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21.04.2026 - Positive Bilanz für die Jahre 2023 bis 2025 Chrysanthema: Wichtiger Standortfaktor und Kulturgut der Stadt Lahr

Chrysanthemenfloristik auf der Marktplatzbühne
Die Chrysanthema ist ein wichtiger Standortfaktor für Lahr und die Region.
Quelle: Endrik Baublies
Die Stadt Lahr zieht eine insgesamt positive Bilanz der Chrysanthema der Jahre 2023 bis 2025. Die Chrysanthema lockte im vergangenen Jahr 311.000 Besucherinnen und Besucher nach Lahr. Wirtschaftlich steht die Chrysanthema trotz Haushaltsdeckelung sowie deutlich gestiegenen Personal- und Sachkosten im Vergleich zu entsprechenden Festivals am Oberrhein gut da. Die Ergebnisse wird das Stadtmarketing in der Gemeinderatssitzung am Montag, 27. April 2026, präsentieren.

Trotz deutlich gestiegener Kosten ist es dem Stadtmarketing und der Abteilung Grün und Umwelt als verantwortlichen Facheinheiten durch planvolles Arbeiten in den vergangenen Jahren gelungen, das Blumenfestival wirtschaftlich stabil aufzustellen und gleichzeitig inhaltlich weiterzuentwickeln.

2025 belief sich das Gesamtbudget der Chrysanthema auf 678 000 Euro, bestehend aus 390 000 Euro städtischem Zuschuss und 288 000 Euro an Einnahmen aus Sponsoring, Spenden, Ticketverkäufen, Standgebühren und Souvenirverkauf. Den Einnahmen standen Ausgaben in Höhe von 677 700 Euro gegenüber. Die größten Kostenblöcke entfielen auf die Leistungen des Bau- und Gartenbetriebs Lahr sowie Sachmittel für Grün mit zusammen über 50 Prozent des Gesamtbudgets, gefolgt vom Kulturprogramm und Infrastrukturausgaben.

Dem finanziellen Einsatz steht ein vielfach höherer wirtschaftlicher Umsatz des Blumenfestivals gegenüber: Der Bruttoumsatz der Chrysanthema, bezogen auf die Stadt Lahr, beträgt laut einer Erhebung des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (diwf) 10,3 Millionen Euro. Dies unterstreicht die zentrale Rolle des Blumen- und Kulturfestivals als Standortfaktor für die Innenstadt, die Gastronomie, Hotellerie und Dienstleister sowie für die daraus resultierenden Steuereinnahmen der Stadt Lahr.

Im Jubiläumsjahr 2023 lag das Ergebnis der Chrysanthema bei minus 2.148 Euro. Durch Steuerrückerstattungen, die erst im ersten Quartal 2026 eingegangen sind, schließt die Chrysanthema 2023 mit einem Plus von rund 23.000 Euro ab. Die Steuerrückerstattungen für 2024 und 2025 stehen noch aus.

Laut diwf verzeichnete das Festival im Jahr 2025 rund 311 000 Besuchstage. Davon entfielen 261 000 auf Tagesgäste, 8000 auf Übernachtungsgäste sowie 42 000 auf Einwohnerinnen und Einwohner. Die Besucherinnen und Besucher gaben durchschnittlich 33,20 Euro aus. Die Umsätze fließen anteilig zu jeweils rund 40 Prozent in die Gastronomie und den Einzelhandel vor Ort und 18 Prozent an Dienstleister.

Die große Reichweite der Chrysanthema lässt sich gut anhand der Social-Media-Resonanz ermitteln: 2025 erzielte die Traffic-Kampagne zur Chrysanthema im Oktober und November mehr als 6.300 Klicks und erreichte rund 144.300 Personen.

Wegen steigender Kosten durch Inflation, Lohn- und Produktionskosten sowie steigender Infrastruktur- und Sicherheitskosten hat der Gemeinderat bereits 2022 reagiert und den städtischen Zuschuss für die Chrysanthema für die Jahre 2023 bis 2027 von 330 000 Euro auf 390 000 Euro jährlich erhöht. Zudem wurde das Festival auf zwei Veranstaltungswochen verkürzt. Dies erwies sich mit Blick auf die angespannte Personalsituation im Handel und in der Gastronomie als richtig.

Mit den zusätzlichen Mitteln hat die Stadt das Blumenfestival in den vergangenen drei Jahren inhaltlich und gestalterisch fortentwickelt. So wurden unter anderem die abendlichen Lichtinszenierungen ausgebaut, eine aufwendige, florale Indoor-Ausstellung zum Jubiläum realisiert, neue gestalterische Elemente wie dekorative Straßenüberspannungen eingeführt, das Outfit der Chrysanthemenkönigin verjüngt, eine Laienschauspielreihe initiiert sowie das gärtnerische Konzept hin zu interaktiven Beeten weiterentwickelt. Ergänzt wurde dies durch ein neues Veranstaltungsformat: den Chrysanthemen-Ball.

Blick auf die Menschenmassen in der Marktstraße am Mantelsonntag
Quelle: Endrik Baublies