14.08.2020 - KOD Lahr: Vielfältiges Aufgabenspektrum
Appellieren, erklären, informieren und ahnden
Ein Teil des Lahrer KOD mit OB Markus Ibert und Erster Bürgermeister Guido Schöneboom
Quelle: 'Stadt Lahr
Sie schauen sprichwörtlich nach dem Rechten: Die Frauen und Männer des Kommunalen Ordnungsdienstes der Stadt Lahr. Viele Bürgerinnen und Bürger sind jedoch der Überzeugung, dass die städtischen Angestellten in blauer Uniform hauptsächlich den ruhenden Verkehr überwachen, Falschparker verwarnen und Knöllchen verteilen würden. Dem ist nicht so.
Die Kolleginnen und Kollegen sind für ein vielfältiges und breit gefächertes Arbeitsgebiet verantwortlich. Der KOD deckt einen umfangreichen Aufgabenkatalog ab, der sich zusammenfassend als allgemeine Gefahrenabwehr bezeichnen lässt.
„Oftmals kommt man erst mit dem KOD in Kontakt, wenn man etwas falsch gemacht hat. Doch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sanktionieren nicht nur, sondern arbeiten auch präventiv. Das ist für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung von ungemeiner Wichtigkeit, was sich jetzt gerade in der Coronakrise gezeigt hat“, betont Lahrs Erster Bürgermeister Guido Schöneboom.
Der KOD geht mit Fahrrad, Auto und zu Fuß auf Streife, kontrolliert die Vorgaben der städtischen Polizeiverordnung, führt gewerberechtliche Kontrollen in Spielhallen, Gaststätten und Diskotheken durch und hat ein Auge auf die Sperrzeiten. Die Mitarbeiter gehen darüber hinaus auch zahlreichen Beschwerden aus der Bevölkerung nach, wenn sich beispielsweise alkoholisierte Personen auf Spielplätzen aufhalten oder über Lärm geklagt wird. Jugendschutzkontrollen, die Überwachung des Befahrens gesperrter Feldwege unter anderem am Schutterlindenberg, die Überprüfung von Sondernutzungen, das Bestreifen problematischer Örtlichkeiten, die Einhaltung des Radfahrverbots in der Fußgängerzone, die Durchsetzung der geltenden Rechtsverordnung am Waldmattensee oder die Durchführung von Kontrollen zur Leinenpflicht von Hunden sind weitere Beispiele des zahlreichen Aufgabenspektrums.
Der KOD ist darüber hinaus für die übertragenen polizeilichen Vollzugsaufgaben nach dem Polizeigesetz Baden-Württemberg zuständig. Das bedingt schon laut Gesetz eine intensive Abstimmung und in vielerlei Hinsicht auch eine Gleichstellung mit den Polizeibeamtinnen und Beamten vom Lahrer Revier. „Wir arbeiten sehr eng zusammen“, betont Lucia Vogt, Leiterin der Abteilung Sicherheit und Ordnung. Es gibt gemeinsame Streifen und einen regelmäßigen Austausch. Der KOD ist jederzeit über Funk mit dem Polizeirevier verbunden.
In Coronazeiten hat sich das Aufgabengebiet des KODs nochmals wesentlich erweitert. So werden derzeit die durch die Coronaverordnung bestehenden Hygienevorgaben in Gewerbebetrieben, die Abstände der Tische in Gaststätten oder das Führen der Gästelisten überprüft. Auch die Maskenpflicht in Einzelhandelsgeschäften wird immer wieder stichprobenartig kontrolliert. Die Mitarbeiter des KODs appellieren, erklären, informieren und ahnden Verstöße.
In den zurückliegenden Wochen spielte die Aufklärung eine große Rolle, denn in der Bevölkerung war eine große Verunsicherung zu spüren. „Trotz drastischer Einschränkungen gab es unter den Lahrerinnen und Lahrern ein großes Verständnis für die besondere Situation und auch für die Notwendigkeit der Kontrollen“, betont Lucia Vogt. In den meisten Fällen wurden die Beschränkungen eingehalten, einschreiten musste der KOD ab und zu bei Gruppen von Jugendlichen, die die Abstandsregeln nicht so genau nahmen. „Hier hat oftmals unsere Präsenz ausgereicht“, erzählt Stefan Langenkamp, Teamleiter des KODs.
Bei den vielen Verordnungen und Regeln war es für den KOD in den Anfangszeiten der Pandemie eine große Herausforderung, täglich auf dem Laufenden zu bleiben. „Wir haben unseren Mitarbeitern ein tägliches Update nach dem jeweiligen morgendlichen Sichten der neuen Regelungen in komprimierter Form an die Hand gegeben“, sagt Vogt.
Aber auch in der Corona-Zeit waren die „normalen Aufgaben“ abzudecken, bei denen sich der KOD nicht immer beliebt macht. Nicht jeder lässt sich gern auf einen Fehler hinweisen, der auch mal zu Lasten des Geldbeutels gehen kann. Leider kommt es mitunter vor, dass hierbei die Bediensteten beleidigt oder aggressiv angegangen werden. In diesen Fällen fährt die Stadtverwaltung eine konsequente Linie: „Wir zeigen diese Vorfälle konsequent an“, betont Vogt.
Zum Team des Lahrer KODs gehören acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie eine Teamleitung, die in vier Schichten von früh morgens bis spät in die Nacht abwechselnd im Einsatz sind.
Bis dato gibt es keine spezielle Berufsausbildung für den Kommunalen Ordnungsdienst. Die Stadt Lahr setzt für die Tätigkeit möglichst eine Verwaltungsausbildung und Erfahrung im Polizeirecht voraus. Vor dem selbständigen Einsatz der Bediensteten „auf der Straße“ wird eine 16-wöchige Qualifizierungsmaßnahme durchlaufen. Auch später absolvieren die Mitarbeiter laufend Fortbildungen und nehmen an einem regelmäßigen Selbstverteidigungstraining teil.