Pflanzen und Tiere

Die Pflanzen- und Tierwelt ist ein wesentlicher Bestandteil von Natur und Landschaft. Eine besondere Pflanzen- und Tierwelt findet sich im besiedelten Bereich.

Gerade im städtischen Bereich haben Bäume eine große Bedeutung für die Luftreinhaltung und das Stadtklima. Bäume kühlen die Umgebung, filtern Schadstoffe aus der Luft, speichern Regenwasser und bieten Lebensräume für Tiere. Darüber hinaus verbessern sie das Stadtbild, fördern das Wohlbefinden der Bevölkerung und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Insgesamt gibt es rund 17.500 städtische Bäume.

Alle Stadtbäume werden regelmäßig von zertifizierten Fachkräften kontrolliert. Auf Basis dieser Prüfungen wird gemeinsam entschieden, ob beispielsweise Schnittarbeiten ausreichen oder eine Fällung notwendig ist. Baumfällungen sind ein regulärer Bestandteil der Baumpflege. Sie erfolgen insbesondere aus Gründen der Verkehrssicherheit, etwa wenn Äste abbrechen könnten oder ein Baum instabil ist. Weitere Ursachen sind Krankheiten durch Viren, Bakterien, Pilze oder Schädlingsbefall. Um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten und die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern, sind Fällungen teilweise unvermeidbar.

In der Zeit vom 1. März bis zum 30. September ist es verboten Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen. Zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen (§ 39 Abs. 5 BNatSchG). Eine zusätzliche kommunale Baumschutzsatzung  gibt es nicht.

Darstellung Vergleich Asiatische Hornisse - heimische Hornisse
Vergleich der Asiatischen Hornisse (links) mit der heimischen und geschützten Europäischen Hornisse (rechts).
Quelle: Reiner Jahn

2004 wurden die ersten Asiatischen Hornissen (Vespa velutina) in Südfrankreich gesichtet, 2014 in Baden-Württemberg, wo sich die invasive, gebietsfremde Art inzwischen stark ausgebreitet hat (Übersichtskarte).

Zu erkennen ist die Asiatische Hornisse an ihrer schwarzen Grundfärbung: Die Brust ist schwarz, der Hinterleib dunkel mit wenigen gelben Binden, die Beine sind schwarz-gelb gefärbt (mehr bei der LUBW und STUA).

Sie ernährt sich hauptsächlich von Fluginsekten, aber auch von zuckerhaltigen Flüssigkeiten wie Nektar. Wenn im Spätsommer die Völker mit bis zu 2.000 Tieren ihre maximale Größe erreicht haben, können Honigbienen einen Großteil der Nahrung bilden. Dies kann zur Gefährdung von Honigbienenvölkern führen.

Im Frühjahr baut die Asiatische Hornisse kleine Primär- oder Gründungsnester (ca. 5 bis 10 cm Durchmesser) an geschützten Stellen (beispielsweise an überstehenden Dächern, Decken von Garagen und Gartenhäuschen oder in Bäumen oder Hecken). Im Lauf des Sommers werden bis zu einem Meter große Sekundärnester im Freien, häufig hoch oben in Baumkronen, gebaut.

Zwischen dem 1. Mai und 31. Juli 2026 fördert das Land Baden-Württemberg die fachgerechte Entfernung von Primär- oder Gründungsnester mit 60 Euro pro Nest. Die Nester müssen zuerst über die Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt gemeldet und verifiziert werden. Die Bezuschussung richtet sich an qualifizierte und bei der Landesanstalt für Bienenkunde registrierte Nestentferner oder Schädlingsbekämpfer.

Die Asiatische Hornisse verhält sich grundsätzlich wenig aggressiv und ihre Stiche sind vergleichbar mit denen der heimischen Europäischen Hornisse oder Wespen, dennoch kann es in Einzelfällen zu allergischen Reaktionen kommen. Von Nestern sollte Abstand gehalten und diese nur von Personen mit Fachkenntnis und Schutzausrüstung entfernt werden, um Attacken und Stiche zu vermeiden.

