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11.07.2025 - Stadt Lahr verbessert Hitzeschutz im Rahmen ihrer Möglichkeiten Auch in Schulen und Kitas wird es im Sommer warm

Hitze nimmt in Deutschland zu und stellt eines der größten klimawandelbedingten Gesundheitsrisiken dar. Die Stadt Lahr erarbeitet aktuell einen Hitzeaktionsplan, der voraussichtlich in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses beraten wird – und hat schon jetzt eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um im Rahmen ihrer Möglichkeiten den Hitzeschutz zu verbessern.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf Kitas und Schulen. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht Hitzewarnungen für Tage, an denen die Hitze zu einer Gefahr für die Gesundheit werden kann. Die Stadtverwaltung bereitet derzeit einen Hitzewarnungs-E-Mail-Verteiler für Kitas, Schulen und ähnliche Einrichtungen vor. Schon jetzt veröffentlicht sie aktuelle Hitzewarnungen auf der städtischen Website und verbreitet sie über Social Media. Außerdem hat die Stadtverwaltung an die Kitas und Grundschulen in Lahr grundlegende Informationen zu Hitzeschutzmaßnahmen verteilt.

Sowohl bei Neubauvorhaben wie der Kita Abenteuerland als auch bei energetischen Sanierungen wie am Max-Planck- und am Scheffel-Gymnasium berücksichtigt die Stadt Lahr das Thema sommerlicher Wärmeschutz unter anderem mit der Schaffung von Möglichkeiten zur Nachtauskühlung oder einer Bauteilaktivierung zur Flächenkühlung. Die Nachtauskühlung wird in Gebäuden mit Lüftungsanlagen mit Blick auf extrem hohe Temperaturen derzeit optimiert – beispielsweise jüngst am Scheffel-Gymnasium. In älteren, noch nicht sanierten Gebäuden sind bauliche Lösungen jedoch kurzfristig nicht umsetzbar. Hier setzt die Stadt Lahr vor allem auf Information und Sensibilisierung für Verhaltensweisen, die den klimatischen Bedingungen entsprechen.

In den städtischen Kitas haben sich alle Kita-Teams mit einem Hitzeschutz-Leitfaden befasst und garantieren dessen Einhaltung. Für genügend Flüssigkeit ist gesorgt: Getränke wie Wasser oder kalter, ungesüßter Tee stehen bereit, und die Teams legen gemeinsame Trinkpausen mit den Kindern ein. Aufenthalte und Aktivitäten im Freien, beispielsweise Wasserspiele, werden an die Hitze im Laufe des Tages angepasst. Die Mittags- und Ruhepausen werden in abgedunkelten und kühleren Räumen eingehalten. Ein ausreichender Sonnenschutz ist damit gewährleistet. Zur Kühlung werden die Räume in den frühen Morgenstunden gelüftet, die Fenster verschattet und – wo sinnvoll – Ventilatoren eingesetzt. Zudem wurden die Eltern mit einer Information für das Thema Hitzeschutz sensibilisiert.  

Ventilatoren sind für den Einsatz in der Schule – anders als in der Kita – nicht zu empfehlen. Ein Standardventilator reicht für einen Klassenraum nicht aus; mehrere Geräte je Raum würden jedoch im gesamten Gebäude zu einem hohen Strombedarf führen, der wiederum Probleme verursachen könnte. Außerdem haben Ventilatoren keine Kühlkomponenten und verändern die Raumtemperatur nicht, sondern erzeugen lediglich einen Luftstrom, der für ein subjektives Gefühl der Abkühlung sorgt. In Räumen mit Lüftungsanlagen wie beispielsweise im Scheffel- oder Max-Planck-Gymnasium wäre der Einsatz für die Anlagentechnik sogar kontraproduktiv. Auch mobile Klimaanlagen sind keine befriedigende Lösung: Da für den Abluftschlauch ein Fenster geöffnet werden müsste, würde warme Luft in das Zimmer einströmen und den Kühleffekt relativieren. Lautstärke und Stromverbrauch sprechen ebenfalls gegen den Einsatz dieser Geräte.

An sehr heißen Tagen sind, wie auch in den meisten privaten Räumen, deutlich erhöhte Temperaturen in Schulen und Kitas letztlich nicht zu vermeiden. Sollten die Bedingungen als zu belastend empfunden werden, können Schulen hitzefrei geben und die Eltern von Kita-Kindern entscheiden, ihr Kind nicht in die Einrichtung zu bringen.

Ausführliche Informationen und zahlreiche konkrete Tipps zum Schutz vor Hitze für unterschiedliche Zielgruppen sind auf der städtischen Website zu finden: https://www.lahr.de/achtung-sonne-und-hitze-.209839.htm