05.11.2020 - Popkultur, Ernährung, Identität
Die Erfindung des (jüdischen) Essens
Zu einem Online-Vortrag über den Stellenwert des Essens lädt die Volkshochschule Lahr am Donnerstag, 12. November, 19.30 Uhr, ein. Der Vortrag ist Teil der Reihe „Smart Democracy“, eine online Veranstaltungsreihe, die gesellschaftspolitische Themen aufgreift.
Warum wurden in der Corona-Krise so viele Konserven, Mehl und Zucker gekauft, obwohl die Versorgungssicherheit nie gefährdet war? Offenbar weisen bestimmte Nahrungsmittel über ihren Nährwert hinaus auch kulturelle Werte auf: Essen kann solide wirken und Sicherheit suggerieren oder zum „Soul Food" werden. Der französische Theoretiker Roland Barthes nannte die Ernährung ein „System der Kommunikation, ein Korpus von Bildern, eine Gebrauchsanordnung, ein System der Situationen und Verhaltensweisen“. Für Barthes ist das Essen ein Zeichen, das sich lesen lässt. Der Vortrag erläutert in einem ersten Schritt theoretischen Annäherungen an das allgegenwärtige "Kulturthema Essen" (Alois Wierlacher).
In einem zweiten Schritt wird nachgefragt, warum jemand eine bestimmte Speise als „jüdisch“ wahrnimmt: Was ist an Pastrami, Bagels und gefillte Fisch jüdisch? Dabei wird der Vortrag auf popkulturelle Kontexte, aber auch auf Gegenwartsliteratur eingehen.
Der Referent PD Dr. Caspar Battegay ist Lehrbeauftragter am Fachbereich Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität Basel. Seit 2015 ist er Mitglied der Jungen Akademie.
Für den Vortrag ist eine Anmeldung erforderlich. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Die Veranstaltung kann live zu Hause vom eigenen PC oder mobilen Endgerät aus verfolgt werden. Die Teilnehmer können über ein Online-Tool ihre Fragen in die Veranstaltung einbringen.
Weitere Informationen und Anmeldung bei der Volkshochschule Lahr, Tel.: 07821 / 918-0, E-Mail: vhslahr@lahr.de oder im Internet unter www.vhs.lahr.de.