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29.08.2024 - So soll das Zufußgehen in Lahr attraktiver werden Mitmachaktion und eine bessere Infrastruktur

Eine Person geht über einen Zebrastreifen.
Der bestehende Zebrastreifen bei der Städtischen Musikschule an der Lotzbeckstraße ist sicherer gestaltet worden.
Quelle: Stadt Lahr
Die Stadt Lahr beteiligt sich an der landesweiten Mitmachaktion #allesgeht und setzt in diesem Jahr zahlreiche Maßnahmen für einen sicheren und attraktiven Fußverkehr um.

So gut wie jeder Mensch ist fast jeden Tag zu Fuß unterwegs: zum Bus, zur Bahn, zum Fahrrad, zum geparkten Auto oder direkt zum Ziel. Fußverkehr ist Basismobilität – auch in Lahr. Wer viel zu Fuß unterwegs ist, tut etwas für die Gesundheit und trägt maßgeblich zum Umweltschutz bei. Zufußgehen bereichert das Leben in der Stadt und macht Straßen und Plätze lebendiger.

Als Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW), einem Netzwerk von mehr als 100 Landkreisen, Städten und Gemeinden, setzt sich die Stadt Lahr dafür ein, dass aktive Mobilität als Basismobilität so einfach, sicher und bequem ist, dass Fuß und Rad die erste Wahl sind.

Mitmachaktion #allesgeht

Mit der Mitmachaktion #allesgeht der AGFK-BW wird der Fokus nach der Sommerpause auf das Zufußgehen gelegt. Die Stadt Lahr wird sich mit der Schritte-Challenge an der landesweiten Mitmachaktion beteiligen. Von Dienstag, 1. Oktober, bis einschließlich Dienstag, 29. Oktober 2024, gilt die Herausforderung, so viele Schritte wie möglich zu sammeln – und das gemeinsam mit der Familie, Freunden, Nachbarn oder Kollegen. Die Teams sollen Spaß an der gemeinsamen Bewegung haben und entdecken, wie viele Wege sie im Alltag zu Fuß zurücklegen können. Sie treten dabei gegen andere Teams aus der Stadt und ganz Baden-Württemberg an, indem sie mit der SCHRITTE-CHALLENGE-App die täglich absolvierten Schritte sammeln. Über den Liveticker lässt sich die Platzierung der Teams verfolgen. Die Anmeldung ist Montag, 2. September 2024, über die Website www.allesgeht-bw.de möglich. Die Zahl der Teilnehmenden aus Lahr ist auf 900 begrenzt.

Oberbürgermeister Markus Ibert ruft zur Teilnahme und zum Selbstversuch auf: „Wir alle haben die Chance, unser persönliches Mobilitätsverhalten und die tägliche Verkehrsmittelwahl zu hinterfragen. Viele unserer Alltagswege können wir zu Fuß zurücklegen – und sei es auch nur der Gang zum Bäcker am Wochenende.”

Sichere und attraktive Wege für mehr Fußverkehr

Damit in Lahr zukünftig mehr Wege zu Fuß zurückgelegt werden, setzt die Stadt in diesem Jahr mehrere infrastrukturelle Maßnahmen um.

Bereits im Frühjahr wurden in der Dreyspringstraße bei der neuen Kita ein Zebrastreifen markiert und der gemeinsame Geh- und Radweg vor der Kita verbreitert. Im Bereich des neuen Zebrastreifens wurde zudem ein Kfz-Stellplatz in Fahrradstellplätze umgewandelt, um die Sichtfelder freizuhalten.

Ebenfalls im Frühjahr wurde der bestehende Zebrastreifen bei der Städtischen Musikschule an der Lotzbeckstraße sicherer gestaltet: Eine Verschmälerung des Einmündungsbereichs hat eine deutlich kürzere Querungsstrecke auf dem Zebrastreifen zur Folge, eine zusätzliche Beleuchtung sorgt für eine bessere Erkennbarkeit im Dunkeln und eine Grenzmarkierung am Straßenrand, die an den Zebrastreifen anschließt, gewährleistet einen ausreichenden Abstand zu parkenden Fahrzeugen und somit freie Sicht.

In der Rubrik Zebrastreifen stehen in diesem und im nächsten Jahr weitere Maßnahmen an: ein neuer Zebrastreifen im Einmündungsbereich Brudertalstraße/Kuhbacher Hauptstraße, in der Turmstraße auf Höhe des Finanzamts, im Kreuzungsbereich Stefanienstraße/Altfelixstraße/Altvaterstraße und in der Otto-Hahn-Straße bei den Schulen.

Die Fußgängerampeln werden ebenfalls untersucht. Für die Ampel in der Kaiserstraße bei der Eichrodtschule liegen Planungen für einen barrierefreien Umbau vor, die allerdings erst nach Abschluss der Fassadenarbeiten an einem Gebäude gegenüber der Schule umgesetzt werden können. Eine weitere wichtige Ampel für den Fußverkehr befindet sich am Warteck. Da sich die Störungen dort häufen, soll ein neues Steuergerät eingebaut werden.

Auch beim Längsverkehr entlang der Straßen gibt es Verbesserungen. So werden aktuell die Friedhofstraße umgestaltet, die einen breiteren Gehweg auf der Ostseite erhält, und der gemeinsame Geh- und Radweg beim Max-Planck-Gymnasium saniert, der ebenfalls verbreitert wird. Für die Umgestaltung des Rosenwegs zwischen Rosenpark und Willy-Brand-Straße, in dem ein breiter Gehweg auf der Südseite angelegt werden soll, wird im Herbst die letzte Planungsphase abgeschlossen, sodass die Ausschreibung noch in diesem Jahr erfolgen kann.

Oberbürgermeister Markus Ibert ist überzeugt davon, dass ein Mix aus kommunikativen Maßnahmen wie der Mitmachaktion #allesgeht und aus baulichen Maßnahmen den Anteil des Fußverkehrs erhöhen wird. „Bis zum Jahr 2030 wollen wir einen Fußverkehrsanteil von 23 Prozent erreichen, so sieht es der Verkehrsentwicklungsplan für die Stadt Lahr vor. Darauf müssen wir alle gemeinsam hinarbeiten, um unsere Stadt lebenswerter zu machen und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.”

Baustellen für einen Geh- und Radweg, im Hintergrund die Stiftskirche
Der gemeinsame Geh- und Radweg beim Max-Planck-Gymnasium wird saniert und verbreitert.
Quelle: Stadt Lahr