14.10.2026 - Besprechung der Oberbürgermeister mit dem Umweltministerium Baden-Württemberg zu Netzengpässen im vorgelagerten Stromnetz
Lahr und Offenburg fordern schnelles und koordiniertes Handeln
Die Region Mittelbaden braucht leistungsfähige Stromnetze, um Wirtschaft und Wachstum zu sichern. Der Lahrer Oberbürgermeister Markus Ibert und der Offenburger Oberbürgermeister Marco Steffens haben sich deshalb an Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Cem Özdemir gewandt.
Anfang Oktober 2026 folgte eine Besprechung mit Vertretern des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Dort ist das Thema fachlich verortet. Die beiden Oberbürgermeister sind im jährlichen Wechsel, derzeit Oberbürgermeister Markus Ibert, Aufsichtsratsvorsitzende des E-Werks Mittelbaden, des kommunalen Stromversorgers der Region.
Im Oktober 2025 hatte die Netze BW erstmals über eine Engpasssituation im 110-kV-Netz informiert. Im Lauf des Jahres 2026 kamen weitere Engpassbereiche hinzu, sodass inzwischen ein großer Teil des Versorgungsgebiets von E-Werk Netze betroffen ist. Ursache ist nicht das lokale Verteilnetz, sondern das vorgelagerte Netz der EnBW und ihrer Netztochter Netze BW. Aktuell können Netzanschlusszusagen nur noch bis zu einer Leistung von einem Megawatt erteilt werden.
„Für Unternehmen, die sich ansiedeln oder erweitern wollen, ist ein verlässlicher Netzanschluss eine Grundvoraussetzung“, sagt Oberbürgermeister Markus Ibert. „Ohne Strom gibt es keine Ansiedlungen, ohne Ansiedlungen kein Wachstum und keine neuen Arbeitsplätze. Das wirkt sich langfristig auch auf die Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen aus. Wir tragen diese Verantwortung vor Ort und sprechen das Thema deshalb offen und konsequent an.“
Oberbürgermeister Marco Steffens ergänzt: „Offenburg ist als Oberzentrum Arbeitsort von zehntausenden Menschen aus der Stadt und der Region und zudem Sitz vieler erfolgreicher Unternehmen. Damit das so bleiben kann, brauchen wir dringend Planungssicherheit. Genau diese ist durch die Netzengpässe aber gefährdet. Lahr und Offenburg sprechen deshalb mit einer Stimme: Wir erwarten vom Land, dass es sich für eine rasche Lösung einsetzt.“
In der Besprechung haben die Oberbürgermeister die Situation vor Ort dargestellt und folgende Erwartungen an das Land formuliert: beschleunigte Genehmigungsverfahren für Netzausbau und Netzanschlüsse; Netzebenen übergreifende Lösungen, die vorgelagertes Netz und Verteilnetze gemeinsam betrachten; flexible Übergangslösungen, damit Unternehmen nicht bis zur Fertigstellung des Netzausbaus warten müssen; sowie eine konsequente Digitalisierung der Netze und der Prozesse. Darüber hinaus fordern die Oberbürgermeister, dass sich die Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft in Baden-Württemberg Thekla Walker des Themas persönlich annimmt. Das Land solle eine zentrale Ansprechstelle benennen, die alle Handlungsstränge bündelt, für Kommunen sowie die kommunalen Landesverbände erreichbar ist und ressort-, behörden- und regionsübergreifend mit angemessenen Kompetenzen ausgestattet wird.
Nach derzeitigem Stand wird der Engpass im Raum Offenburg bis etwa 2031, im Raum Lahr bis etwa 2033 aufgelöst. „Diese Zeiträume sind für unsere Region nicht akzeptabel“, so Ibert. Das Umweltministerium habe in der Besprechung darauf hingewiesen, dass nach Aussage der EnBW eine deutlich frühere Auflösung der Engpässe möglich sein könnte. „Dieses Signal nehmen wir ernst. Jetzt kommt es auf konkrete Schritte und verbindliche Zeitpläne an“, sagt Ibert.
Mittelbaden sei weiterhin ein starker Wirtschaftsstandort mit leistungsfähigen Unternehmen, guter Anbindung und qualifizierten Fachkräften, so Ibert weiter: „Wir wollen, dass Unternehmen bei uns auch in Zukunft wachsen können. Dafür setzen wir uns gemeinsam mit unseren Partnern ein, und dafür brauchen wir die volle Unterstützung des Landes.“