Die Zahl der beanstandeten Verkehrsverstöße in Lahr lag im vergangenen Jahr bei rund 42.000. Die Zahl fällt geringer aus als im Vorjahr.
Unter anderem liegt dies daran, dass aufgrund einer Softwareumstellung ab sofort nur noch nur die tatsächlich eingeleiteten Fälle in die Statistik einbezogen werden und nicht die insgesamt erfassten Verstöße. Zur großen Zahl der nicht mehr in die Statistik einfließenden Verstöße gehören etwa Geschwindigkeitsverstöße von Rettungsfahrzeugen und der Polizei bei Einsatzfahrten sowie eine hohe Zahl von nicht zu identifizierenden Fahrradfahrenden am Urteilsplatz.
Die gemessenen Geschwindigkeitsüberschreitungen sind jedoch auch insgesamt zurückgegangen, berichtet Lucia Vogt, Leiterin des Ordnungsamts der Stadt Lahr: „Es kann gemutmaßt werden, dass die Ende 2021 deutlich erhöhten Geldbußen aus dem bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog bei einigen Verkehrsteilnehmenden zu einer erhöhten Sorgfalt bei der Einhaltung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit geführt haben. Auf die Verkehrssicherheit wirkt sich dieser Rückgang sicherlich positiv aus, auch wenn leider immer noch deutlich zu viele und zu hohe Überschreitungen festzustellen sind.“
Geschwindigkeitsmessungen
Die semistationäre Messanlage war 2023 an etwa 50 Standorten aufgestellt und gab Anlass zur Einleitung von knapp 8000 Ordnungswidrigkeitenverfahren.
Bei den stationären Messanlagen setzte sich der Trend der Vorjahre fort, dass die Verkehrserziehung Wirkung zeigt und weniger Verstöße zu verzeichnen waren. Die meisten Geschwindigkeitsüberschreitungen wurden noch bei der Messanlage in Kippenheim erfasst. Von mehr als 20.000 Verstößen 2018 ist die Zahl aber auch hier auf nicht mehr ganz 4000 zurückgegangen.
Mobil wurde an 87 Tagen gemessen. Schwerpunkte dieser Messungen waren hauptsächlich das Umfeld von Schulen und Kindergärten, Unfallschwerpunkte und Messstellen, die von den Ortsteilen vorgeschlagen und von dort als besonders sensibel bewertet wurden. Hierbei wurden insgesamt 3450 Fälle erfasst.
Ruhender Verkehr
Im ruhenden Verkehr gab es einen leichten Anstieg auf knapp über 17.000 Fälle im Jahr, nachdem die Fallzahl im Vorjahr noch bei etwa 15.400 lag.
Bußgeldbilanz 2023
Anzahl Summe
Verfahren von Polizei eingeleitet 1850 Fälle 95.500 Euro
Geschwindigkeitsmessungen 22.050 Fälle 779.000 Euro
sonstige Ordnungswidrigkeiten 550 Fälle 22.900 Euro
ruhender Verkehr 17.100 Fälle 422.700 Euro
Summe 41.550 Fälle 1.320.100 Euro
In den Fällen, in denen die Polizei ein Verfahren eingeleitet hat, sind 850 Unfälle enthalten. Hinzu kommen unter anderem Gurtverstöße, Handyverstöße, Ruhestörungen, Betäubungsmittel- und Alkoholfahrten.
Im Jahr 2023 wurden von der Bußgeldbehörde mehr als 150 Fahrverbote angeordnet – unter anderem aufgrund von erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen, Rotlichtverstößen oder Fahrten unter Einfluss von Alkohol oder Betäubungsmitteln.