Ein Workshop in der Volkshochschule zeigt alltagstauglich, worauf man beim Thema Zivilcourage achten sollte, was es zu vermeiden gilt und wie man aktiv werden kann, ohne sich selbst zu gefährden. Der kostenlose Workshop mit vielen Übungen findet am Samstag, 16. April 2016, von 09:30 bis 15:30 Uhr im Haus zum Pflug, Kaiserstraße 41, statt. Für Pausenverpflegung ist gesorgt.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Sicherheit im Quadrat“ und wird gemeinsam von Polizeipräsidium Offenburg – Referat Prävention, dem Polizeirevier Lahr und der Stadtverwaltung Lahr durchgeführt. Eine Anmeldung ist erforderlich bei der VHS unter Telefon 07821 / 918-0, E-Mail: vhslahr@lahr.de oder im Internet unter www.lahr.de/vhs.
Der Workshop wird geleitet von Dirk Herzbach, Leiter des Referats Prävention beim Polizeipräsidium Offenburg, und der ehemaligen Polizeibeamtin Katrin Kupferschmidt, die inzwischen Präventionstrainerin ist und seit einigen Jahren Selbstbehauptungsseminare anbietet. Organisiert wird die Maßnahme von der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung der Stadtverwaltung Lahr im Rahmen der Kommunalen Kriminalprävention.
„Zivilcourage ist vielfältig“, sagt Dirk Herzbach, „Es geht grundsätzlich darum, in Not- oder Konfliktsituationen einzugreifen oder zumindest darum, Hilfe zu organisieren.“ Oft genüge es, den ersten Schritt zu tun und auch andere aktiv und direkt zur Mithilfe aufzufordern, weiß der Leiter des Referats Prävention beim Polizeipräsidium Offenburg. „Zivilcourage bedeutet auch, sich um Opfer zu kümmern und natürlich als Zeuge zur Verfügung zu stehen.“ Oft tun sich Menschen schwer damit, Zivilcourage zu zeigen, aus unterschiedlichen Gründen. „Leider ist es immer einfacher eine Ausrede für sich selbst zu finden, warum man nicht der- oder diejenige ist, die zuerst helfen muss. Wir sprechen hier von Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit und auch Desinteresse am Schicksal des Nächsten“, weiß Dirk Herzbach. Dabei geht es keineswegs darum, sich selbst in Gefahr bringen, oft würde es schon genügen, mit dem Smartphone die 110 zu wählen.
Genau dort setzt das Seminar am 16. April an: Den Teilnehmern wird insbesondere durch das Erleben von Alltagssituationen bewusst gemacht, wie bedrohliche Situationen ablaufen.
Katrin Kupferschmidt, Leiterin des Kursanbieters KUMU für Gewaltprävention und Selbstbehauptung, weiß wie man sich in einer brenzligen Situation richtig verhält: „Ich höre immer wieder, dass Menschen helfen möchten, nur häufig nicht wissen wie. Wichtig ist die richtige Einschätzung der Lage, um sich und andere nicht zusätzlich in Gefahr zu bringen. Auch das Absetzen eines Notrufs und die laute Aufforderung an Andere zur Mithilfe kann die beste Lösung des Notfalls bedeuten.“
Der Workshop gehört bei der Stadt Lahr zur kommunalen Kriminalprävention. Lucia Vogt, Leiterin der Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung erklärt: „Wir verfolgen dabei unterschiedliche Ziele. Zum einen möchten wir das niedrige Kriminalitätsniveau halten und sogar eine weitere Senkung der Fallzahlen erreichen, zum anderen geht es uns um Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger über Gefahren und um die Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls.“
Die Stadt Lahr hat in den vergangenen Jahren bereits verschiedene Aktivitäten unternommen. So wurde beispielsweise das Projekt „Sicherheit im Quadrat“ ins Leben gerufen, bei dem gemeinsam mit dem Lahrer Polizeirevier verstärkte Kontrollen oder gezielte Kampagnen umgesetzt werden. „Jedes Jahr werden dabei vier Veranstaltungen durchgeführt, von denen jeweils eine auf die Gruppe der Senioren, der Kinder und Jugendlichen, der Frauen und der Erwachsenen allgemein abzielt.“, so Lucia Vogt, „Auch der Zivilcourage-Workshop am 16. April ist Bestandteil dieser Reihe.“
Darüber hinaus wurden beispielsweise die Dienstzeiten des Gemeindevollzugsdiensts ausgeweitet und ein Kommunaler Ordnungsdienst eingerichtet, um Beschwerden aus der Bevölkerung gerecht werden zu können und durch eine erhöhte Präsenz zu einer Verbesserung der gefühlten Sicherheit beizutragen. Ein- bis zweimal pro Jahr trifft sich zudem das Lahrer Sicherheitsforum, in dem sich verschiedene Partner zu unterschiedlichen sicherheitsrelevanten Themen austauschen können und Arbeitsschwerpunkte definiert werden.