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26.09.2024 - Lahrer Stadtwaldrevier reagiert auf die globale Klimaerwärmung Dolen und Sickermulden

Dole im Lahrer Stadtwald
Dole im Lahrer Stadtwald
Quelle: Stadt Lahr
Starkregenereignisse im Sommer, mehr Niederschlag statt Schneedecken im Winter: Auf diese Auswirkungen der globalen Klimaerwärmung reagiert der Lahrer Forst mit baulichen Maßnahmen. Die Wassermengen, die blitzartig von Waldwegen auf die Asphaltwege und Hänge in die Siedlungsrandbereiche fließen, werden verringert und die Kanalisation entlastet.

Das vom Waldweg abfließende Wasser wird in seitlichen Gräben gesammelt und mit speziellen Durchlässen, sogenannten Dolen, unter dem Weg hindurch talseitig abgeleitet. Dieses Verfahren ist nicht neu, hat sich bewährt und wird weiterhin angewendet – allerdings mit einem Unterschied: Während der Durchmesser der Dolen historisch 30 Zentimeter betrug, werden sie seit einigen Jahren den größeren Wassermengen angepasst und mit mindestens 40 Zentimeter Durchmesser angelegt. So können sie die schnell anfallenden Wassermengen sicher ableiten, ohne zu verstopfen – und damit verhindern, dass Schottermaterial von der Oberfläche der Waldwege weggespült wird. Außerdem wird die Anzahl der Dolen erhöht, damit gewährleistet ist, dass die gesamten 90 Kilometer Waldwege des Lahrer Stadtwalds für den Forstbetrieb ebenso wie für Erholungssuchende jederzeit begehbar und befahrbar sind. Die Unterhaltung und der Bau der Wegedecken kostet die Stadt viel Geld und ist alleine durch den Holzeinschlag nicht refinanzierbar. Aufgrund des Dolenbaus bleiben Wege deutlich länger erhalten, was letztlich Geld spart.

 

Hinzu kommt eine zweite Maßnahme: Seit diesem Jahr legt das Lahrer Stadtwaldrevier zum Schutz und zur Wasserrückhaltung im Stadtwald an geeigneten Stellen offene Sickermulden an – entweder direkt neben einem Weg oder am Auslauf einer Dole. Die Sickermulden sammeln das Wasser, das im Graben neben dem Weg fließt, wie ein kleines Rückhaltebecken. Das Wasser wird somit im Wald gehalten und bleibt dank der verzögerten Versickerung für alle Waldbewohner und schlussendlich für den Waldboden verfügbar. Die Wasserrückhaltung im Wald reduziert zugleich den Oberflächenabfluss in Richtung Siedlungsränder. Schäden an Wohnbebauung werden reduziert, die Straßen werden weniger verschmutzt, die Kanalisation läuft weniger voll. Der ökologische Nebeneffekt ist, dass diese temporären Wasserlöcher zusätzlich kleine Biotopstrukturen schaffen, was langfristig die Biodiversität und somit die Vitalität des Waldes fördert.