04.02.2021 - Massive Investitionen für quantitativen und qualitativen Ausbau ab 2021
Stadt Lahr investiert in Ausbau der Schulkindbetreuung
Der Gemeinderat der Stadt Lahr hat sich Ende 2020 für umfassende Maßnahmen zum quantitativen und qualitativen Ausbau der Schulkindbetreuung an den Grundschulen ausgesprochen. Gleichzeitig wurde ein Schulausbau-Programm für Grundschulen und die Schaffung zusätzlicher Räumlichkeiten für schulergänzende, ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote auf den Weg gebracht.
Neben den städtischen Horten an der Eichrodt- und der Lusisenschule sowie der Schutterlindenbergschule als Ganztagsschule stellen die Angebote des Caritasverbands Lahr e.V. und der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Ortenau e.V. als freie Träger traditionell eine zweite starke Säule im Betreuungsbereich für Grundschüler dar. Beide sind seit über drei Jahrzehnten mit den Angeboten der Sozialpädagogischen Schülerhilfe und der Verlässlichen Grundschule in Lahr tätig und bieten ein erweitertes Betreuungsangebot vor und nach dem Unterricht, eine umfassende Begleitung bei den Hausaufgaben mit zusätzlichen Förderangeboten und Angeboten zur Freizeitgestaltung am Nachmittag an. Insgesamt stehen den freien Trägern nun zur Umsetzung der neuen Qualitätsstandards zusätzliche Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt in Höhe von 425 000 Euro ab dem Haushalt 2021 zur Verfügung. Das Gesamtbudget liegt dann bei 900 000 Euro pro Jahr.
Mit den erweiterten Finanzierungsmöglichkeiten werden in den kommenden drei bis vier Jahren rund 20 Betreuungsgruppen mit rund 200 Plätzen zusätzlich geschaffen und damit vorhandene Defizite abgebaut. Weiterhin werden durch die Qualitätsstandards einheitliche Betreuungsschlüssel, ein Fachkraft-Schlüssel, Personalanteile für Leitungsfunktionen, zusätzliche Verfügungs- und Kooperationszeiten sowie ein einheitlicher Rahmen für die Öffnungszeiten neu eingeführt. Zusätzliche Gruppen- und Gemeinschaftsräume für Betreuungsangebote werden über das Schulausbauprogramm in erster Priorität an der Eichrodtschule sowie an der Johann-Peter-Hebel-Schule realisiert. Im Rahmen der bereits vom Regierungspräsidium Freiburg genehmigten Raumprogramme ist auch der zusätzliche Raumbedarf für die Schulkindbetreuung berücksichtigt. Auf der Grundlage des neuen Betreuungskonzeptes konnte zum neuen Jahr die letzte Betreuungslücke im Stadtgebiet geschlossen werden.
Die Nachfrage an den Betreuungsangeboten ist sehr hoch. So wurden zu Beginn des Jahres an der Grundschule Sulz zusätzliche Betreuungsangebote für Schulkinder außerhalb des Unterrichts eingerichtet. Der Caritasverband Lahr e.V. hat vor Ort die Trägerschaft für die Verlässliche Grundschule sowie für die erweiterte Nachmittagsbetreuung übernommen. Die Sozialpädagogische Schülerhilfe startet dort vorerst mit zwei Gruppen am Nachmittag. Insgesamt stehen 24 Betreuungsplätze am Nachmittag zur Verfügung. Derzeit gibt es noch freie Plätze, weitere Kinder sind herzlich willkommen.
„Die Zahl der Kinder, die unsere Angebote wahrnehmen, steigt seit Jahren kontinuierlich. Wir freuen uns über die Möglichkeit die Angebote diesem Bedarf entsprechend weiter ausbauen zu können. In den nun verabschiedeten Qualitätsstandards sehe ich auch einen weiteren Baustein, um zur Bildungsgerechtigkeit beizutragen“, zeigt sich Katharina Beck, Vorsitzende des Vorstandes beim Caritasverband Lahr, mit der Entwicklung zufrieden
„Durch das beschlossene Konzept der kommunalen Schulkindbetreuung entsteht Planungssicherheit mit höherer Qualität, die ein großer Vorteil für alle Beteiligten ist“, ergänzt Edmund Taller, Geschäftsführer des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt, die die Standorte in Kuhbach, Reichenbach und Geroldseckerschule versorgt.
Erster Bürgermeister Guido Schöneboom freut sich, dass mit den beiden Maßnahmenpaketen die Stadt Lahr für den geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler im Jahr 2025 bestens gerüstet ist und die vorhandenen Förder- und Betreuungsbedarfe ab sofort spürbar den Interessen der noch unversorgten Kinder und Familien gerecht werden.