufen.
Auch soll der Schulsport unter besonderen Vorgaben des Kultusministeriums wieder ab dem bald beginnenden Schuljahr stattfinden.
Viele Wettkämpfe und Veranstaltungen wurden ins neue Jahr verschoben. 2021, wenn der Turnverein Lahr sein 175-jähriges Jubiläum feiert, erwartet die Lahrer, wenn es die Lage erlaubt, ein Jahr voll sportlicher Höhepunkte. So sind wieder Aktionen wie das Grundschul-Völkerballturnier, der Kita-Aktionstag und das Familiensportfest im Bürgerpark geplant. Und vielleicht begegnen sich die Sportler auch wieder ganz reell, nicht wie in diesem Jahr virtuell, beim Firmenlauf 2021.