Lahrer Zeitungen, Badische Zeitung, Lahrer Zeitung, Lahrer Anzeiger

28.08.2026 - Ingenieurbüro startet Diagnostik als Grundlage für weiteres Vorgehen Sensoren für die Bahnbrücke in der Rheinstraße

Die Deutsche Bahn hat der Stadt Lahr einen zeitnahen Termin ermöglicht, an dem die Gleise für die Installation von Sensoren an der Bahnbrücke in der Rheinstraße freigehalten werden.

Das beauftragte Ingenieurbüro, das über umfangreiche Erfahrungen mit baugleichen Brücken verfügt, kann in der Nacht von Sonntag auf Montag, 30. auf 31. August 2026, Sensoren an der Unterseite der Brücke anbringen. Die Datenerhebung ist für das weitere Vorgehen grundlegend.

Ziel ist, den Zustand des Bauwerks fundiert zu ermitteln. Schallemissionssensoren ermöglichen es, flächendeckende Auffälligkeiten an Spanngliedern zu registrieren. Glasfasersensoren können frühzeitig das Verhalten der Spannglieder aufzeigen, wobei Veränderungen Hinweise auf Korrosion, Drahtbrüche oder andere Schädigungen liefern. Zusätzlich werden die Spannglieder mittels Entnahme von Spannstahlproben und die Betonfestigkeit durch Entnahme von Bohrkernen labortechnisch untersucht.

Erste Ergebnisse sollen schon im September 2026 vorliegen. „Sofern es unter Sicherheitsaspekten verantwortbar ist, werden wir die Brücke anschließend für den Fuß- und Radverkehr schnellstmöglich wieder öffnen. In einem weiteren Schritt ist dann zu prüfen, ob eine Öffnung auch für einen Teil des motorisierten Verkehrs erfolgen kann“, sagt Oberbürgermeister Markus Ibert.

Als sehr wahrscheinlich gilt, dass die Brücke für den Verkehr über 16 Tonnen gesperrt bleiben muss – zumal es aufgrund der darunter verlaufenden Gleise und Oberleitungen ausgeschlossen ist, das Bauwerk mit zusätzlichen Stützen zu verstärken. Ein möglichst zeitnaher Neubau, der die bestehende Brücke dauerhaft ersetzt, ist angesichts der überragenden Bedeutung der Rheinstraßenbrücke für den Verkehr unumgänglich.

„Dass der gegenwärtige Zustand bis zur Inbetriebnahme einer neuen Brücke bestehen bleibt, ist für mich nicht akzeptabel“, betont Markus Ibert. „Eine Behelfsbrücke, die auch Fahrzeuge über 16 Tonnen aufnehmen kann, würde die Verkehrssituation in der Zwischenzeit deutlich entspannen. Wir prüfen deshalb intensiv unter Einbindung aller zu Beteiligenden, unter welchen Voraussetzungen ein solches Provisorium so schnell wie möglich errichtet werden kann.“

Zur Prüfung der unterschiedlichen Varianten – für den Ersatzneubau ebenso wie für das Provisorium – hat die Stadt Lahr eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Erstellt wird sie vom gleichen Ingenieurbüro, das auch die Diagnostik der Bestandsbrücke übernimmt, auf dem Themenfeld sehr erfahren ist und seitens des Eisenbahnbundesamts ausdrücklich anerkannt wird. Parallel steht die Stadt im Austausch mit der Deutschen Bahn sowie den maßgeblichen Behörden, Institutionen und Unternehmen, um das Vorhaben voranzubringen.

Wenn sich der Gemeinderat im Oktober 2026 mit dem Thema befasst, wird die Machbarkeitsstudie angesichts der Komplexität der Varianten noch nicht vorliegen können. Die Ergebnisse der jetzt vorzunehmenden Messungen werden jedoch im ersten Schritt die Entscheidung darüber ermöglichen, ob die bestehende Brücke für einen Teil des Verkehrs geöffnet werden kann und ob die Stadt Lahr die möglichst zeitnahe Errichtung eines Provisoriums weiterverfolgen soll.

Unabhängig davon wird die Stadt Lahr sicherstellen, dass die Bundesstraße 415 während der Bauarbeiten für den Anschluss des Klinikneubaus befahrbar bleiben wird.