Die evangelische Kindertagesstätte „Regenbogen“ in Altenheim setzt auf Unterstützung der kindlichen Sprachentwicklung durch Musik.
Die evangelische Kindertagesstätte Regenbogen in Neuried-Altenheim nimmt seit 2016 an dem Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ mit den Schwerpunkten alltagsintegrierte sprachliche Bildung und inklusive Pädagogik sowie Zusammenarbeit mit Familien teil. Die Kita war bereits im Vorgängerprojekt „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“ dabei, das 2011 startete. Die Kinder in dem Haus kommen aus sechs verschiedenen Nationen. In ihrer sprachlichen Entwicklung unterstützt werden sie insbesondere von zwei Sprachförderkräften.
Der Schwerpunk wird seit dem Start der Bundesprojekte vor allem auf die alltagsintegrierte sprachliche Bildung gelegt. Dies bedeutet für die Fachkräfte Förderung der Kinder in Alltags- und Routinesituationen wie beispielsweise bei der Begrüßung, den Mahlzeiten, der Körperpflege sowie in geplanten Spiel- und Bewegungssituationen in der Kita und außerhalb auf Spaziergängen, im Wald oder bei Ausflügen. Die Förderung richtet sich an die gesamte Gruppe, an die Kleingruppen,aber auch an einzelne Kinder.
In ihrer Arbeit orientieren sich die Fachkräfte inhaltlich sowohl an den Interessen der Kinder als auch am Jahreskreislauf. Denn Sprache ist mehr als nur Sprechen. Die korrekte Grammatik, die Aussprache, ein großer Wortschatz und ein gutes Sprachverständnis bilden die Grundlage für den gesamten Bildungsweg der Kinder.
Es ist nachgewiesen, dass auch die Musik und die Bewegung dazu beitragen, Sprache zu fördern. Die Verbindung von Sprache und Musik unterstützt schon im Krippenalter die Sprachentwicklung. Besonders der Umgang mit Lauten, Silben und Reimen wird durch das Singen gefördert, was beim späteren Lesen und Schreiben hilfreich ist. Mit Liedern und Reimen kann sich ein Kind in die Sprache einhören, ihren Rhythmus erspüren und das Gedächtnis trainieren. Kommt noch die Bewegung dazu, ergibt sich für die Kinder die Möglichkeit, die Bedeutung der Wörter zu entdecken, Laute auszusprechen und jedes Wort deutlich zu singen.
In der Kita Regenbogen zieht sich die Musikalität wie ein roter Faden durch den Alltag: Jeden Montag treffen sich alle Kinder gemeinsam zum Liedersingen. An den anderen Tagen finden Morgenkreise in den jeweiligen Gruppen statt. Auch dort ist die musikalische Früherziehung ein wichtiger Bestandteil, sowohl beim Singen von Liedern als auch durch den Einsatz von Instrumenten. Einmal wöchentlich kommt eine deutsch-französische Kollegin aus dem Hort. Dann werden französische Lieder gesungen und Geschichten gehört. Die gelernten Lieder und Fingerspiele finden ebenfalls einen Platzbeispielsweise beim Feiern von Gottesdiensten, bei den Besuchen im benachbarten Seniorenzentrum oder auch bei dem monatlichen Auftritten beim „Ü-80-Treff“, der Ökumenischen Seniorenbegegnung aus ganz Neuried im Regenbogensaal. Mit solchen Aktionen wird Inklusion im Sinne des Bundesprojektes aktiv gelebt: als Bereicherung zu erleben und anzunehmen ist das angestrebte Lernziel.
In den letzten Wochen widmeten sich Kinder und Erzieherinnen wie überall zu dieser Jahreszeit dem Thema „St. Martin“. Alltagsintegriert und ganzheitlich wurde die Geschichte für die Kinder erlebbar umgesetzt: Neben dem Einsatz von Bilderbüchern, darstellendem Spiel, Malen und Basteln sowie Liedern und Fingerspielen wurde die Legende auch mit Hilfe des ursprünglich aus Japan stammenden Erzähltheaters „Kamishibai“ dargestellt. Dabei handelt es sich um großformatigen Bilderbuchkinos, die in einem hölzernen Rahmen präsentiert werden. Wie beim Film ist hier eine Betrachtung durch die ganze Gruppe möglich. Im Gegensatz dazu ist das Kamishibai durch das Zeigen einzelner Bilder aber geduldig wie ein Buch: Die Kinder können über das Gehörte und Gesehene mit ihrer Erzieherin in Dialog treten, die Geschichte verarbeiten und sie selbständig weiterspinnen.
Das Martinsfest selber wurde schon am Morgen durch einen Besuch im Seniorenzentrum eingeläutet. Wieder kamen die Generationen zusammen, Kinder und Senioren sangen gemeinsam, teilten miteinander die Musik und die Lieder wie „Ich geh mit meiner Laterne“; „St. Martin ritt durch Schnee und Wind“ und „Heller als der Mond“.
Der Abend des Festes mit dem Laternenumzug war dem Zusammentreffen der Familien gewidmet: Hier trafen sich Eltern, Verwandte und Kinder zum Singen der Martinslieder und dem Spiel der Vorschulkinder „Ein armer Mann“ im Garten der Kita. Bei Stockbrot, Waffeln und Glühwein klang das Fest gemütlich aus.
Nun bereiten sich Kinder und Fachkräfte gemeinsam auf die Advents- und Weihnachtszeit vor. Die Senioren werden wieder mit traditionellen und neuen Weihnachtsliedern erfreut und in der Kita können die Kinder die Weihnachtsgeschichte mit allen Sinnen erleben…
Mit dem Programm Sprach-Kitas will das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die alltagsintegrierte sprachliche Bildung, die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in den Kitas stärken. Der Bund stellt für das Programm im Zeitraum von 2016 bis 2020 Mittel im Umfang von bis zu einer Milliarde Euro zur Verfügung.