Sichtungen von mutmaßlichen Asiatischen Hornissen und Nestern sollten bei der Landesanstalt für Umwelt gemeldet werden. Bei der Landesanstalt für Bienenkunde finden sich weitere Informationen, wie Bürgerinnen und Bürger aktiv bei der Suche nach Tieren und Nestern mitwirken können.

Nester auf Privatgrundstücken liegen in der Verantwortung der Eigentümer. Eine Zuständigkeit für die Asiatische Hornisse liegt für die Lahrer Stadtverwaltung nicht vor.

Asiatische Tigermücke
Asiatische Tigermücke, Aedes albopictus
Quelle: Stadt Lahr

Stechmücken – mundartlich Schnaken – sind nicht nur lästig, sie können unter Umständen auch Krankheitserreger übertragen. Stechmücken sind zweiflüglige Insekten, deren männliche Individuen sich von Pflanzensäften und deren weibliche Individuen sich von Blut ernähren. Stechmücken benötigen für ihre Entwicklung feuchte Stellen, dies können Stehgewässer, Pfützen, aber auch Regenwassertonnen oder ähnliches sein.

Entlang des Oberrheins gibt es inzwischen durch den internationalen Güterverkehr und den Klimawandel beständige Vorkommen der Asiatischen Tigermücke. Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist drei bis neun Millimeter groß, hat einen schwarzen Körper mit silberweißen Streifen, insbesondere der Hinterleib und die Hinterbeine haben eine ausgeprägt schwarz-weiße Musterung. Im Gegensatz zu der heimischen Stechmücke stechen Asiatische Tigermücken nicht nur in der Dämmerung, sondern auch tagsüber und können unter Umständen Krankheitserreger übertragen.

Um das Risiko der Übertragung von Krankheitserregern durch Mücken zu verkleinern, ist deren Ansiedlung möglichst zu verhindern bzw. deren Anzahl möglichst klein zu halten. Da die Entwicklung von Mücken an Wasser gebunden ist, sollten auch kleinste Wasseransammlungen im und am Haus sowie in Garten und Landschaft vermieden bzw. beseitigt werden. Ansonsten kann sich im Sommerhalbjahr schon innerhalb einer Woche die nächste Mückengeneration entwickeln.

  • Lagern Sie Gegenstände (z.B. Wannen, Eimer, Altreifen, Gartenmöbel, Buddelspielzeug, Planen) so, dass sich kein Wasser ansammeln kann
  • Decken Sie Regentonnen oder Container mit einem Moskitonetz lückenlos ab
  • Leeren Sie Vogeltränken, Wassernäpfe, Gießkannen, Untersetzer von Blumentöpfen, Grabvasen oder ähnliches mindestens wöchentlich und säubern Sie die Behälter mit einer Bürste von eventuell anhaftenden Mückeneiern
  • Sammeln Sie weggeworfenen Flaschen, Dosen, Becher oder ähnliches ein
  • Verschließen Sie Zaunpfosten oder senkrechte Rohre (z.B. Sonnenschirmständer)
  • Reinigen Sie verstopfte Regenrinnen
  • Stechmücken lassen sich darüber hinaus gut mit biologischen Mitteln bekämpfen. Die sogenannten Bti-Präparate werden ins Wasser der Regentonne oder in Gullys gegeben und töten dort die Stechmückenlarven zuverlässig ab. Der Bekämpfungsstoff ist nur giftig für die Larven, das Wasser kann nach der Behandlung uneingeschränkt zur Gartenbewässerung verwendet werden. Solche Mittel sind zum Beispiel bei Gartencentern erhältlich. Um alle Larven abzutöten sollten Sie die Bti-Präparate von Anfang April bis Ende Oktober im Zehn-Tage-Rhythmus nutzen.

