Lahrer Zeitungen, Badische Zeitung, Lahrer Zeitung, Lahrer Anzeiger

25.01.2021 - Film der Theater-AG des Scheffels zum Holocaus-Gedenktag „Mit Bleistift geschrieben im verplombten Waggon“

Anlässlich des internationalen Holocaust-Gedenktags zeigt die Stadt Lahr einen Film der Theater-AG des Scheffel-Gymnasiums, der eindrucksvoll an die Deportation der Badischen Juden vor 80 Jahren erinnert.

Seit 2005 wird am 27. Januar der internationale Holocaust-Gedenktag begangen. Dieses Datum wurde gewählt, weil am 27. Januar 1945 das Vernichtungslager Auschwitz durch Einheiten der Roten Armee befreit wurde. Allein in Auschwitz wurden mehr als eine Million Menschen ermordet, die meisten von ihnen waren Jüdinnen und Juden.

Das durch den Nationalsozialismus verursachte millionenfache Leid und die Grausamkeit des industriell betriebenen Massenmords liegen jenseits jeder Vorstellungskraft. Bei Gedenkanlässen zeigt sich immer wieder, wie schwer es ist, angemessene Worte dafür zu finden. Doch es gibt Menschen, die Worte gefunden haben. Entgegen dem Diktum Adornos, dass „nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben“ „barbarisch“ sei, haben besonders Lyrikerinnen und Lyriker die Schrecken des 20. Jahrhunderts in eindrucksvollen Texten auf den Punkt gebracht. Einige dieser Texte bilden die Grundlage einer Gedichtcollage in Ton und Bild, die die Theater-AG des Scheffel-Gymnasiums im Gedenken an die Deportation der Badischen Juden vor 80 Jahren erarbeitet hat.

Der Film ist mit einer Gedichtzeile von Dan Pagis überschrieben: „Mit Bleistift geschrieben im verplombten Waggon“. Zu den ergreifenden Texten haben die Schülerinnen und Schüler starke Bilder gefunden und zeigen auf einer symbolischen Ebene, wie sich der Kreis um die verfolgten Menschen immer enger zuzog, wie Namen und Gesichter hinter Zahlen verschwanden und schließlich ausgelöscht wurden.

45 Lahrerinnen und Lahrer waren von der Deportation im Oktober 1940 betroffen. 23 von ihnen wurden direkt aus Lahr verschleppt, die übrigen lebten zu diesem Zeitpunkt in anderen badischen Städten. Das unbesetzte Frankreich, das vielen Verfolgten in der Zeit des Nationalsozialismus ein, oft allerdings unzuverlässiges, Tor zur Freiheit schien, bedeutete für die badischen und saarpfälzer Juden Gefangenschaft, Hunger und Krankheit. Sie wurden im Internierungslager Gurs am Fuße der Pyrenäen eingesperrt. Viele Alte und geschwächte Menschen überlebten den ersten Winter in Gurs nicht. Für die übrigen sollte es, unvorstellbar genug, noch schlimmer kommen. Tausende jüdischer Menschen wurden von Gurs in die Vernichtungslager von Majdanek, Sobibor oder Auschwitz gebracht.

Aus Anlass des Holocaust-Gedenktages wird die Stadt Lahr den Film „Mit Bleistift geschrieben im verplombten Waggon“ auf ihrer Website auf www.lahr.de und den Social Media Kanälen veröffentlichen.