Rolf Zuckowski, Produzent und Kinderliedermacher, hat diese Woche für einen halbstündigen privaten Besuch in der Lahrer Kita „Abenteuerland“ vorbeigeschaut - Mit dabei seine Gitarre und eine besondere Ausstrahlung.
Zustande gekommen war der Besuch über private Kontakte zu einem Erzieher der Kita. Auf seiner Reise durch Süddeutschland sagte der Musiker spontan zu, bei der Kita seines Bekannten kurz vorbeizuschauen.
Rolf Zuckowski ist aus den Kinderzimmern mehrerer Generationen nicht wegzudenken. Zuerst sangen die Kinder, heute sind es wiederum deren Kinder, die die gleichen Lieder trällern. Seit den 1970er-Jahren liefert Zuckowski die Musik für Einschulungen, Laternenumzüge, Geburtstage und Weihnachtsfeiern. Jeder kennt seine Lieder, keiner muss lange überlegen. Selbst Menschen, die behaupten, keine Kinderlieder zu mögen, können erstaunlich textsicher werden, sobald „In der Weihnachtsbäckerei“ erklingt.
Und auch wenn Zuckowski bei seinem Besuch in Lahr nur mit einem Augenzwinkern vier Takte der „Weihnachtsbäckerei“ anstimmte, flogen ihm von der ersten Minute an die Herzen der vielen Kindern zu. Dabei wussten die Kita-Kinder überhaupt nicht, welch Größe da vor ihnen stand. Zuckowski wirkte mit seinen 79 Jahren wie ein liebevoller Opa. Und als er dann zur Gitarre griff und „Die Jahresuhr“ anstimmte, war auch bei den letzten die Scheu verloren. Die Kleinen hüpften bei ihrem Geburtstagsmonat begeistert in die Höhe und schmetterten textsicher die Strophen. Sichtlich gerührt zeigte sich der Musiker, als die Kinder lauthals „Wie schön, dass du geboren bist“ anstimmten und ihm so zu seinem erst wenige Tage zurückliegenden Geburtstag gratulierten.
Zwischen den Kinderliederklassikern wie „Stups, der kleine Osterhase“, „Meine Mami“, und „Die Jahresuhr“ erzählte er, wie er dazu kam, selbst Kinderlieder zu schreiben. Er wohne in Hamburg, einer großen Stadt, wie er seinen kleinen Zuhörenden erklärte. Als seine eigenen Kinder klein waren, habe er mit ihnen Volkslieder gesungen, jedoch festgestellt, dass sie wenig mit dem echten Leben der Kinder zu tun haben. „Ein Männlein steht im Walde“ habe er gesungen, erzählte er lachend, doch „in Hamburg gibt es überhaupt keinen Wald“.
Zwischendurch stimmte er auch „Ich wollte nie erwachsen sein“ aus dem Musical „Tabaluga“ an. Der Text stamme von ihm, erzählt Zuckowski, und verdeutlicht eindrucksvoll seine eigene Einstellung. Ihm sei es wichtig, auch im Erwachsenenalter ein Stück Kindheit zu bewahren. Eines seiner Vorbilder sei Peter Ustinov - „Ustinov war das älteste Kind, das ich kenne“, sagte er schmunzelnd.
Zuckowskis halbstündige Stippvisite verging wie im Flug und hinterließ begeisterte Kinder und ebenso begeisterte Erzieherinnen und Erzieher, die von dem Musiker und noch viel mehr von dem Menschen und seiner Ausstrahlung, die auf Kinder und Erwachsene gleichsam wirkt, beeindruckt waren.