Nicht besiedelt werden Schwimmbecken oder Swimming-Pools mit gechlortem Wasser, Zierteiche mit einer durch eine Umwälzpumpe ständig bewegtem Wasser und kleinere Gewässer mit Fischen, Molchen und anderen Tieren, die die Larven und Puppen von Mücken fressen.

Bitte melden Sie mögliche Tigermückenfunde in Lahr über TIGER. Die für die Stadt Lahr zuständige Behörde für die asiatische Tigermücke als möglichen Krankheitsüberträger ist das Gesundheitsamt des Ortenaukreises. Eine Zuständigkeit für die Asiatische Tigermücke liegt für die Lahrer Stadtverwaltung nicht vor.

Fremdsprachige Informationen: Information on the Asian tiger mosquito in English, Informations sur le moustique tigre asiatique en français

Großaufnahme einer Drüsenameise
Große Drüsenameise – hier eine sogenannte Arbeiterin
Quelle: Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart – A. Bellersheim

Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) lebt von Natur aus in europäischen und afrikanischen Anrainerstaaten des westlichen Mittelmeers und wurde 2009 erstmals in Deutschland nachgewiesen. Vermutlich ist diese Art durch den internationalen Handel hierher gelangt und die in Folge des Klimawandels milderen Winter lassen mehr Ameisen die Winter überleben.

Die Große Drüsenameise ist für Laien sehr schwer von heimischen Ameisen-Arten zu unterscheiden. Sie ist komplett schwarz gefärbt und hat eine – mit bloßem Auge kaum erkennbare – Kerbe vorne am Kopfschild. Der für viele heimische Ameisen typische Knoten zwischen Vorderkörper und Hinterleib ist bei dieser Art klein und kaum zu sehen, weil er vom Hinterleib überdeckt wird. Besser erkennbar ist, dass die Tiere variabel zwischen 2 und 5 mm groß sind – bei heimischen Arten sind die Individuen einer Ameisenart jeweils nahezu gleich groß. Wenn man Individuen der Großen Drüsenameise zerdrückt, soll man einen Geruch von Aceton oder ranziger Butter riechen, was als relativ deutlicher Unterschied zu heimischen Arten gilt.

Im Vergleich zu anderen Ameisen vermehrt sich die Große Drüsenameise relativ schnell und die Kolonien trennen sich nicht voneinander, sondern schließen sich zu Superkolonien mit über 100 Königinnen zusammen. Die Arbeiterinnen bilden mehrere Zentimeter breite „Straßen“, die oft entlang fester Strukturen wie Zäunen verlaufen. Die unterirdischen Gänge werden durch viele Haufen von an die Oberfläche befördertem Material (v. a. Sand) angezeigt. Bei Störung der Nester reagiert diese Art sehr schnell, indem sie Eier und Puppen woanders hinträgt. Durch ihre große Menge an Individuen können die Krabbeltiere nicht nur Erdreich und menschliche Kulturpflanzen durchwühlen und unterhöhlen, sondern auch Holz und Kunststoff zernagen und dadurch z. B. Kabel und Kinderspiel-Geräte zerstören und Gebäude schädigen.

  • Vor dem Kauf von Topfpflanzen oder Baumschulware mit Wurzelballen sollten Sie prüfen, ob Ameisen in der Erde bzw. an den Pflanzen sind.
  • Sofern Sie einen Kompost besitzen, kompostieren Sie die dafür geeigneten Abfälle nicht „offen“, sondern in verschließbaren Behältern, und kontrollieren Sie in kurzen Zeitabständen, ob Ameisen darin sind.
  • Es gibt bisher kein Biozid-Produkt, das schon in Deutschland speziell gegen die Große Drüsenameise zugelassen ist, aber es gibt Produkte, die gegen Ameisen zugelassen sind. Bei exakter Einhaltung der auf dem Etikett oder in der Packungsbeilage erläuterten Vorschriften dürfen die Produkte von Fachleuten benutzt werden.
  • Bitte setzen Sie nicht ohne Grund irgendwelche Chemikalien ein. Einerseits haben Sie keine Garantie, dass Ameisen reduziert werden. Andererseits kann es passieren, dass Sie andere Tiere, die Menschen nicht gefährlich werden, schädigen oder sogar töten.
  • Mindestens 90 °C heißes Wasser auf eine „Ameisenstraße“ oder in ein Nest zu sprühen, kann Tiere abtöten, aber auch Pflanzen schaden. Als „physikalische Methode“ fällt die Heißwasser-Methode nicht unter die Biozid-Verordnung.
  • Wenn Sie Ameisen in ihrem Privatbereich bekämpfen (lassen) wollen – wenden Sie sich an eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma.

