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07.04.2017 - Neue Tiergehege im Stadtpark werden eröffnet Erdmännchen und Saimiris sind die Attraktion

Was lange währte, ist endlich gut. Schon 2011 haben sich Stadt, Freundeskreis Lahrer Stadtpark und die Berger-Pfänder-Stiftung in einem Workshop Gedanken über die Weiterentwicklung des Lahrer Stadtparks gemacht. Zu dieser Zeit war der Gebäudekomplex mit den sieben Kleingehegen weitgehend verwaist und mit einigen baulichen Mängeln behaftet.

Das Bild zeigt das neue moderne Tiergehege im Stadtpark Lahr. Eine Frau, ein Kind und eine weitere Person, die durch die Frau verdeckt ist, stehen davor und schauen den Erdmännchen zu. Die Frau lehnt sich mit dem Arm auf eine halbhohe verglasten Front und schaut darüber hinweg in das Gehege. Auf dem breiten Weg davor stehen ein Roller und ein pinkfarbenes Kinderfahrrad.
Das Gehege ist in den Farben rostrot und grau gehalten. Innen befindet sich ein Kletterbaum und Felsen. An der Scheibe ist ein Erdmännchen zu sehen, das hinausschaut.
Das neue Tiergehege im Stadtpark
Quelle: Stadt Lahr, Öffentliches Grün und Umwelt, Richard Sottru

Ein Grund, sich Gedanken zu machen wie es in diesem Teil des Parks weiter gehen sollte. Fachleute von der Wilhelma in Stuttgart haben die Verantwortlichen in einer Beratung vor Ort im Stadtpark darin bestärkt, an der Tierhaltung als einer dem Park angemessenen Attraktion festzuhalten. Durch eine gezielte Wahl der Tiere könne der Stadtpark seiner Funktion als bezahlbares, regionales Ausflugsziel für die ganze Familie noch besser gerecht werden, so der Tenor der Fachleute.

 

Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass die vorhandenen Gehegestrukturen den Anforderungen an eine zeitgemäße Tierhaltung nicht mehr entsprachen. Um auch künftig attraktive Tiere mit den vorhandenen Ressourcen artgerecht unterhalten zu können, war ein Neubau mit deutlich weniger, dafür aber größeren Gehegen erforderlich. So wurden aus den sieben nun nur noch zwei Gehege. Diese bieten Tieren eine Heimat, die sich bei den Parkbesuchern einer besonderen Beliebtheit erfreuen. Erdmännchen und Saimiris passen gut in das Konzept des Lahrer Stadtparks, so der Ratschlag aus Stuttgart. Während die Erdmännchen eine ganz neue Art im Stadtpark sind, gehören Affen schon fast so lange dazu wie die Damhirsche und Pfauen. Nach Rhesusaffen und Meerkatzen waren die Kapuziner die letzten Vertreter ihrer Gattung. Mehr als zehn Jahre lebten die beiden hochbetagten Affen als Rest einer vormals deutlich größeren Gruppe in den alten Gehegen und wurden in ihrem Lebensabend von einem treuen Stammpublikum begleitet. Altersbedingt starben die beiden kurz nacheinander im Jahr 2015.

 

Mit den Samiris wird eine deutlich kleinere Affenart im Stadtpark eine neue Heimat finden. Die aus den Niederlanden erwartete Gruppe von acht Tieren stammt aus dem Europäischen Arterhaltungszuchtprogramm (EEP), für das der Basler Zoo das Zuchtbuch führt. Dort hat sich auch die Tierpflegerin des Stadtparks bereits in der Pflege dieser Art fortgebildet. Bekanntheit erlangte die Affenart allgemein als „Herr Nilsson“ in den „Pipi Langstrumpf“ Erzählungen von Astrid Lindgren. Der deutsche Name Totenkopfäffchen kennzeichnet die helle, markante Gesichtsmaske der Tiere.

 

In seiner Sitzung am 31. März 2014 hat der Gemeinderat der Erneuerung der Tiergehege und einer Futterküche zugestimmt.

Die Gesamtbaukosten der Maßnahme belaufen sich auf 610 000 Euro. Der Freundeskreis Lahrer Stadtpark sieht die Erneuerung der Gehege als vordringliche Maßnahme zur Sicherung der Qualität des Stadtparks und hat hierfür einen Betrag von 100 000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Berger-Pfänder-Stiftung, die sich für den Erhalt und die Entwicklung des Stadtparks einsetzt, hat sich ebenfalls  mit 100 000 Euro aus den Stiftungserträgen an den Kosten beteiligt.

 

Im Januar 2014 wurde das Architekturbüro Schaible Freie Architekten mit der Planung und Konzeptionierung der Außen- und Innengehege einschließlich der Funktionsgebäude für Heizung, Wasser und Futterküche beauftragt. Im September 2016 starteten die Abbrucharbeiten der Bestandsgebäude. Die dadurch freigelegte Buntsandsteinmauer als Stützmauer des Geländesprungs zwischen Bergstrasse und Stadtpark überprüfte man mit einer geotechnischen Untersuchung. Um mit den Bauarbeiten auch über die Wintermonate relativ unabhängig von den Witterungsverhältnissen zu bleiben, wurde die Ausführung der Gebäude in Fertigteilbauweise gewählt. Das Tiergehege in rot eingefärbtem Sichtbeton und anthrazitfarbenem Stahl, sowie die Futterküche mit ihrer ansprechenden Holzverschalung, fügen sich sehr gut in die idyllische Umgebung des Stadtparks ein.

 

Im Innengehege der Affen wurde eine Felslandschaft gestaltet in der sich integrierte Heizmatten zum Verweilen der Saimiris anbieten. Die Felslandschaft wird im Außengehege weitergeführt und dort durch Bäume und Äste zum Klettern ergänzt. Im Außengehege der Erdmännchen trennt den Besucher lediglich eine Sicherheitsglasscheibe auf Brüstungshöhe von den neugierigen und aufgeweckten Bewohnern. Seit 25. März haben die Erdmännchen ihr neues Zuhause bereits bezogen.