21.11.2025 - Stadt Lahr und Umlandgemeinden bringen Fundtiervertrag mit dem Tierschutzverein in die kommunalen Gremien
Kompromiss verlängert weitere Zusammenarbeit
Zwei Euro je Einwohnerin und Einwohner für das Jahr 2026, 2,10 Euro für 2027 und 2,20 Euro für 2028: Diese Pauschalen wollen die Stadt Lahr und die Gemeinden im Altkreis Lahr dem Tierschutzverein Lahr und Umgebung e.V. für die fachgerechte Unterbringung, Pflege und Ernährung von Fundtieren im Tierheim Lahr künftig entrichten. Die kommunalen Gremien werden in den kommenden Wochen über den Abschluss eines entsprechenden Fundtiervertrags entscheiden.
„Die Stadt Lahr, die Gemeinden im Altkreis Lahr und der Tierschutzverein arbeiten seit vielen Jahren gut und vertrauensvoll zusammen. Der Kompromiss, den wir nun erzielt haben, ist dafür ein weiterer Beleg“, sagt Lahrs Oberbürgermeister Markus Ibert. „Mein Dank gilt allen Haupt- und Ehrenamtlichen, die sich im Verein und im Tierheim Lahr mit viel Einsatz und Herzblut für das Tierwohl in unserer Region engagieren.“
„Der gefundene Kompromiss ist aus meiner Sicht sowohl für die Kommunen in der südlichen Ortenau als auch für das Tierheim vertretbar und eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit“, sagt Matthias Gutbrod, Bürgermeister von Kippenheim, der die Verhandlungen für die weiteren Gemeinden im Altkreis Lahr geführt hat.
„Für den Tierschutzverein ist die Unterbringung der Fundtiere zwar nach der vorgesehenen Erhöhung der Pauschale weiterhin nicht kostendeckend, aber wir können natürlich die finanziell schwierige Lage der Kommunen nachvollziehen. Es ist jedoch sowohl für den Tierschutzverein als auch für die Kommunen wichtig, dass das Tierheim eine gesicherte Finanzierung erfährt. Aktuell und nach dem Kompromiss auch weiterhin bezuschusst der Tierschutzverein aus Vereinsmitteln die Unterbringung der Fundtiere und trägt die Hauptlast für den Betrieb des Tierheims. Mit dem nun gefundenen Kompromiss für die nächsten drei Jahre kommen wir der Pflicht zur Kostendeckung aber einen Schritt näher“, sagt Martin Spirgatis, Erster Vorstand des Tierheims und des Tierschutzvereins.
Die Unterbringung und Versorgung von Fundtieren ist eine kommunale Pflichtaufgabe.
Diese übernimmt der Tierschutzverein im Rahmen des Fundtiervertrags für die Stadt Lahr und die Umlandgemeinden, die dafür eine einwohnerbezogene Pauschale entrichten. Diese belief sich seit 2018 unverändert auf 1,50 Euro jährlich je Einwohnerin beziehungsweise Einwohner. Im Januar 2025 hat der Tierschutzverein den bestehenden Fundtiervertrag zum Jahresende gekündigt und auf die Notwendigkeit einer deutlichen Anpassung der Pauschale verwiesen. Die maßgeblichen Gründe waren vor allem die steigende Zahl der Fundtiere sowie die allgemeine Teuerung, insbesondere bei den Kosten für tierärztliche Behandlungen, Personal, Energie und Tierfutter. Der Aufwand für den Tierheimbetrieb hat sich nach Angaben des Tierschutzvereins seit dem Abschluss des letzten Fundtiervertrags Ende 2017 mit einem Plus von 98,54 Prozent fast verdoppelt.
Im Oktober und Anfang November 2025 fanden Gespräche zum Neuabschluss eines Fundtiervertrags ab 2026 statt. Im Ergebnis haben die Partner einen Kompromiss erzielt, der die angespannte finanzielle Situation beider Seiten berücksichtigt. Im Lahrer Gemeinderat wird der neue Fundtiervertrag im Dezember 2025 zur Beschlussfassung vorgeschlagen.