02.02.2021 -
Geheimnisvoll: Was macht eine Schlange im Stadtmuseum?
Konservierte Schlange im Glas
Quelle: Stadt Lahr
Ein exotischer Neuzugang im Stadtmuseum bot reichlich Gesprächsstoff: Eine konservierte Schlange im Glas. Aus welchem Grund findet eine tote Schlange heute noch einen Platz im Museum? Das kuriose Relikt spannt einen Bogen zu den Naturaliensammlungen des 19. Jahrhunderts.
Damals prägten naturwissenschaftliche Erkenntnisse die Entwicklungsgeschichte der Menschen und stellten die spirituellen und naturphilosophischen Betrachtungen kritisch in Frage.
Im Jahr 1804 wurde die Lahrer Lateinschule in ein Pädagogium umgewandelt. Wie vielerorts gelangten mit einem neuen, erweiterten Unterrichtsspektrum erste, originale Anschauungsstücke an die Schule, wie beispielsweise eine kleine Mineraliensammlung oder ein ausgestopfter Wolf. Im Lauf des 19. Jahrhunderts formten sich neue Museumsstrukturen. Spezialisierungen führten dazu, dass Naturkundesammlungen mit wissenschaftlichem Anspruch teilweise in Naturkundemuseen übergingen. Die Sammlungs- und Ausstellungskonzepte aus der Frühphase der Museumsgeschichte interessierten sich für seltene und außergewöhnliche Objekte unterschiedlicher Herkunft und Bestimmung, die gemeinsam präsentiert wurden. Unsere modernen Museen gehen aus den sogenannten Raritäten- oder Kuriositätenkabinetten hervor. Daraus entwickelten sich die sogenannten Kunst- und Wunderkammern sowie die Naturalienkabinette. Sie stellten besondere Objekte des Handwerks und der Kunst beziehungsweise heimische und exotische Tiere, Pflanzen, Mineralien und Fossilien aus aller Welt aus. In Lahr wurde im Zuge der Zeit 1889 das Heimatmuseum mit einem Naturalienkabinett als Schwerpunkt in der Villa Jamm eröffnet.
Doch was hat es nun mit der Schlange im Stadtmuseum auf sich? Die konservierte Schlange wurde als längst vergessenes Relikt aus der Grundschule in Reichenbach dem BGL übergeben. Von dort aus führte ihre Reise über das Stadtarchiv in das Stadtmuseum, in dessen Depot sie nun gelagert wird.