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07.12.2017 - Beitritt zur Chinesisch-Deutschen Industriestädteallianz als „Region Lahr-Freiburg-Schwarzwald“

Gruppenbild
Delegation bei der Messestandseröffnung
Die Stadt Lahr und die Freiburg Wirtschaft Messe und Touristik GmbH – FWTM sind der Chinesisch-Deutschen Industriestädteallianz (ISA) im Oktober 2017 gemeinsam als Mitglied beigetreten. Im Rahmen einer Delegationsreise erfolgte der offizielle Beitritt auf der 4. Plenarversammlung der Chinesisch-Deutschen Industriestädteallianz (ISA) in Taizhou.

Delegationsreise nach China vom 09. bis 14. Oktober 2017

 

Unter der Leitung von Oberbürgermeister Dr. Müller fand vom 09. bis 14 Oktober 2017 eine Delegationsreise nach China statt. Weitere Teilnehmer der Lahrer Delegation waren neben IGZ-Geschäftsführer Markus Ibert die Lahrer Stadträte Roland Hirsch, Klaus Girstl, Claus Vollmer sowie Jörg Uffelmann. Freiburg war durch den Geschäftsführer der FWTM GmbH, Herrn Dr. Bernd Dallmann, vertreten. Begleitet wurde die Delegation außerdem von Herrn Lian Chen, Geschäftsführer der EPACC GmbH mit Sitz in Freiburg, der für Lahr und die FWTM bzgl. Chinaaktivitäten beratend tätig ist.

 

Neben dem Besuch der vierten Plenarversammlung der ISA in Taizhou, bei der ein Tagesordnungspunkt der gemeinsame Beitritt von Lahr und Freiburg war, erwartete die Delegation ein umfangreiches Programm, das zum größten Teil durch die ISA organisiert und finanziert worden ist. Weitere Programmpunkte wurden von der Stadt Lahr angeregt und mit Unterstützung von PKS organisiert.

 

Wesentliche Programmpunkte umfassten neben Unternehmensbesichtigungen und dem Besuch der Eröffnungsfeier und der Informationsstände bei der dritten China Internationalen „Internet+“ Messe, die erstmals als Joint-Venture mit der Hannover-Messe ausgetragen wurde, auch ein persönliches Treffen mit dem Bürgermeister der Stadt Foshan sowie einen Empfang durch Abgeordnete. Auf diese Weise konnten Stadt Lahr und FWTM sowohl wirtschaftsbezogen als auch auf politischer Ebene Kontakte knüpfen. Ein weiterer, besonderer Programmpunkt war ein Treffen mit Vortrag zu den deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen, gehalten von Herrn Jens Hildebrandt, dem Delegierten der Deutschen Wirtschaft und geschäftsführenden Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in China.

 

Die Chinesisch-Deutsche Industriestädteallianz

Die ISA ist ein innovatives Bündnis von Industriestädten / -regionen und Städten mit

industrienahen Dienstleistungen in Deutschland und China und wurde im April 2016 gegründet: „Die Allianz ermöglicht den einfachen und direkten Austausch zwischen deutschen und chinesischen Mitgliedsstädten sowie zwischen ihren Unternehmen. […] Der Fokus der Allianz liegt auf der intensiven Zusammenarbeit der Wirtschaft, des Handels sowie von Wissenschaft und Forschung. Insbesondere mittelständischen deutschen Unternehmen eröffnet sich dadurch ein einzigartiger

Zugang nach China – für Export und Import, für Investitionen, Kooperationen und Know-how-Transfer. […] Die chinesischen Mitgliedsstädte verfügen über ein umfangreiches und vielfältiges Branchenportfolio, das für deutsche Unternehmen von großem Interesse ist.“ 1

 

Momentan umfasst die ISA insgesamt 30 Mitglieder, drei Städte haben einen Beobachterstatus inne.

Die 18 chinesischen Mitgliedsstädte / -regionen sind:

Foshan, Taizhou, Liuzhou, Maoming, Deyang, Bezirk Nansha der Provinz Guangzhou, Nanning, Jieyang, Bezirk Baoʼan der Stadt Shenzhen, Jiaozuo, Nanchang, Maʼanshan, Zhuzhou, Jiangmen, Giuyang, Zhaoqing, Panjin, Shantou.

Eine Beobachterstadt: Yunfu.

 

Die zwölf deutschen Mitgliedsstädte / -regionen sind:

Aachen, Bottrop, Chemnitz, Drei gewinnt: Rüsselsheim-Raunheim-Kelsterbach, Ingolstadt, Region Fulda, Region Lahr-Freiburg-Schwarzwald, Köln, Mainz, Nürnberg, Solingen, Wuppertal.

Zwei Beobachterstädte: Kaiserslautern, Ludwigshafen.

 

Die Allianz hat die Förderung von Kommunikation bzw. Austausch und Kooperation von Mitgliedsstädten sowie deren Unternehmen, Institutionen oder Industrieparks zum Ziel und ist gleichzeitig eine internationale Kooperationsplattform der Chinesisch-Deutschen Industrie Service Zone in Foshan.