Wenn Sie klären möchten, ob Sie diese Art gefunden haben – senden Sie Fotos der Tiere oder vermuteter „Spuren“ der Tiere oder tote Tiere an das Landratsamt Ortenaukreis, Untere Naturschutzbehörde, z. Hd. Frau Frese, Badstr. 20, 77652 Offenburg (eva.frese@ortenaukreis.de). Vorkommen der Großen Drüsenameise können Sie an das von den Naturkundemuseen Stuttgart und Karlsruhe koordinierte Tapinoma-Forschungsprojekt melden. Eine Zuständigkeit für die Große Drüsenameise liegt für die Lahrer Stadtverwaltung nicht vor.

Die Saatkrähe ist eine bei uns natürlich vorkommende, wild lebende, nicht jagdbare und naturschutzrechtlich besonders geschützte Vogelart. Ein bedeutendes Verbreitungszentrum der Saatkrähe in Baden-Württemberg ist Lahr – das könnte eigentlich ein Grund sein stolz darauf zu sein, stand doch der Vogel Mitte des letzten Jahrhunderts kurz vor dem Aussterben. Dennoch gelingt es dieser intelligenten und sozial hoch entwickelten Rabenvogelart nicht, unsere Sympathie zu wecken.

Die Saatkrähe krächzt für unsere Ohren relativ laut und unmelodisch und ihr Nistmaterial und Kot fallen auf Gehwege und Autos. Bei einem Teil der Lahrer Bürgerschaft macht sie sich daher unbeliebt. Auch erscheinen die zeitweilig großen Schwärme für einige bedrohlich. Mit dem Anstieg der Saatkrähen-Population und der Neubildung von Kolonien in Wohngebieten kommt es in den letzten Jahren zu Beschwerden. Auch wenn die Saatkrähe von dem betroffenen Teil der Bürger als störend oder belästigend empfunden wird, aus ökologischer und rechtlicher Sicht ist es nur sehr eingeschränkt möglich, die Saatkrähe aus den Wohngebieten zu vertreiben.

Die Stadt Lahr nimmt den Unmut der betroffenen Bürger ernst und bemüht sich um Abhilfe und Aufklärung. In einer Broschüre werden die wichtigsten Fragen beantwortet. Eine Zuständigkeit für die Saatkrähe liegt für die Lahrer Stadtverwaltung nicht vor.

Mit dem „Lahrpfad“  hat die ehemalige Lokale Agenda 21-Gruppe Stadtökologie Menschen für die Natur in Lahr begeistert und ihnen die Augen für die ökologischen Besonderheiten geöffnet, die der Lebensraum Stadt bietet.

Der Lahrpfad möchte an sechs ausgewählten Punkten der Stadt Lahr die ökologischen Werte sowie deren Bedeutung für Bürgerschaft und Besuchende der Stadt aufzeigen. Unsere Städte sind nicht überall nur lebensfeindliche versiegelte Räume, sondern bieten Tieren und Pflanzen vielerlei Biotope, mannigfaltige Ernährungsmöglichkeiten und oft wirksamen Schutz vor Feinden. Und das natürliche Leben in der Stadt macht sie auch für den Menschen lebenswerter.