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04.11.2024 - Der Künstler Jonas Göhringer präsentiert sein Werk im Lahrer Stadtmuseum Die Öffnung des Raumwunders

Die künstlerische Auflösung des Raumwunders von Jonas Göhringer
Die künstlerische Auflösung des Raumwunders von Jonas Göhringer
Quelle: Stadtmuseum Lahr
„Dekonstruktive Raumerweiterung“ – so bezeichnet Jonas Göhringer seine Interpretation des Lahrer Raumwunders, das noch bis einschließlich Sonntag, 10. November 2024, im Foyer des Lahrer Stadtmuseums zu sehen ist.

Der Begriff „Raum" ist für Göhringer offen. Ihn in seiner Gesamtheit zu begreifen, beschreibt er als Gefühl, das beim Erkunden des Raums selbst erspürt oder empfunden werden muss. Der Künstler nähert sich dem Raum aus verschiedenen Perspektiven: als ein architektonisches Gebilde, das man betreten kann; als Umraum, der die eigene Wahrnehmung beeinflusst; als eine Begrenzung, die Schutz und Sicherheit für einen selbst oder für andere außerhalb gibt; als ein öffentlicher oder privater, zugänglicher oder unzugänglicher Ort; als ein Zuhause.

Sein Werk ist der Versuch, „Raum" auf eine andere Art zu erfassen. Für Göhringer startet alles mit einem Punkt – einem Zeitpunkt, der visuell als Punkt oder Mittelpunkt vorzustellen ist. Dieser Punkt bewegt sich langsam oder schnell in eine Richtung und hinterlässt dabei eine Linie. Aus diesem Ursprungspunkt folgen weitere Bewegungen in alle Richtungen auf der gleichbleibenden Ebene. Hierbei entsteht ein Feld aus Linien, das als Fläche wahrgenommen wird. Diese noch zweidimensionale Fläche legt sich, ausgehend vom Ursprungspunkt, über den Untergrund.

Der Untergrund ist nur für die Konstruktion dieser Fläche zweidimensional, also eben. Wird nun die dritte Dimension hinzugefügt, ergeben sich zusätzliche Höhen- oder Tiefenmuster. Ein möglicher Raum entsteht, der die ursprüngliche Fläche verändert und möglicherweise neu definiert. Um diese Veränderung zu verstehen, ist also die Dekonstruktion des Raums notwendig. Die „Öffnung" der drei Ebenen löst den „Raum" vermeintlich auf.

Jonas Göhringer, Jahrgang 1991, lebt und arbeitet in Zell am Harmersbach. Er hat Biologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg sowie Grafik und Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe studiert. Ein Auslandsemester führte ihn an die Tianjin Academy of Fine Arts in Tianjin/China. Seine Arbeiten sind stark beeinflusst von seinem dortigen Aufenthalt. Sie zeigen Struktur, Konsequenz, Geradlinigkeit, Kontrolle und Ästhetik. Seine Werke präsentierte er bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen.

Das „Raumwunder des Monats 2024/25“ ist eine Kooperation des Stadtmuseums Lahr und des Künstlerkreises Ortenau e.V. Die Kunstwerke sind zuerst in Lahr und anschließend in Offenburg ausgestellt. Seit dem Frühjahr 2024 präsentieren abwechselnd zwölf Künstlerinnen und Künstler des Künstlerkreises Ortenau ihre Raumwunder. Möglich gemacht hat das Projekt eine Spende der Unternehmerin Brigitta Schrempp.