Immer wieder erreichen die Stadtverwaltung Beschwerden von Bewohnern rund um das Ortenau Klinikum wegen parkender Fahrzeuge von Besuchern oder Mitarbeitern des Klinikums in den Wohnstraßen. Obwohl das Klinikum über ein Parkdeck und ein Parkhaus mit einer großen Anzahl an komfortablen Parkplätzen verfügt, wird oftmals in die umliegenden Wohnstraßen ausgewichen, um die Parkgebühr zu sparen.
Im Herbst 2016 hat die Stadt im Wohnquartier eine Umfrage zum Thema Bewohnerparken durchgeführt. Mit dieser Umfrage sollte ein Stimmungsbild zur Einführung einer Bewohnerparkzone eingeholt werden. Von 600 versendeten Fragebögen wurden 146 beantwortet, was einer Rücklaufquote von circa 24 Prozent entspricht. Die Meinungen waren sehr unterschiedlich und variierten von Straße zu Straße. Insgesamt hielten sich die Stimmen für und gegen eine Bewohnerparkzone die Waage.
Viele Gegenstimmen sind damit begründet worden, dass in einer Bewohnerparkzone kein Platz für Besucher sei. Diese Annahme ist aber falsch. Auch in einer Bewohnerparkzone muss eine gewisse Anzahl öffentlicher Parkplätze vorhanden sein. Im Regelfall gilt dort tagsüber eine Parkscheibenpflicht, die das kostenlose Parken für einige Stunden ermöglicht. Als weiteres Argument gegen eine Bewohnerparkzone wurde die Jahresgebühr in Höhe von 30 Euro für einen Bewohnerparkausweis genannt, der bei der Stadt beantragt werden muss, um ein Fahrzeug im öffentlichen Straßenraum abstellen zu dürfen. Weiterhin sahen einige Bewohner keine Notwendigkeit, da sie über private Stellplätze auf ihren Grundstücken verfügen.
Auch wenn sich im Rahmen der Befragung keine klare Mehrheit für die Anordnung einer Bewohnerparkzone ausgesprochen hat, war jedoch dem Großteil der Rückmeldungen zu entnehmen, dass ein genereller Handlungsbedarf zur Optimierung der Parksituation im Umfeld des Klinikums gesehen wird.
Parallel zur Umfrage fanden in Lahr die Fußverkehrs-Checks Baden-Württemberg statt. Bereits beim Auftaktworkshop der Veranstaltung und auch bei einer späteren Vor-Ort-Begehung mit Bürgern, Vertretern der Fraktionen, der Polizei, des Klinikums sowie verschiedener Verwaltungsstellen wurde die Parksituation – unabhängig von der Bewohnerbefragung – diskutiert. Auch hierbei wurden unterschiedliche Veränderungswünsche vorgebracht.
Die Stadt sieht, vor allem durch die Erkenntnisse aus den Fußverkehrs-Checks, weiterhin Handlungsbedarf und hat deshalb das Büro Planersocietät aus Dortmund, das bereits die Fußverkehrs-Checks begleitet hat und somit die Situation kennt, mit einer Parkraumanalyse beauftragt. Dabei sollen belastbare Zahlen und Aussagen zum Parkraumangebot und zur Parkraumnachfrage als Grundlage für kommende Diskussionen und Planungsprozesse erhoben werden. Die Parkraumerhebung, das heißt die Zählung aller parkenden Fahrzeuge, findet im Frühjahr 2017 an einem normalen Werktag (Mittwoch oder Donnerstag) und an einem Samstag zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten statt. Im Anschluss werden die Daten nach unterschiedlichen Parametern wie beispielsweise Auslastungsgrad, Umschlagshäufigkeit und Parkdauer ausgewertet. Aufbauend auf den daraus gewonnenen Erkenntnissen wird das Fachbüro Empfehlungen für die Entwicklung des Parkraumangebots im Wohnquartier ableiten und hierbei vor allem auch versuchen, einen Ausgleich zwischen allen betroffenen Interessen zu erzielen.
Die Ergebnisse werden in den zuständigen Gremien vorgestellt und behandelt. Für die Bewohner wird es zudem ein Informations- und Diskussionsangebot geben.