09.07.2025 - Plakataktion gegen die Vermüllung der Landschaft
Unbeliebte Naturbewohner
Der Stadtwald-Revierleiter Matthias Hummel, die Mietersheimer Ortsvorsteherin Diana Frei und der Sachgebietsleiter für Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit Manfred Kaiser (von links) präsentieren das Plakat „Unbeliebte Naturbewohner“ am ersten Standort – am östlichen Eingang des Lahrer Seeparks.
Quelle: Stadt Lahr
Nicht richtig entsorgter Abfall verschandelt die Landschaft, gefährdet Pflanzen und Tiere – aber auch Kinder, zum Beispiel durch Zigarettenkippen –, und belastet Boden, Wasser und Luft. Mit einer Plakataktion weist die Stadt Lahr auf eine vermeintliche Selbstverständlichkeit hin: Abfall gehört in die Tonne und nicht in die Landschaft.
Das Plakat „Unbeliebte Naturbewohner“ stellt alltägliche Abfallsünden wie wild entsorgte Plastikverpackungen oder Zigarettenkippen humorvoll und mit ironisch-wissenschaftlichen Namen als fiktive Tiere oder Pflanzen dar. Ein in die Landschaft geschmissener Einwegbecher (Pappiges Becherlein, coffea warmicum) benötigt bis zu 50 Jahre, bis er verrottet, eine Getränkedose (Alter Dosenhopf, dosis knitter) 500 Jahre und eine Glasflasche (Kleiner Schluckspecht, liquior cadaveri) bis zu 50.000 Jahre.
Das von der Gemeinde Baiersbronn übernommene Plakat bringt das Thema Abfallverrottung auf unterhaltsame Weise näher, ohne belehrend zu wirken. Die humorvolle Gestaltung schärft das Bewusstsein für die Problematik der wilden Abfallentsorgung in der Natur. Das Plakat wurde mit dem Werkbund Label 2024, dem Gesellschafts-, Kreativ- und Innovationspreis des Deutschen Werkbunds, ausgezeichnet.
Ortsvorsteherin Diana Frei betont: „Wir freuen uns, dass die Anregung aus der Mietersheimer Bürgerschaft aufgenommen wurde und das Plakat jetzt als Erstes auf Mietersheimer Gemarkung am Eingang des Seeparks zu sehen ist.“
Manfred Kaiser, Sachgebietsleiter für Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit, erklärt: „Wir werden das Plakat an wechselnden Standorten im gesamten Stadtgebiet aufstellen. In Grünanlagen, an Gewässern sowie an Freizeit-, Tourismus- und anderen Standorten, an denen viele Menschen vorbeikommen und das Plakat und dessen Botschaft wahrnehmen können. Damit wollen wir jeweils neue Personen zum Nachdenken und zum Handeln bringen.“
Matthias Hummel, Revierleiter der des Stadtwalds, ergänzt: „Leider wird auch im Wald viel Abfall ‚vergessen‘. Wir werden deshalb dauerhaft zehn Plakate an Waldrändern, Hütten und Erholungseinrichtungen aufhängen. Wir hoffen, dass wir mit dieser freundlichen Information die Waldbesuchenden anregen, die Gegenstände und Verpackungen, die sie in den Wald mitnehmen, auch wieder mit nach Hause zu nehmen oder in den vorhandenen Abfalleimern richtig zu entsorgen.“