Eine leistungsstarke Versorgung mit schnellen Internetzugängen wird sowohl im gewerblichen, als auch im privaten Bereich als Standortfaktor immer wichtiger. Die Deutsche Telekom hat deshalb zwischen Juli 2015 und März 2016 ihr Breitbandnetz für eine schnellere Internetversorgung in der Stadt Lahr ausgebaut. In der Lahrer Kernstadt sowie in den Stadtteilen Hugsweier, Sulz, Mietersheim, Langenwinkel, Kuhbach und Reichenbach sind dafür mehr als 52 Kilometer neue Glasfaserleitungen verlegt und 76 neue Multifunktionsgehäuse aufgebaut worden. Zudem liegt die Zusage der Telekom vor, den Ausbau im Stadtteil Kippenheimweiler bis Ende 2016 zu realisieren.
„Die Stadt Lahr sieht in der Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sowie der Gewerbetreibenden mit verbesserten Breitbanddiensten einen wichtigen Auftrag“, erklärte Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller im Rahmen einer Pressekonferenz. Der Ausbau der Deutschen Telekom in Lahr habe dafür nun einen wesentlichen Beitrag geleistet. „Lahr wird damit als Wohn- und Arbeitsort noch attraktiver. Wir danken der Deutschen Telekom für die Finanzierung des Ausbaus und für die gute Zusammenarbeit. Ich danke insbesondere auch, dass die Telekom sich flexibel gezeigt hat und den Ausbau in Lahr gegenüber der ursprünglichen Planung zwei Mal vorgezogen hat. Zum Einen wurde die gesetzliche Ausführungsfrist von drei Jahren für die Ausbauzusage in Lahr weit unterschritten und der Ausbau nun bereits im März 2016 (anstatt Anfang 2018) fertiggestellt. Zum anderen wurde in Kippenheimweiler nicht nur der mittelfristige Ausbau angekündigt, sondern jetzt der kurzfristige Ausbau verbindlich zugesichert – und zwar kurzfristig bis Ende 2016 anstatt mittelfristig bis Ende 2018.“, so der OB weiter. Die beauftragten Tiefbaufirmen hätten dafür gesorgt, dass die Baumaßnahmen zügig vonstattengingen. Auch dadurch, dass die Vorbereitung und Begleitung der dafür nötigen Bauarbeiten jederzeit in enger Abstimmung mit der Lahrer Stadtverwaltung erfolgte, hätte der Breitbandausbau im geplanten Zeitkorridor fertiggestellt werden können. „Einschließlich Kippenheimweiler werden noch dieses Jahr alle Lahrer Bürgerinnen und Bürger Zugang zu schnellem Internet haben. Damit befindet sich die Stadt Lahr nun auf der Datenautobahn“ schloss der Dr. Wolfgang G. Müller.
Auch in den Stadtteilen von Lahr freut man sich über den Breitbandausbau der Telekom. Stellvertretend für alle Ortsvorsteherkollegen äußern sich die Ortvorsteherinnen und Ortsvorsteher von Hugsweier, Langenwinkel, Reichenbach und Kippenheimweiler. Ortsvorsteher Hansjakob Schweickhardt (Hugsweier) erklärte: „In Hugsweier fiebern wir schon seit einigen Jahren dem Ausbau entgegen. Erst durch die stadtteilübergreifende Zusammenarbeit der Stadt Lahr mit der Telekom konnte hier der Breitbandausbau realisiert werden.“ Ortsvorsteher Klaus Girstl (Reichenbach) pflichtete ihm bei: „Für einen einzelnen Stadtteil, der sich noch dazu wie Reichenbach in Richtung von dünner besiedelten Gebieten im Schwarzwald befindet, ist es nicht so einfach, dass die Telekom von der Wirtschaftlichkeit eines Ausbaus überzeugt ist.“ Ortsvorsteherin Annerose Deusch (Langenwinkel) ergänzte: „Die Wohnqualität der Lahrer Stadtteile wie Langenwinkel gewinnt durch den Breitbandausbau enorm. Speziell für junge Menschen ist es wichtig, dass am Wohnort schnelles Internet zur Verfügung steht.“ Ortsvorsteher Tobias Fäßler (Kippenheimweiler) hofft, dass nun der angekündigte Breitbandausbau in Kippenheimweiler genauso schnell wie in den anderen Lahrer Stadtteilen, also innerhalb von neun Monaten, abgeschlossen wird.
Rund 19 800 Haushalte profitieren
Durch den Ausbau stehen bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s) zur Verfügung. Das neue Netz ist so leistungsstark, dass Telefonieren, Surfen und Fernsehen gleichzeitig möglich sind. Davon profitieren rund 19 800 Haushalte. „Das Warten hat sich gelohnt. Ab sofort können alle die schnellen Internetanschlüsse online, telefonisch oder im Fachhandel buchen“, sagt Klaus Vogel, Vertriebsbeauftragter der Telekom. „Eine moderne digitale Infrastruktur ist ein Standortvorteil – für die gesamte Stadt, aber auch für jede einzelne Immobilie.“ Und auch Kunden anderer Anbieter können vom Breitbandausbau der Telekom profitieren, wenn der Anbieter entsprechende Kapazitäten bei der Telekom einkauft.
Die höheren Geschwindigkeiten im VDSL-Netz werden durch den Einsatz der Vectoring-Technik möglich. Die neue Technik beseitigt die elektromagnetischen Störungen, die auf der Kupferleitung auftreten. Das Kupfer führt vom Multifunktionsgehäuse, dem großen, grauen Kasten am Straßenrand, in die Wohnung des Kunden. Vectoring ist wie ein doppelter Espresso fürs Kupferkabel: Beim Herunterladen erhöht sich die Geschwindigkeit von 50 auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Beim Heraufladen vervierfacht sich die Geschwindigkeit von 10 auf bis zu 40 MBit/s. Das hilft beim Austausch von Dokumenten, Fotos und Videos im Internet.
Stadt plant weiter
Und die Verantwortlichen bei der Stadt Lahr denken bereits über den jetzigen Ausbau des Kabelnetzes durch die Deutsche Telekom hinaus. Die Stadtverwaltung respektiert die derzeitige Strategie der Telekom, (auch) in Gewerbegebieten Grundstücke nicht flächendeckend mit Glasfaseranschluss zu versehen. Viele Unternehmen werden künftig jedoch ihren Bedarf nach Einschätzung von Experten nur mit einer symmetrischen Glasfaseranbindung bis zum Firmengebäude decken können. Auf Basis einer Breitbandstudie, die die Kernstadt und alle Stadtteile umfasste, hat die Stadtverwaltung deshalb ein Ausbaukonzept für den durchgängigen Glasfaserausbau in Lahrer Gewerbegebieten beauftragt. Dieses Konzept befindet sich noch in Bearbeitung. In einem ersten Schritt wurden Lahrer Betriebe im Industriegebiet West und im Gewerbegebiet Langenwinkel nach ihrem Bedarf befragt. Ein technisches Büro hat mögliche Anschlusspunkte und Ausbaustrecken ermittelt. Aktuell werden Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Zweckverband IGP geprüft. Erfreulicherweise steht eine weitere Verbesserung der Förderkulisse in Aussicht. Die Stadtverwaltung möchte den Gemeinderat noch im Lauf des Jahres mit der Ausbaustudie befassen. Sollte es zu einem Ausbaubeschluss kommen, wird eine öffentliche Ausschreibung durchgeführt, an der sich die Telekom, aber auch alle anderen Anbieter beteiligen können.