Lahrer Zeitungen, Badische Zeitung, Lahrer Zeitung, Lahrer Anzeiger

11.01.2022 - Hintergründe zu Georg Büchners Erzählung „Lenz“ in der Reihe „Einsichten“ Vom Wahn eines Protagonisten

Ein gemaltes Bild in einem Rahmen mit einer männlichen Person, das Gesicht ist nicht zu sehen, stattdessen ein Foto eines Mannes, der seine Hand zum Betrachter ausstreckt.
Stimmen im Kopf des Lenz. Theater Baal.
Quelle: Guido Schumacher
Welche Krankheiten trieben den Schriftsteller Lenz, Protagonist in Georg Büchners gleichnamiger Erzählung, in seinem Wahn umher? Dieser Frage widmet sich Dr. Hans-Otto Dumke, ehemaliger Leiter der Psychiatrie Bad Schussenried, am Dienstag, 18. Januar 2022, ab 19 Uhr in einem Online-Vortrag in der Reihe „Einsichten“.

Das Theater BAAL bringt am Sontag, 13. Februar 2022, ab 18 Uhr und am Montag, 14. Februar 2022, ab 14 Uhr im Lahrer Parktheater eine deutsch-elsässische Fassung der Erzählung auf die Bühne.

„Den 20. Jänner ging Lenz durchs Gebirg…“ so beginnt Georg Büchners dramatische Erzählung über den Schriftsteller Lenz und dessen Reise in das abgelegene Dorf Waldersbach in den Vogesen. Getrieben, aufgewühlt, zerrissen von widerstreitenden Gefühlen, die sich zunehmend in Wahnvorstellungen steigern, sucht Lenz Zuflucht und Frieden im Hause der Pfarrersfamilie Oberlin. Büchner schildert die seelische Erkrankung Lenz‘, dessen düstere Verzweiflung und Selbstzerstörungswut, aber auch dessen geradezu hellsichtige Empfindsamkeit, plötzlich explodierende Energie und haltloses Hin- und Hergerissen-Sein zwischen lichten Momenten und dunkelster Alp. 

Der Referent Dr. Hans-Otto Dumke ist Nervenarzt seit 1976. Beruflich war er überwiegend am Zentrum für Psychiatrie (ZfP) Bad Schussenried tätig. Seine Ausbildung machte er unter anderem an der Neurologischen Universitätsklinik Ulm und an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg. Im Zentrum für Psychiatrie in Bad Schussenried arbeitete er die längste Zeit, davon 20 Jahre als ärztlicher Direktor. Neben dem Beruf engagierte er sich in sozialen Organisationen, die er teilweise selbst gründete. Ein Großteil seiner Tätigkeit, besonders seit seinem Ruhestand, besteht in der Vorbereitung und Durchführung von Vorträgen – nicht nur über bekannte Persönlichkeiten, sondern auch zu Themen wie „Euthanasie in Oberschwaben“, „psychologische Aspekte des Antisemitismus“ oder „Sterbehilfe“. Sein Credo ist, das Stigma von psychischen Krankheiten zu nehmen.

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung findet digital per Videokonferenz statt. Eine Anmeldung bei der Volkshochschule (VHS) Lahr ist erforderlich – online unter www.vhs.lahr.de, telefonisch unter 07821/918-0 oder per E-Mail an vhslahr@lahr.de. Der Link zur Videokonferenz wird nach erfolgter Anmeldung einen Tag vor der Veranstaltung verschickt.

Das Vortragsformat „Einsichten“ gibt Einblicke in Orchesterliteratur oder Dramentexte zu ausgewählten Veranstaltungen des Lahrer Kulturamts. Anschließend ist Zeit für Fragen und Diskussionen. Die Veranstaltungen finden in Kooperation mit der VHS Lahr und den jeweiligen Gastspieltheatern und -orchestern statt. Sie werden abwechselnd geleitet von Kulturamtsleiterin Cornelia Lanz und VHS-Fachbereichsleiterin Dörte Janzen.