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26.01.2022 - KulturStammtisch mit dem Oberbürgermeister, seinem Amtsvorgänger und weiteren Teilnehmenden Lahr und seine Städtepartnerschaften

Oberbürgermeister Markus Ibert, Marlies Llombart und Juan-José Llombart Gavalda (von links)
Oberbürgermeister Markus Ibert, Marlies Llombart und Juan-José Llombart Gavalda (von links)
Quelle: Stadt Lahr/Michael Bode, privat
Der zehnte KulturStammtisch am Donnerstag, 3. Februar 2022, wird ab 18 Uhr wieder als Livestream auf dem YouTube-Kanal der Stadt Lahr übertragen. Live-Gäste sind im Stadtmuseum Tonofenfabrik herzlich willkommen.

Die Städtepartnerschaften Lahrs sind das Thema beim nächsten KulturStammtisch: Die Stadt pflegt lebendige Städtepartnerschaften mit dem französischen Dole im Jura, mit der kanadischen Stadt Belleville/Ontario und mit der costa-ricanischen Stadt Alajuela. Nach dem Zweiten Weltkrieg sah man in Städtepartnerschaften einen unkomplizierten Weg, den Frieden zu stabilisieren und die Verständigung der Menschen verschiedener Länder zu fördern. Doch wie steht es heute um die Städtepartnerschaften?

Das Kulturamt Lahr plant neben der derzeitigen großen Ausstellung im Stadtmuseum einen Künstlerinnen- und Künstleraustausch mit Dole. Im Mittelpunkt der Villa Jamm Artists stehen dieses Jahr costa-ricanische Skulpturistinnen und Skulpturisten, die die Ausstellung zum Thema Freiheit und Unabhängigkeit maßgeblich prägen. Das Konzept KunstVisite wurde übrigens vor mehr als 20 Jahren aus Dole übernommen.

Markus Ibert ist Oberbürgermeister und auch Vorsitzender des Beirats für Internationales der Stadt Lahr. Er findet es spannend, sich mit anderen Oberbürgermeistern über deren Rolle in ihren Ländern und andere Verfassungen auszutauschen. Die Ziele von Städtepartnerschaften wie Völkerverständigung, Freundeskreise, Förderung von Kultur, Wirtschaft und Sport liegen ihm am Herzen. Auch die Chrysanthema wurde stark von den Partnerschaften geprägt. „Ich freue mich sehr über die so entstandenen Freundschaften und empfehle allen Lahrerinnen und Lahrern die Ausstellung über Städtepartnerschaften im Stadtmuseum, die noch bis 27. Februar zu sehen ist”, so Markus Ibert. Dieses Jahr stehen das 60. Jubiläum der Partnerschaft mit Dole und das 50. Jubiläum mit Belleville an. Ersteres soll unter anderem bei der Chrysanthema und beim Weekend Gourmand in Dole gefeiert werden.

Alt-Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller blickt auf eindrucksvolle Begegnungen und Reisen im Zusammenhang mit Lahrs Partnerstädten zurück. Völkerverständigung liegt ihm ohnehin am Herzen: Schon vor seiner Zeit als Oberbürgermeister arbeitete er im internationalen Kontext, beispielsweise als Vorsitzender des Ausschusses für Handel, Industrie und Unternehmensentwicklung der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen in Genf (ICE/UN) und in Brasilien sowie in El Salvador als Berater für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). 2016 kürte die Londoner City Mayors Foundation ihn und Lahr für die Integration von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern sowie anderen Zugewanderten zum Vize-Weltbürgermeister. 2018 konnte Müller auch die Städtefreundschaft mit der japanischen Stadt Kasama besiegeln, die sich seit 2006 angebahnt hatte. Kasama und Lahr verbindet die Liebe zur Nationalblume Japans, der Chrysantheme. In seine Amtszeit fiel auch die noch relativ junge Städtefreundschaft mit dem russischen Swenigorod 2018.