 

Ansprechpartner und Kümmerer für die deutschen Mitgliedsstädte ist die PKS Kommunikations- und Strategieberatung GmbH mit Sitz in Berlin, vertreten durch die  Geschäftsführenden Gesellschafter Friedhelm Ost ,Staatssekretär a.D sowie Ernst Schwanhold, Staatsminister a.D. Die PKS GmbH in Berlin ist mit dem chinesischen Sekretariat in Foshan vernetzt.

 

Stadt Lahr und FWTM: Gemeinsamer Beitritt zur ISA

Der Beitritt zur Chinesisch-Deutschen Industriestädteallianz erfolgte am 13. Oktober 2017 auf der 4. ISA-Plenarversammlung in Taizhou. Die Stadt Lahr ist der Industriestädteallianz gemeinsam mit der Freiburger Wirtschaft Messe und Touristik GmbH als „Region Lahr-Freiburg-Schwarzwald“ beigetreten.

 

Die Stadt Lahr und die FWTM haben zunächst unabhängig voneinander Überlegungen zu einem möglichen Beitritt angestellt. Nach intensiven Gesprächen haben sich Stadt Lahr und FWTM dazu entschieden, gemeinsam beizutreten. Für einen gemeinsamen Beitritt sprechen mehrere Gründe.

 

Ein Hauptgrund ist die bisherige gute Zusammenarbeit der beiden Städte. Lahr ist die einzige Stadt, die Mitglied sowohl in der Wirtschaftsregion Offenburg als auch in der Wirtschaftsregion Freiburg ist. Es besteht auch eine Tradition der Zusammenarbeit im Bereich Flughafen: Freiburg war an der ersten privaten Betreibergesellschaft (nach der militärischen Nutzung) beteiligt. Der Flughafen Lahr wurde bereits als Ausweichflughafen genutzt. Künftig wird dies auch wieder der Fall sein, beispielsweise aufgrund auftretender Einschränkungen des Flugverkehrs während / durch den Stadionneubau (Flüge SC Freiburg, Organspenden, Fracht). Zudem gibt es im Bereich der Rollenden Landstraße (RoLa) in Freiburg aufgrund von Kapazitätsengpässen Überlegungen zur Verlagerung nach Lahr. Momentan ist man im Gespräch mit der Betreibergesellschaft in Freiburg.

 

Auch die Städteprofile von Lahr und Freiburg ergänzen sich gegenseitig. Freiburg ist für herausragende Universitätslehre und Forschung international bekannt. In China werden insbesondere die Bereiche Medizin, Gesundheit, Life Science und Green City positiv wahrgenommen. Die Stadt Lahr bietet für den gemeinsamen Auftritt mit Freiburg in der ISA zusätzlich bietet neben einer hervorragenden Lage und einer industriellen Prägung (Maschinenbau, Chemie, Logistik) mit dem startkLahr-Areal weiträumige industrielle Entwicklungsflächen und einen großflächigen Flughafen.

 

Gemeinsam repräsentieren Lahr und Freiburg bzw. die FWTM eine hochattraktive Region, die bisher nicht in der Chinesisch-Deutschen Industriestädteallianz vertreten war. Auch wenn die deutschen Städte im Vergleich zu chinesischen „Mega-Cities“ eher kleiner sind, so können doch die wirtschaftlich leistungsstarken Regionen mit ihren Unternehmen, wie z.B. der deutsche Südwesten eine bedeutende Rolle im Deutsch-Chinesischen bzw. im Europäisch-Chinesischen Wirtschaftsgeschehen einnehmen.

 

ISA als Plattform für die positive Weiterentwicklung der China-Kontakte

Die Industriestädteallianz ist Ausgangspunkt und Mittel, eigenes Know-how zu vertiefen in Bezug auf das chinesische Verständnis und den chinesischen Blick auf die Welt, die Unternehmenskultur und das wirtschaftliche Handeln in China. Wir wollen mehr darüber erfahren und verstehen, wie China als Land agiert, aber auch darüber, wie Städte / Regionen und Unternehmen in China agieren.

Dabei wollen wir uns aber nicht auf ISA beschränken, sondern die in China wichtige politische Plattform nutzen zum Aufbau von Unternehmenskontakten und zur Markenbildung. Neben dem bilateralen Austausch mit China wird es unter den deutschen Mitgliedsstädten zu einem wichtigen Erfahrungsaustausch und zur Kooperation kommen. Die Stadt Lahr kann ihre Erfahrungen mit China in das deutsche Netzwerk einfließen lassen und gleichzeitig auf wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse der Mitgliedstädte zugreifen. Dabei schließt die Allianz keine anderen Projekt- oder Städtepartnerschaften für China aus, sondern ist eine Ergänzung.hierzu. „Sie erhöht die Chancen für gegenseitige Investitionen und für Investitionen chinesischer Firmen. […] Für die Mitgliedsstädte und ihre Unternehmen bietet die Allianz viele ökonomische Vorteile, wie z.B. schneller und effizienter Datentransfer und neue Investitionschancen. Die personellen und finanziellen Verpflichtungen der Mitgliedsstädte und Unternehmen sind aufgrund der schlanken Organisationsstruktur sehr gering“1.

Für die Vertiefung und Stabilisierung bestehender Kontakte und die Entwicklung neuer Kooperationen bietet die Chinesisch-Deutsche Industriestädteallianz optimale Bedingungen, weshalb sich Stadt Lahr und FWTM als Vertreter einer starken Region in die ISA einbringen.