Tausende Gäste besuchten nochmals bei strahlendem Sonnenschein am letzten Veranstaltungstag die bunte Blütenpracht in der historischen Innenstadt. „Es ist ein großer Erfolg, dass wir nach dem Jubiläumsjahr 2017 und der Landesgartenschau eine rundum positive Bilanz der Chrysanthema ziehen können“, resümiert Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller die vergangenen drei Wochen.
In seiner Abschlussrede beim traditionellen Musikfeuerwerk am vergangenen Samstag lud das Stadtoberhaupt die Besucherinnen und Besucher sowie die Bürgerschaft bereits zur nächsten Chrysanthema ein, die am 19. Oktober 2019 starten wird.
Hunderttausende strömten in den drei Wochen der Chrysanthema in die geschmückte Innenstadt, deren Themenbeete und Blütenwagen nochmals das Motto der Landesgartenschau „wächst. lebt. bewegt “ bespielten.
„Das gesamte Kulturprogramm der Chrysanthema ist durchweg gut angenommen worden“, informiert Friederike Ohnemus, Leiterin der Abteilung Ratsangelegenheiten, Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing. „Konzerte, Sonderausstellungen und Bühnenprogramm sind wichtige Stellschrauben neben den Blumen, um die Chrysanthema für Tagesgäste jedes Jahr aufs Neue interessant zu machen“.
Eine starke Bewerbung im Elsass lockte zahlreiche französische Besucher in den ersten beiden Wochen nach Lahr. An manchen Tagen durchzogen französische Sprachfetzen durchgängig die Innenstadt. Während die Franzosen individuell mit dem PKW die Chrysanthema anfahren, reisen die Schweizer Gäste vermehrt mit dem Zug an. Von Einbruch nach dem Jubiläumsjahr war im öffentlichen Nahverkehr in die Innenstadt nichts zu spüren: „Wir gehen von gleichbleibend hohen Kundenzahlen wie im vergangenen Jahr aus“, berichtet Wolfgang Bumann, Betriebsleiter des SWEG-Verkehrsbetriebs Lahr. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist ein wichtiges Ziel der strategischen Partnerschaft zwischen dem Stadtmarketing, der Deutschen Bahn und der SWEG.
„In diesem Jahr sind wir verstärkt in die Fläche gegangen“, sagt Richard Sottru, Leiter der Abteilung Grün und Umwelt. „Unsere Kaskaden-Chrysanthemen waren prachtvoll wie nie, hier gebührt den Gärtnern ein außerordentliches Lob“. Die Lahrer Stadtgärtner arrangierten zehn Themenbeete in der gesamten Innenstadt. Bei der Konzeption wird darauf geachtet, dass auch die Nebenlagen mit einbezogen werden.
23 Tage Kulturprogramm und zwei Sonderausstellungen lockten tausende Besucher an, so dass selbst am letzten Veranstaltungstag der Marktplatz mit mehreren Tausend Musikbegeisterten gefüllt war. Für Kinder und Familien gab es ein breites Spektrum an Werkstatt- und Mitmachaktionen, die allesamt Naturmaterialien als Ausgangspunkt hatten. Nicht konsumieren, sondern kreatives Gestalten standen an erster Stelle in der Waldwerkstatt des Flitzebogens und der Papier- und Holzwerkstatt des Kinder- und Jugendbüros Lahr sowie bei der Tellermalaktion der Zeller Keramik Manufaktur.
„Mit rund 16 500 Busgästen und einem starken Zuwachs an Besuchern aus der Schweiz und Frankreich ist es uns gelungen, an den Erfolg im Jubiläumsjahr anzuknüpfen“, freut sich auch Martina Mundinger vom Stadtmarketing. „Die Besucher spiegeln in diesem Jahr in besonderem Maße die Offenheit und Internationalität des Blumenfestivals“.
Zahlreiche Busfirmen, die traditionell die Chrysanthema angesteuert haben, waren in diesem Jahr auf der Landesgartenschau zu Gast. Auch wenn ein Teil der Busse auf das Konto der Landesgartenschau verbucht werden muss, gewann die Chrysanthema zahlreiche neue Reiseunternehmen, insbesondere aus der Schweiz. Von den 452 gezählten Reisebussen sind 38 Prozent aus dem Ausland, soviel wie nie zuvor. Jeder vierte Reisebus kam aus der Schweiz. Lahr war Gastgeber für Besucher aus halb Europa, die aus Frankreich, England, Holland, Luxemburg, Österreich, Dänemark, Lettland, Tschechien und Belgien anreisten. „Dickes Kompliment und Dankeschön“, kommentiert ein Busunternehmen aus Rommelshausen den gut organisierten Ablauf bei der An- und Abfahrt der Busse.
Die Chrysanthema ist ein wichtiger Standortfaktor für den Einzelhandel und die Gastronomie in der Innenstadt. „Ich bin sehr zufrieden mit der diesjährigen Chrysanthema“, bilanziert Stefan Suszek, Geschäftsführer des Modehauses Zinser in Lahr. „Wir hatten definitiv mehr französische Kunden als im Vorjahr und die Sonntage waren beide sehr gut besucht, was sich natürlich auch im Umsatz widergespiegelt.“ Auch Michael Schmiederer, Vorsitzende der Lahrer Werbegemeinschaft, zieht eine positive Bilanz der Chrysanthema: „Die Kundenfrequenz ist an den Wochenenden und in der ersten Woche sehr gut gewesen, so dass der Handel in Lahr die Chrysanthema mit einem positiven Ergebnis abschließen kann“.
Der Rückgang der gebuchten Gästeführungen ist in diesem Jahr ein Stück weit der Landesgartenschau geschuldet. Dennoch bewegen sich die geführten Touren durch die geschmückte Stadt auf hohem Niveau mit 350 gebuchten Führungen (480 Buchungen im Jubiläumsjahr 2017) und rund 8500 Teilnehmern (9600 Teilnehmer). Dem gegenüber ist es gelungen, die öffentlichen Führungen, die sich an individuelle Besucher der Chrysanthema wenden, mit rund 550 Gästen auf dem Niveau des Jubiläumsjahres zu halten.
Die Origami-Ausstellung im neuen Stadtmuseum löste regelmäßig Staunen und Bewunderung bei den Besuchern aus. Auch die museumspädagogischen Angebote an den Sonntagen wurden durchweg gut von jungen Besuchern der Chrysanthema und Lahrer Familien angenommen.
Rund 1700 Interessierte lockte die Ausstellung „Da bewegt sich was!“ von Schülerinnen und Schülern der Gewerblichen Schule Lahr im Stiftsschaffneikeller. Mit großem Interesse wurden die Grafiken und Fotografien betrachtet.
Auch in diesem Jahr gab es mit dem Chrysanthemen-Fruchtaufstrich einen hochwertigen Neuzugang in der Souvenir-Reihe der Chrysanthema. Auf Anhieb schaffte es der Kürbis-Apfel-Chrysanthemen-Aufstrich auf die Liste der Lieblingsprodukte neben Seifen, Salami, Postkarten, Bier und Tees. Auch die süßen Leckereien, wie Törtchen und Trüffel, sind weiterhin fester Bestandteil der Produktpalette.