Lahrer Zeitungen, Badische Zeitung, Lahrer Zeitung, Lahrer Anzeiger

24.03.2026 - Stadtmuseum Lahr zeigt Werk des Offenburger Künstlers Elias Errerd Die Verdichtung eines Raumwunders

Unbearbeitetes Raumwunder
Zum Vergleich: So hat das unbearbeitete Raumwunder ausgesehen, bevor Elias Errerd es verdichtet hat
Quelle: Stadt Lahr
In der Reihe „Raumwunder des Monats“ ist im Lahrer Stadtmuseum aktuell zu sehen, was sich der Offenburger Künstler Elias Errerd einfallen ließ, um die hölzerne Box in eine ganz neue Form zu überführen.

Elias Errerds künstlerische Auseinandersetzung mit dem Lahrer Raumwunder begann mit einem Widerspruch. Die große, schwe­re Kiste trägt einen Namen, der Leichtigkeit und räumliche Effizienz verspricht. Tatsächlich beansprucht sie Raum, verstellt ihn und blockiert Bewegung. In seiner kleinen Werkstatt, in der die Box über längere Zeit lagerte, wurde dieser Widerspruch unmittelbar erfahrbar. Der Künstler fragte sich, was geschehen wür­de, nähme er den Begriff „Raumwunder“ wörtlich. Seine Antwort ist eine radikale Transformation: Elias Errerd hat den ehemals sperrigen Körper stark verdichtet. Was das bedeutet, können die Besucherinnen und Besucher noch bis Ende März 2026 im Foyer des Stadtmuseums sehen.

Elias Errerd ist beeinflusst von der reduzierten Formensprache der Bauhaus-Malerei und konzipiert vor allem kleinformatige Malereien, Collagen und Schablonendrucke. Ausge­hend von der Zeichnung entwickelt er seine Kompositionen präzise und skaliert sie bis hin zu fassadengroßen Malereien. Im Spannungsfeld zwischen ange­wandter und freier Arbeit sucht er nach Ausgewogenheit im Chaos und Unruhe in der Stille. Seine Motive verbinden Gegensätze wie Komplexität und Einfachheit, Einklang und Vielklang. Der Offenburger studierte bis 2011 Freie Kunst und Kommunikationsdesign an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Seit mehreren Jahren engagiert er sich für Umweltschutz und veröffentlicht regelmäßig Künstlerinnenpublikatio­nen mit Kolleginnen unter dem Label BOYSTEGR.

Das „Raumwunder des Monats 2026“ ist eine Kooperation des Stadtmuseums Lahr und des Künstlerkreises Ortenau e.V. Im Jahr 2024 präsentierten bereits sieben Künstlerinnen und Künstler des Künstlerkreises Ortenau ihre Raumwunder. Fünf weitere Kunstwerke folgen nun von Februar bis Juni 2026. Möglich gemacht hat das Projekt eine Spende der Unternehmerin Brigitta Schrempp. Ab Mittwoch, 1. April 2026, stellt Ursula Reichart ihre Raumwunder-Interpretation vor.

Der Künstlerkreis Ortenau e.V. ist ein Verein von mehr als 30 bildendenden Künstlerinnen und Künstlern. Er wurde 1980 gegründet und sieht sich als Vorreiter für die Vermittlung zeitgenössischer Kunst in der Region. Zu Beginn hatte er seine Räume in der Alten Wäscherei, seit 2001 ist er in der Galerie im Artforum in Offenburg beheimatet. Der Verein organisiert mehrere Ausstellungen und begleitende Veranstaltungen im Jahr. Das Heterogene ist der Gemeinschaft des Künstlerkreises eigen. Diese Bandbreite spiegelt sich auch bei den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern wider.

Das Stadtmuseum ist von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt in das Foyer ist frei. Die aktuelle Sonderausstellung „TatSachen. Verbrechen und Strafe in der Lahrer Geschichte“ wurde verlängert und ist noch bis einschließlich Sonntag, 12. April 2026, zu sehen.