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21.07.2023 - Lahrer Klima-Kolumne – Tipp Nr. 35: Wenn alles andere ausgereizt ist

Mit Kompensationsangeboten die persönliche Klimabilanz verbessern

An oberster Stelle beim Klimaschutz sollte das Vermeiden und Reduzieren von klimaschädlichen Treibhausgasen stehen. Wenn dies allerdings nicht möglich ist, können mit einer sogenannten Treibhausgaskompensation beispielsweise Privatpersonen, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen dazu beitragen, den Klimawandel zu bremsen.

Die Idee dabei ist, freiwillig dafür zu bezahlen, dass die selbst verursachten klimaschädlichen Emissionen durch Minderungen an anderer Stelle ausgeglichen werden. Schließlich ist es dem Weltklima egal, wo die Emissionen eingespart werden. Die Palette der Kompensationsangebote ist breit: Sie umfasst Klimaschutzprojekte im globalen Süden, Aufforstungen, klimaneutrale Produktion und vieles mehr. Sehr wichtig ist es, auf hohe Qualitätsstandards zu achten. So sollten die Klimaschutzprojekte zusätzlich aufgrund der Kompensationszahlung umgesetzt werden, Nachhaltigkeitsstandards erfüllen und langfristig Bestand haben. Mogelpackungen, die Kompensationszertifikate für bereits geplante oder umgesetzte Projekte verkaufen oder schon an anderer Stelle gezählt werden, sind nicht zielführend und bringen dem Klimaschutz nichts.

Baumpflanzprojekte stehen dabei oft in der Kritik. Denn um wirklich klimaschädliche Emissionen zu reduzieren, müssten die Wälder mindestens 50, wenn nicht 100 Jahre bestehen – dies kann nicht sicher erfüllt werden. Zudem kann es vor Ort dazu kommen, dass Menschen von ihrem Land vertrieben werden, weil diese Flächen zum Aufforsten genutzt werden sollen. Vor allem müsste der Rodung, oftmals durch Brandrodung, ein Ende bereitet werden.

Die Stadt Lahr kompensiert ihre Dienstflüge. Und für alle Mitarbeitenden gilt, dass Fliegen die Ausnahme sein sollte und im Normalfall Bahn oder Videokonferenzen die Mittel der Wahl sind.

 

Ihre Kompensations-Tipps der Woche:

  • Wenn schon, denn schon: Nutzen Sie Kompensationsanbieter, die mit dem Goldstandard ausgezeichnet sind. Das vom World Wide Fund For Nature (WWF) und anderen Nichtregierungsorganisationen entwickelte Siegel legt die strengsten Kriterien an.
  • Was kostet das? Der Hin- und Rückflug von Frankfurt am Main nach Palma de Mallorca verursacht rund eine halbe Tonne CO2. Dafür fallen je nach Anbieter zehn bis 15 Euro an.
  • Nicht nur Reisen lassen sich kompensieren. Auch für Veranstaltungen, den Betrieb einer Website oder den persönlichen Fußabdruck kann man CO2-Zertifikate kaufen. Kompensationszertifikate sollten allerdings nicht dazu verleiten, durch das eigene Verhalten unbedacht verursachte, klimaschädliche Emissionen zu rechtfertigen – es sollte als Möglichkeit verstanden werden, unvermeidbare klimaschädliche Emissionen auszugleichen.