Kraftvoll und zugleich feinfühlig, ursprünglich und dennoch von künstlerischer Gestaltung geprägt: Die Holzkunst von Jean Luc Ringwald lebt vom spannungsvollen Zusammenspiel zwischen dem gewachsenen Material und der schöpferischen Idee.
Unter dem Titel „Florale Skulpturen aus Holz“ widmet sich die dritte Ausstellung im Rahmen der Chrysanthema dem vielseitigen Schaffen des Künstlers. Die Sonderausstellung ist von Samstag, 17. Oktober, bis einschließlich Sonntag, 8. November 2026, von 11 bis 18 Uhr im Sonderausstellungsbereich des Stadtmuseums in der Tonofenfabrik, Kreuzstraße 6 in Lahr, zu sehen. Der Eintrittspreis in die Sonderausstellung beträgt zwei Euro.
In ihrer Einführung lenkt Martina Mundinger, Leiterin des Stadtmarketings, die Aufmerksamkeit auf die besondere Wirkung der Werke: Was zunächst wie ein kraftvoller Eingriff in einen massiven Holzstamm erscheint, entwickelt sich unter Ringwalds Händen zu ausdrucksstarken Figuren, organischen Formen und plastischen Objekten. Dabei wird die Kettensäge, gemeinhin mit Geschwindigkeit und Rohheit verbunden, zu einem Instrument künstlerischer Gestaltung. Die Spuren des Werkzeugs bleiben sichtbar und verleihen den Oberflächen eine eigene Dynamik.
Im Mittelpunkt steht der Dialog zwischen Mensch und Material. Maserungen, Astansätze, Risse und natürliche Unregelmäßigkeiten bestimmen den Charakter des Holzes und beeinflussen den Entstehungsprozess. Ringwald verbindet handwerkliche Präzision mit Intuition und lässt sich sowohl von konkreten Gestaltungsideen als auch von den individuellen Eigenschaften des jeweiligen Holzstücks leiten. So entstehen Werke, in denen sich Planung und Zufall, Kraft und Sensibilität begegnen.
Der künstlerische Weg des gebürtigen Elsässers ist eng mit seiner beruflichen Erfahrung verbunden. Als Friseurmeister hat er über viele Jahre hinweg ein ausgeprägtes Gespür für Dreidimensionalität, Form und Wirkung entwickelt. Die Neugier auf die Möglichkeiten der Kettensäge führte ihn schließlich zur Holzbildhauerei, die er sich autodidaktisch erschloss. Wertvolle Impulse erhielt er zudem durch den Erfahrungsaustausch mit dem Holzbildhauer Günter Schüssler. Daraus entwickelte Ringwald eine eigenständige künstlerische Handschrift.
Auch Farbe und Licht spielen in seinem Schaffen eine wesentliche Rolle. Farbige Akzente verändern die Wirkung der Formen, während Licht und Schatten den Skulpturen Tiefe verleihen und sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln immer wieder neu erscheinen lassen.
Die Ausstellung macht die Vielfalt seines künstlerischen Schaffens sichtbar: Sie reicht von floralen, organischen und naturalistischen Formen über abstrahierte Skulpturen bis hin zu Wandobjekten und einem floralen Paravent, bei dem die räumliche Wirkung besonders zur Geltung kommt.
Die Ausstellung ist Teil der Chrysanthema, deren Konzept die Verbindung von Kunst, Kultur, Kulinarik und Theater als wesentlichen Bestandteil des Festivals versteht. Sie ergänzt das vielfältige Kulturprogramm um eine künstlerische Position, die das natürliche Material Holz auf eindrucksvolle Weise neu interpretiert.
Die Objekte können käuflich erworben werden. Preislisten liegen aus.