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13.08.2020 - Anpassung an heiße Sommer und Trockenheit ist notwendig Lahrer Gießflotte versorgt weit mehr als 30 000 Pflanzen

Zwei Fahrzeuge mit Gießanhänger stehen auf dem BGL-Gelände, bereit zum Einsatz.
Quelle: Stadt Lahr
Viel Grün braucht viel Wasser. Den Bedarf zu decken ist in diesen heißen Sommertagen eine tägliche Aufgabe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lahrer Bau- und Gartenbetriebs. 400 Bäume sind im Stadtgebiet mit den Ortsteilen Reichenbach, Kuhbach, Mietersheim, Hugsweier, Langenwinkel, Kippenheimweiler und Sulz zu bewässern. Auf dem Landesgartenschaugelände sind nochmals rund 2500 neue Bäume dazu gekommen, die gerade in den trockenen Sommermonaten permanent mit Wasser versorgt werden müssen.

Wichtige Helfer sind dabei Bewässerungssäcke, sogenannte Treegatoren. Rund 900 davon unterstützen die Mitarbeiter. Sie sind zur Versorgung an die Bäume montiert, je nach Bedarf einer oder zwei, und geben dosiert Wasser ab. Ein Sack hat ein Fassungsvermögen von 60 Litern, die er über einen Zeitraum von zwei bis vier Stunden abgibt. „Die Anzahl der verwendeten Treegatoren wächst permanent“, sagt Andreas Kopecky, Bereichsleiter Grünflächenunterhaltung beim Lahrer BGL, „Da die Sommer immer heißer und trockener werden, kommen wir mit dem manuellen Gießen nicht mehr nach und sind auf solche Hilfsmittel angewiesen.“

Doch nicht nur Wasser brauchen die Lahrer Stadtbäume, dem Gießwasser wird auch ein organisches Pflanzenstärkungsmittel zugegeben, das die Bäume unterstützt. Denn durch die trockenen Sommer der vergangenen beiden Jahre, haben jüngere wie auch ältere Bäume bereits leichte bis mittlere Versorgungsschäden. „Langfristig müssen wir bei der Baumauswahl im Rahmen von Neupflanzungen verstärkt auf Bäume zurückgreifen, die trockenheitsresistent sind sowie auf Arten, die das Stadtklima vertragen“, erklärt Kopecky.

Neben den Bäumen bewässert der BGL auch die Beete in der Stadt, die jeweils nach Jahreszeit mit wechselnden Pflanzungen versehen werden. Rund 30 000 Pflanzen sind es insgesamt, dazu kommen noch rund 300 Balkonkästen, verschiedene Pflanzkübel, Staudenbeete sowie Strauch- und Heckenpflanzungen. Die Standardausstattung der "Gießflotte" des BGL umfasst einen Unimog mit einem Zwei-Kubikmeter Fass, dazu zwei PkW Kombi mit je einem Fass mit einem Kubikmeter Fassungsvermögen, zwei weitere Fahrzeuge mit Gießanhänger, ein Schmalspurfahrzeug und ein Elektrofahrzeug für die Innenstadt, die ebenfalls über je ein Wasserfass mit 0,75 bis einem Kubikmeter Fassungsvermögen verfügen. Mit dieser Standard-Flotte bringen die Mitarbeiter pro Tag circa 45 Kubikmeter Wasser an die Pflanzen. In Spitzenzeiten, also immer bei sehr hohen Temperaturen und langanhaltender Trockenheit, kommen weitere Fahrzeuge zum Einsatz: ein Kanalreinigungsfahrzeug mit einem Fassungsvermögen von acht Kubikmetern und ein Fahrzeug von der Feuerwehr, dass fünf Kubikmeter Wasser laden kann. Mit dieser Flottenergänzung erhöht sich die Wassermenge auf rund das Doppelte und es können am Tag rund 90 Kubikmeter Gießwasser ausgebracht werden. In Spitzenzeiten sind zehn bis zwölf Mitarbeiter mit den Bewässerungsarbeiten beschäftigt. Auch samstags ist der BGL mit bis zu fünf Mitarbeitern im Gießeinsatz.

Das Gießwasser stammt aus städtischen Tiefbrunnen und Zisternen. Nur ein Teil wird aus dem Versorgungsnetz entnommen. Vor allem in den Ortsteilen im Außenbereich wird mit mobilen Hydraten aus dem Netz getankt, um lange Fahrzeiten zu den Füllstationen in Lahr zu minimieren.