Lahrer Zeitungen, Badische Zeitung, Lahrer Zeitung, Lahrer Anzeiger

03.09.2020 - Die Stadt engagiert sich für mehr Mobilität bei weniger Verkehr In Lahr nachhaltig mobil

Lahr hat schon früh auf die Förderung einer attraktiven Infrastruktur für umweltfreundliche Verkehrsmittel gesetzt. Seit Frühjahr 2018 verkehrte hier einer der ersten reinen Elektrobusse in Baden-Württemberg, der als Pendelbus den modernen, barrierefreien und gut gestalteten Bahnhof/ZOB mit dem Landesgartenschaugelände verband. Gleichzeitig wurde in Lahr ein autonom fahrender Elektrobus im öffentlichen Straßenverkehr erprobt. Die Lahrer Stadtverwaltung geht im Bereich Elektromobilität mit positivem Beispiel voran:

Zwei abgasfreie Elektrofahrzeuge befinden sich im Fuhrpark, weitere vier beim Bau- und Gartenbetrieb. Sie werden mit 100 Prozent zertifiziertem Ökostrom geladen. Laut Beschluss des Gemeinderats werden weitere E-Fahrzeuge folgen und sukzessive die konventionellen Verbrenner ersetzen. Ergänzend zum eigenen Fuhrpark werden ein E-Carsharing-Fahrzeug und die Pedelecs der Firma nextbike für Dienstfahrten genutzt.

 

Ob mit dem Elektroauto, dem Bus, dem Fahrrad oder zu Fuß – Lahr wird mobiler und gleichzeitig klimafreundlicher. „Die Stadt Lahr will Vorbild sein, viele Möglichkeiten aufzeigen und andere motivieren, selbst aktiv zu werden. Nur gemeinsam können wir unsere Klimaziele schaffen, nur gemeinschaftliches Engagement kann den Klimaschutz in Lahr voran bringen“, sagt die städtische Klimaschutzmanagerin Madeleine Krol und lädt alle Lahrerinnen und Lahrer ein, selbst einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

 

Weil Radfahrer und Fußgänger zwar die umweltfreundlichsten, aber auch die verletzlichsten Verkehrsteilnehmer sind, werden bei der Stadt Lahr auf Grundlage eines Rad- und Fußwegekonzepts schon seit 2012 systematisch die bestehenden Hemmnisse und Gefahrenstellen analysiert und Lösungen für eine fahrrad- und fußgängerfreundliche Stadt Lahr entwickelt. „Für den Radverkehr wird das Konzept aktuell fortgeschrieben. Die Fußverkehrsförderung wird unter anderem mithilfe von Fußverkehrs-Checks vorangebracht“, erklärt die Klimaschutzmanagerin. 2016 wurden die Checks erstmalig in zwei ausgewählten Quartieren durchgeführt mit dem Ziel, die Fußwege sicherer und attraktiver zu machen. „Nachdem einige Maßnahmen umgesetzt werden konnten, wie beispielsweise der Bau eines Gehwegs entlang der Bottenbrunnenstraße, sollen in Zukunft weitere Checks folgen“, weiß Krol.

 

Seit 2018 bietet die Firma nextbike im Auftrag der Stadt Lahr Pedelecs an zehn Stationen zum Ausleihen an. Beschäftigte, Besucher und Bürger der Stadt können seitdem klimafreundlich, bequem und kraftsparend alle Zielorte in der Stadt radelnd erreichen. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt profitieren außerdem von Test-Möglichkeiten und Kaufprämien für (E-)Lastenräder von bis zu 500 Euro. „So lassen sich viele Wege, die häufig mit dem Auto zurückgelegt werden, und sogar schwere Einkäufe, auch mit einem Tritt in die Pedale bewältigen“, sagt Madeleine Krol.

 

Eine weitere Aktion im Radverkehr startet demnächst: Dreimal hat die Stadt Lahr schon an der Klima-Bündnis-Kampagne Stadtradeln erfolgreich teilgenommen und auch in diesem Jahr ist Lahr wieder mit von der Partie. Vom 7. bis 27. September können Mitglieder des Gemeinderats, alle Einwohner der Stadt und alle, die in Lahr arbeiten, einem Verein angehören oder eine Schule besuchen, bei der Kampagne Stadtradeln mitmachen und möglichst viele Radkilometer sammeln. Gesucht wird Lahrs fahrradaktivstes Team.

 

Um zukünftig wichtige Weichen im Bereich Mobilität zu erstellen, erstellt die Stadt Lahr zurzeit einen Verkehrsentwicklungsplan. „Er definiert unsere Strategie für die Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung bis 2030 und er enthält neben einer detaillierten Analyse der verkehrlichen Ausgangssituation und einer Stärken-Schwäche-Analyse vor allem auch ein integriertes Handlungskonzept, das unter Berücksichtigung von Prognosen und Entwicklungsszenarien unterschiedliche Maßnahmen für alle Verkehrsträger und alle Bereiche der Mobilität in Lahr aufzeigt“, so Krol. Bei der Erarbeitung des Plans liegt ein besonderer Fokus auf der Betrachtung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), auch vor dem Hintergrund der ansteigenden Anforderungen an den Klimaschutz. „Mehr Mobilität bei weniger Verkehr“, so fasst Oberbürgermeister Markus Ibert das Ziel des Verkehrsentwicklungsplans kurz und prägnant zusammen.

 

Da die Mobilität nicht an der Gemarkungsgrenze endet und die Pendlerverkehre stetig zunehmen, engagiert sich die Stadt seit einem Jahr zudem im Mobilitätsnetzwerk Ortenau, einem Zusammenschluss von zehn Städten und Gemeinden aus dem Ortenaukreis mit dem Ziel, nachhaltige Mobilitätslösungen für die Region zu entwickeln.