Jean-Pascal Fichère, Präsident und Stadtrat der Region Grand Dole, ist seit 1983 immer wieder in Lahr, ungefähr einmal im Jahr. Dole und Lahr seien sich ein wenig ähnlich, so Fichère. Wie gut sich Lahr und Dole miteinander verstehen, manifestiere sich auch darin, dass aus der Städtepartnerschaft mittlerweile mehrere Ehepaare hervorgegangen sind. Die Chrysanthema biete französischen Blumen einen besonderen Platz. Lahr und Dole seien auch über die Stadtgärtnerinnen und Stadtgärtner verbunden, da sich Dole alljährlich an der Chrysanthema beteiligt. Dole ist stolz auf seine weltoffene Haltung. Es pflegt außer mit Lahr Partnerschaften mit sieben weiteren Städten in Russland, Italien, Irland, Großbritannien, Tschechien, China und der Elfenbeinküste.

Marlies Llombart ist Vorsitzende des Freundeskreises Alajuela-Lahr und Ehefrau des Honorarkonsuls von Costa Rica in Lahr, Juan-José Llombart Gavalda. Sie blickt mittlerweile auf 15 Jahre voller völkerverbindender Projekte in den Bereichen Kunst, Kultur, Musikveranstaltungen, Dichterlesungen, Filmvorführungen, Freiwilligendienst im Hin- und im Rückprogramm, Bildung, Schüleraustausch und Umweltthemen zurück. „Dass wir das ‚Bicentenario‘, die 200+1-jährige Unabhängigkeit Costa Ricas, mit einer gemeinsamen Ausstellung costa-ricanischer und badischer Künstlerinnen und Künstler in der Villa Jamm in Lahr feiern werden, ist ein weiteres beglückendes Ereignis für uns und ein Sieg über die vergangenen Widrigkeiten der Pandemie. Ich wage sogar die Prognose, dass die Ausstellung unser Highlight des Jahres 2022 sein wird”, so Llombart.

Das Kulturamt dankt Friederike Ohnemus, Leiterin der Abteilung Marketing, Ratsarbeit und Internationales, und Sonja Moser für die Unterstützung bei der Vorbereitung des KulturStammtischs.

Der KulturStammtisch wird einmal im Monat per Livestream aus dem Stadtmuseum in der Tonofenfabrik übertragen. Online-Kommentare sind ausdrücklich erwünscht. Wer sich einbringen möchte, kann sich am Donnerstag, 3. Februar 2022, ab 18 Uhr auf dem städtischen YouTube-Kanal, Playlist Lahr Kultur, zuschalten.

Die Veranstaltung des Kulturamts und des Stadtmuseums Lahr ist eine Kooperation mit dem Förderverein Stadtmuseum Tonofenfabrik, der Lahrer Zeitung und dem Pächter des Biermichel, Tobias Venzke. Sie findet seit Mai 2021 an jedem ersten Donnerstag im Monat ab 18 Uhr statt. Mit der Aktion hat das Kulturamt den Prozess „Kulturkonzeption 2026“ gestartet, mit dem es auf die aktuellen gesellschaftlichen Umbrüche und Entwicklungen eingehen möchte. Gemeinsam mit der Stadtgesellschaft sollen in einem mehrjährigen Austausch gesellschaftliche Entwicklungen und Trends identifiziert werden.

Für den Live-Besuch der Veranstaltung gelten die Regeln der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Derzeit sind das die sogenannten 2G+: Besucherinnen und Besucher ab 18 Jahren müssen nachweislich genesen oder vollständig geimpft sein. Geimpfte Personen benötigen zusätzlich einen aktuellen, negativen Schnell- oder PCR-Test, falls sie nicht geboostert sind und ihre letzte erforderliche Einzelimpfung länger als drei Monate zurückliegt. Genesene Personen benötigen zusätzlich einen aktuellen, negativen Schnell- oder PCR-Test, falls ihre Infektion mit dem Coronavirus länger als drei Monate zurückliegt. Für Schülerinnen und Schüler unter 18 Jahren ist ein Schülerausweis als Testnachweis ausreichend. Kinder im Vorschulalter benötigen keine Nachweise. Während des Museumsbesuchs sowie bei Veranstaltungen gelten die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske, die Hygiene- und Abstandsregeln sowie die Pflicht zur Adressaufnahme.

Die pandemische Lage ist dynamisch, die Regeln können sich kurzfristig ändern. Die Gäste werden gebeten, sich am Veranstaltungstag über die aktuell gültigen Regeln zu informieren.

Alt-Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller, Jean-Pascal Fichère (von links)
Alt-Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller, Jean-Pascal Fichère (von links)
Quelle: Stadt Lahr/Michael Bode, Grand Dole