16.10.2026 - Ferdinand von Schirachs Gerichtsdrama „Terror“ im Lahrer Parktheater
Schuldig oder unschuldig? Das Publikum entscheidet
Terror, Hendrik Flacke
Quelle: Yin-Lai Trinidad und Berliner Kriminal Theater
Darf man das Leben weniger Menschen opfern, um Tausende zu retten? Und wer entscheidet, ob eine solche Tat gerechtfertigt ist? Mit diesen schwierigen Fragen konfrontiert das Gerichtsdrama „Terror“ von Ferdinand von Schirach das Publikum. Am Sonntag, 25. Oktober 2026, um 20 Uhr ist die Inszenierung des Berliner Kriminaltheaters im Lahrer Parktheater zu sehen. Bereits um 19 Uhr findet ein kostenfreier Einführungsvortrag statt.
Der Fall scheint eindeutig: Um einen Terroranschlag zu verhindern, schießt der Bundeswehrpilot Lars Koch ein entführtes Passagierflugzeug ab, das auf die vollbesetzte Allianz Arena zusteuert. 164 Menschen an Bord sterben, 70.000 Menschen im Stadion werden gerettet. Doch Koch hat damit gegen einen ausdrücklichen Befehl verstoßen. Nun muss er sich vor Gericht wegen Mordes verantworten.
Im Prozess prallen unterschiedliche Vorstellungen von Recht und Moral aufeinander. Die Verteidigung argumentiert, der Pilot habe in einer ausweglosen Situation eine Entscheidung treffen müssen, um Tausende Menschenleben zu retten. Die Anklage hingegen sieht in seinem Handeln eine Verletzung der Menschenwürde: Darf ein Mensch überhaupt über das Leben anderer entscheiden und Menschenleben gegeneinander abwägen?
Ferdinand von Schirach, selbst Jurist und erfolgreicher Schriftsteller, macht das Publikum mit seinem Stück zum Teil des Gerichtsverfahrens. Denn am Ende sind es die Zuschauerinnen und Zuschauer, die über Schuld oder Unschuld des Angeklagten abstimmen. Damit bleibt die Frage nach dem richtigen Urteil nicht allein den Figuren auf der Bühne überlassen. Jede Stimme zählt – und jede Entscheidung wirft neue Fragen auf.
„Terror“ ist ein packendes Gerichtsdrama, das grundlegende Fragen nach Recht, Gewissen und Verantwortung aufwirft. Es zeigt, wie schwierig es sein kann, in einer Extremsituation zwischen moralischer Überzeugung und geltendem Recht abzuwägen, und fordert das Publikum heraus, sich selbst ein Urteil zu bilden.
Es spielen Tilman Günther, Henning Wolff, Conrad Waligura, Esther Esche, Jean Maesér, Julia Grimpe und Gerhard Suppus. Wolfgang Rumpf führt Regie.
Informationen und Tickets sind im KulTourBüro Lahr, Kaiserstr. 1, 77933 Lahr unter Telefon 07821-950210 erhältlich. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 10 bis 16:30 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr.